Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Sektionen
Benutzerspezifische Werkzeuge

DFG bewilligt Forschungsprojekt zur Entdeckung der Wolle

— abgelegt unter:

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat den Antrag für ein Forschungsvorhaben zum Thema „Die Entdeckung der Wolle: Archäogenetische Untersuchungen zur Etablierung des wolligen Schafes in der Vor- und Frühgeschichte Nord- und Mitteleuropas“ im Mai 2012 bewilligt.

DFG bewilligt Forschungsprojekt zur Entdeckung der Wolle

Soay-Schafe. Foto: Arche Warder/Heike Rudolph

Die ältesten Schafe Europas, die sich im Zuge der Neolithisierung ausbreiteten, waren Haarschafe und haben zur Fleischgewinnung gedient. Seit dem Spätneolithikum sind Wolltextilien bekannt, die auf eine Veränderung des Fells und damit verbunden der Nutzung von Schafen hinweisen. Die Möglichkeit, Wolle verarbeiten zu können, war ein  Schlüsselereignis der europäischen Kulturgeschichte. Ob es sich dabei um das Resultat von Parallelentwicklungen in unterschiedlichen Kulturen oder des Importes neuer Schafformen und züchterischen Know-hows handelte, ist nicht erforscht. In unserem Projekt soll dieser Frage mit umfangreichen archäogenetischen Analysen nachgegangen werden. Untersuchungen alter DNA von 350 Schafresten aus 15 gut datierten Siedlungsplätzen (6. Jt. v. Chr. bis 1. Jt. n. Chr.) aus Holland, Deutschland, Dänemark und Russland werden es ermöglichen, den Wechsel vom haarigen zum wolligen Schaf großräumig nachzuvollziehen. Auch soll geklärt werden, ob die heutigen Mufflons aus Sardinien – wie vermutet – direkte Nachfahren neolithischer Haarschafe sind, und welche entwicklungsgeschichtliche Rolle den in vielen Merkmalen ursprünglichen Soay-Schafen zukommt. Eine breit angelegte Untersuchung mittelalterlicher Schafreste wird überdies zeigen, in welchem Maße Nachkommen haariger Schafe bis in das 1. Jt. n. Chr. in den Populationen nachzuweisen sind. Die Ergebnisse werden ein wichtiges Kapitel der europäischen Kulturentwicklung vervollständigen.

Artikelaktionen