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Sonderausstellung zur Entdeckung des Nydamboots vor 150 Jahren ab 14. April 2013

Seit 1859 grub der Lehrer und Archäologe Conrad Engelhardt rund 25 Kilometer nördlich von Flensburg am Nydam-Moor aus. Vier Jahre später dann die Sensation: Im August 1863 entdeckt Engelhardt ein riesiges Eichenboot, lässt es bergen, ihm gelingen die Konservierung der Holzteile und der Wiederaufbau. Die Entdeckung dieses in seiner Erhaltung einzigartigen Exponats vor 150 Jahren ist für das Archäologische Landesmuseum und das Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie (ZBSA) der Anlass, im Rahmen einer Sonderausstellung die Geschichte des Nydambootes so umfangreich wie noch nie darzustellen. Zu sehen ist die Ausstellung ab 14. April 2013.

Nydamboot Halle

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So gut erhalten ist kein zweites Kriegsschiff aus der Zeit der Germanen. Sein imposanter Gesamteindruck macht das Nydamboot seit Jahrzehnten zu einem der Highlight-Exponate auf der Schleswiger Museumsinsel. Weil es zugleich aber seit seiner Entdeckung immer wieder auch ein Streitobjekt zwischen deutschen und dänischen Interessen war, lohnt auch 150 Jahre nach der Auffindung der Blick in die Geschichte des Bootes. In Kooperation mit Kollegen des Archäologischen Museums in Hadersleben erarbeiteten Wissenschaftler am Archäologischen Landesmuseum und am ZBSA  auf Schloss Gottorf eine Sonderausstellung für die Nydamhalle.

Digitalisierte Funde rund um die Boote im Nydammoor

Im GIS digtalisierte Funde rund um die beiden Boote, die im Nydammoor gefunden wurden. Gut zu erkennen ist die ungeheure Anzahl an Fundobjekten, hauptsächlich Waffen und Bootsteile. Abbildung: GIS-Abteilung ZBSA.

Seit 1859 grub der Lehrer und Archäologe Conrad Engelhardt rund 25 Kilometer nördlich von Flensburg im Nydam Moor aus. Vier Jahre später dann die Sensation: Am 17. August 1863 entdeckt Engelhardt ein großes Eichenboot, lässt es bergen, innerhalb weniger Monate gelingen ihm die Konservierung der Holzteile und der Wiederaufbau. Zum ersten Mal in der Geschichte der nordeuropäischen Archäologie war es möglich, ein vorgeschichtliches hochseetaugliches Schiff zu untersuchen. Dann jedoch bricht der Deutsch-Dänische Krieg aus, für das Nydamboot beginnt eine lang andauernde Odyssee, bis es schließlich im Frühjahr 1947 auf der Schleswiger Schlossinsel seinen heutigen Platz findet.
In der neuen Sonderausstellung "Das Nydamboot / Nydambåden – versenkt – entdeckt – erforscht"  werden neben dem Nydamboot weitere originale Teile der Schiffsausrüstung präsentiert, wie z. B. ein bereits 1859/62 gefundener und zum Boot gehörender Riemen. Darüber hinaus erfahren die Besucher Details zum Fundplatz, einem ehemaligen See und Opferplatz, in dem neben dem Nydamboot zwei weitere Schiffe und zahlreiche Gegenstände, wie Waffen und Schmuck geopfert wurden. Eine Auswahl von diesen Opfergaben ist in der Ausstellung zu sehen. Die Bedeutung des Nydambootes in der Schiffbaugeschichte Nordeuropas wird beleuchtet und die Persönlichkeit Conrad Engelhardt, Entdecker dieses einzigartigen Fundes, wird vorgestellt. Die Ausstellung ist vollständig in deutscher und dänischer Sprache zu erleben. Dies gilt auch für eine neu produzierte Nydamboot-Hörführung, deren 18 Stationen sich auf dem Gottorfer Audioguide befinden.
Ein derart großartiges Ruderboot in Aktion präsentiert am Ende des Ausstellungsrundgangs im Kino-Kabinett der im Auftrag des NDR entstandene Film „Ein Schiff für die Götter“ von Wilfried Hauke.
Finanziell unterstützt wurde das Projekt u. a. von der Nord-Ostsee Sparkasse und den Sparkassen in Schleswig-Holstein. Als Medienpartner steht dem Archäologischen Landesmuseum NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND zur Seite. In seiner  Mai-Ausgabe widmet sich das Magazin mit dem gelben Rand in einer großen Reportage dem berühmten Ruderboot aus der Zeit der Germanen.

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