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Neue Ausgrabungen auf der Hochburg von Haithabu

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Neue Ausgrabungen auf der Hochburg von Haithabu

Das schwedisch-deutsche Grabungsteam auf der Hochburg von Haithabu

Nach nahezu sechzig Jahren wurde im Rahmen einer schwedisch-deutschen Kooperation im Juni diesen Jahres erstmals wieder eine Forschungsgrabung auf der Hochburg von Haithabu durchgeführt. Die Hochburg steht seit jeher im Schatten der Untersuchungen in Haithabu selbst; ein Umstand, der dazu geführt hat, dass bis heute weder das Verhältnis der Umwallung des Geländesporns zu dem auf ihm befindlichen Gräberfeld mit circa 50 flachen Grabhügeln bekannt ist, noch dessen Beziehung zum nur 180 m entfernten Haithabu selbst (vgl. Artikel S. Kalmring u. L. Holmquist, Die Hochburg von Haithabu – Hypothesen, Forschungsstand und Perspektiven. Jahresber. ZBSA 2010, 80). Die aktuellen Ausgrabungen, die in Zusammenarbeit mit dem Arkeologiska forskningslaboratoriet an der Universität Stockholm, dem Statens Historiska Museet und dem Riksantiqvarieämbetet durchgeführt wurden, können durch die Expertise der beteiligten Projektpartner unmittelbar an die in Birka durchgeführten Forschungsprojekte „Birkas befästning“ und „Borgar och befästningsverk i Mellansverige 400–1100 e.Kr.“ anknüpfen.

Da den Altgrabungen nach zu urteilen kaum mit chronologisch relevantem Fundmaterial aus den Gräbern und der Wallaufschüttung der Hochburg zu rechnen war, wurde die 12 x 1 m messende Ausgrabungsfläche so gewählt, dass sie sowohl die Umwallung als auch ein Grab umfasst. Auf diese Art und Weise sollte bei ausbleibendem Fundmaterial und im schlimmsten Falle von unzureichenden Mengen an Holzkohle für 14C-Datierungen zumindest das stratigraphische Verhältnis zwischen Wall und Gräberfeld geklärt werden können. Ergänzend wurde mit Hilfe der Geomagnetik die auffälligerweise nicht in die Umwallung des Plateaus einbezogene nordöstliche Spitze der Hochburg prospektiert, um auch hier weitere Aufschlüsse zu erhalten.

Die Ausgrabung, deren endgültige Aufarbeitung erst noch erfolgen muss, erbrachte mit zwei dokumentierten Wallphasen und spannenden konstruktiven Details zum Wehrgang verhältnismäßig reiches Fundmaterial, das sich vor allem aus Fragmenten von einheimischer Keramik, aber auch aus drei Wetzsteinen, einem Mühlsteinfragment und einem stark korrodierten Eisenfragment aus dem Grabhügel zusammensetzt. Die anstehenden 14C-Datierungen von angetroffener Holzkohle und verstreutem Leichenbrand, die die chronologische Stellung der Hochburg in ihrem Verhältnis zu Haithabu erhellen sollen, werden nun mit Spannung erwartet.

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