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Besuch des Generalsekretärs der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur im ZBSA in Schleswig

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Besuch des Generalsekretärs der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur im ZBSA in Schleswig

Besuch des Generalsekretärs am 6. August 2012 im ZBSA in Schleswig

Am 6. August 2012 besuchten der Generalsekretär der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, Prof. Claudius Geisler, und seine Mitarbeiterinnen Gisela Neuheuser, Heidi Thierolf und Aline Deicke das ZBSA in Schleswig.

Die Mainzer Akademie fördert seit dem 1. Januar 2012 ein 18-jähriges Langzeitforschungsprojekt, bei dem das ZBSA in Zusammenarbeit mit dem Museum für Vor- und Frühgeschichte Berlin Siedlungsforschungen zur Eisenzeit im Baltikum betreibt. Kern des Projektes ist die digitale Zusammenführung der reichhaltigen Archivalien aus der vorkriegszeitlichen deutschen Forschungsperiode des ehemaligen Ostpreußen im heutigen Polen und Russland. Die originalen Ausgrabungsdokumentationen mit Tausenden von Fotos, Zeichnungen, Plänen und Ausgrabungsberichten stammen hauptsächlich aus der sogenannten Prussia-Sammlung im Königsberger Schloß, das bis kurz vor Kriegsende das zentrale Denkmalarchiv der Region beinhaltete. Bis zum Fall des eisernen Vorhangs galt die Sammlung als verschollen, wurde aber in den 1990er Jahren größtenteils wiederentdeckt. Heute befindet sich der mit 50 000 Dokumenten größte Teil in Berlin, wo die Bestände seit vielen Jahren manuell sortiert und restauriert werden. Weitere Sammlungsteile und relevante wissenschaftliche Nachlässe sind an verschiedenen Orten in Deutschland, Polen, Litauen und Lettland verteilt.

Im neuen Langzeitprojekt „Forschungskontinuität und Kontinuitätsforschung - Siedlungsarchäologische Grundlagenforschung zur Eisenzeit im Baltikum“ widmen sich die Projektleiter Prof. Claus von Carnap-Bornheim (ZBSA) und Prof. Matthias Wemhoff (MVF Berlin) und die wissenschaftlichen Mitarbeiter Dr. Heidemarie Eilbracht, Dr. Jaroslaw Prassolow und Dr. Timo Ibsen der inhaltlichen Erschließung dieses gemeinsamen kulturellen Erbes. Dazu wird eine webbasierte, GIS-gestützte Datenbank entwickelt, die es Forschern aller Länder ermöglichen soll, die an verschiedenen Orten verteilten Original-Dokumente online zu studieren. So will das Wissenschaftlerteam einen Beitrag zur Wiederherstellung der durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochenen Forschungskontinuität leisten und zur Rekonstruktion der äußerst reichhaltigen archäologischen Landschaft im ehemaligen Ostpreußen beisteuern.

Gleichzeitig finden Feldforschungen statt, die den alten Forschungsstand an ausgewählten Denkmälern überprüfen und erweitern sollen. Dabei interessieren vor allem die zahlreichen Burgwälle des Baltikums, die ein Charakteristikum der Region darstellen. Sie sind trotz langer Forschungstradition größtenteils unerforscht, belegen aber durch ihre lange Nutzungszeit von teilweise mehr als 1000 Jahren eine außergewöhnliche Siedlungskontinuität der baltischen Stämme, die erst mit der Eroberung der Gebiete durch den Deutschen Orden unterbrochen wurde.

Der Besuch am Projektstandort in Schleswig diente der Delegation aus Mainz um Generalsekretär Prof. C. Geisler dazu, einen Überblick über die Projektinhalte zu gewinnen und die Kooperation zwischen den beteiligten Institutionen zu festigen. Er bot auch die Gelegenheit, die räumlichen und technischen Gegebenheiten zu besichtigen und administrative Fragen im Vorhaben miteinander zu besprechen. Mit einem gemeinsamen Abendessen und weiteren interessanten Gesprächen klang der Besuch aus.

Foto:
Besuch des Generalsekretärs am 6. August 2012 im ZBSA in Schleswig:
(von links nach rechts) H. Thierolf, G. Neuheuser, H. Eilbracht, D. Rohwäder, H. Neumayer, C. von Carnap-Bornheim, A. Deicke, C. Geisler, M. Wemhoff, T. Ibsen, J. Prassolow.

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