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Sonderausstellung "Fleisch! Jäger, Fischer, Fallensteller in der Steinzeit"

Schloss Gottorf, 6. März bis 24. Mai 2016

Das Archäologische Landesmuseum und das Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie präsentieren in diesem Frühjahr eine Sonderausstellung.

In der gemeinsam mit den bekannten Experimentalarchäologen Harm Paulsen und Ulrich Stodiek konzipierten Ausstellung verdeutlichen Rekonstruktionen und Modelle den technischen Erfindungsreichtum der steinzeitlichen Jäger, Fischer und Fallensteller.

Die Jagd war seit der Altsteinzeit unverzichtbarer Bestandteil menschlichen Lebens und spielte bei unseren steinzeitlichen Vorfahren die größte Rolle bei der Nahrungsbeschaffung. Mit dem Fleisch von Großwild wie Riesenhirschen, Rentieren, Uren oder Rothirschen konnte der Energiebedarf einer Familiengruppe oder Jagdgemeinschaft über viele Tage gedeckt werden.

Die Ausstellung zeigt die wichtigsten Jagdwaffen wie Wurfspeere, Speerschleudern, Pfeil und Bogen sowie die jeweiligen Jagdtechniken mit Hilfe von zahlreichen originalgetreuen Repliken und in rekonstruierenden Fotos und Filmsequenzen.

Aalstecher

Fische standen schon bei den eiszeitlichen Menschen auf der Speisekarte. In der Nacheiszeit hatte der Fischfang vor allem bei solchen Jägergruppen eine große Bedeutung, die in gewässerreichen Gebieten oder direkt am Meer lebten. Als Massenfang konnten Fische das Fleisch als Nährstofflieferant ersetzen, allerdings war diese Nahrungsquelle hauptsächlich in eisfreien Jahreszeiten verfügbar. Die südskandinavischen Küstenfischer der Mittelsteinzeit bewiesen einen großen technischen Erfindungsreichtum und entwickelten effektive Fanggeräte, die die Ausstellung in Form von authentischen Rekonstruktionen präsentiert.

Archäologen wissen wenig über steinzeitliche Fallenstellerei, weil Fallen in Ausgrabungen schwer zu finden sind. Verräterische Spuren an Knochenfunden von Pelztieren und kleinen Vögeln zeigen aber, dass die Steinzeitmenschen Schlagfallen und Schlingen benutzt haben. Unsere funktionstüchtigen Modelle und Videoanimationen entstanden anhand von völkerkundlichen Vergleichen und Erkenntnissen aus der experimentellen Archäologie. Durch ihre Anschaulichkeit tragen sie viel zum Verständnis der Ausstellung bei.

Die Ausstellung wurde vom Neanderthal Museum in Mettmann entwickelt.

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