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DFG bewilligt Forschungsprojekt zu völkerwanderungszeitlichem Kammergrab in der Slowakei

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DFG bewilligt Forschungsprojekt zu völkerwanderungszeitlichem Kammergrab in der Slowakei

Grabkammer von Poprad

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat den Antrag für ein Forschungsvorhaben zum Thema „Das frühvölkerwanderungszeitliche Kammergrab von Poprad, Slowaki — Ein interdisziplinäres Forschungsprojekt zur Auswertung eines außergewöhnlichen Fundes“ bewilligt. 

Das auf drei Jahre angelegte Forschungsprojekt beginnt bereits in diesem Jahr und hat zum Ziel, durch archäologische und naturwissenschaftliche Analysemethoden das hervorragend erhaltene Kammergrab von Poprad-Matejovce (um 400 n. Chr.) aus dem Nordosten der Slowakei zu untersuchen.

Das Grab wurde 2006 ausgegraben und zeichnet sich einerseits durch eine vollständige hölzerne Grabkonstruktion, bestehend aus einer äußeren Grabkammer in Blockbautechnik und einer sarkophagähnlichen inneren Kammer, aus. Andererseits haben die Erhaltungsbedingungen für organische Materialien dazu beigetragen, dass ein recht vollständiges Bild der Ausstattung mit hölzernem Mobiliar, Textilien und Leder gezeichnet werden kann. Trotz der Beraubung des Grabes sind einige Grabbeigaben überliefert, die von einem hohen sozialen Status des Bestatteten zeugen.

Die geplanten naturwissenschaftlichen Analysen (Dendrochronologie, Radiocarbondatierung, Strontiumisotopenanalyse, anthropologische und archäozoologische Untersuchungen der menschlichen und tierischen Knochen sowie DNA-Analysen, archäobotanische Untersuchungen und spezielle Analysen von Textilien und Leder) werden zusammen mit der Auswertung von Informationen zu Lage und Anordnung der Grabbeigaben, der Überreste des Toten und der konstruktiven Bestandteile der Grabkammern im Geographischen Informationssystem und anhand von 3D-Modellierungen und natürlich den archäologischen Auswertungen zu den Funden, der Bestattungssitte und dem Fundkontext zu einem detaillierten Bild der Grabkonstruktion, der Ausstattung und den Grabbeigaben sowie den chronologischen Vorgängen der Bestattung beitragen.

An dem Projekt sind neben der Antragstellerin, Dr. Nina Lau, weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Slowakei, Deutschland, Belgien, Dänemark und Ungarn beteiligt.

Zum Abschluss des Forschungsprojektes 2015 sollen die Ergebnisse monographisch vorgelegt werden.

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