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Harm Paulsen erhält den »Deutschen Preis für Denkmalschutz«

Harm Paulsen erhält den »Deutschen Preis für Denkmalschutz«

Harm Paulsen

Er hat die Todesursache der Alpen-Gletschermumie »Ötzi« mit aufgeklärt und kann ohne Streichhölzer auf 43 verschiedene Arten Feuer machen  am 8. November 2010 erhielt der Schleswiger Experimental-Archäologe Harm Paulsen in Kiel die Silberne Halbkugel, den »Deutschen Preis für Denkmalschutz«.

Damit wurde er für »sein hervorragendes, Jahrzehnte andauerndes ehrenamtliches Engagement und seinen hohen persönlichen Einsatz als Vorreiter der Experimental-Archäologie in Deutschland« ausgezeichnet, heißt es in der Begründung. Den Preis verlieh das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz (DNK) auf seiner Jahrestagung insgesamt zehn ehrenamtlichen Einrichtungen und engagierten Bürgern. »Diese zeigen uns, wie es gelingen kann, den Respekt vor der Vergangenheit in unser heutiges Leben zu integrieren«, sagte Kultusminister Ekkehard Klug (FDP).

Paulsen ist Praktiker – kein Theoretiker. Seine Arbeit spielt sich zwischen Feuersteinen, Pfeilen, Hirschgeweihen und Beilrohlingen ab. Als Experimental-Archäologe erprobt er die praktische Anwendung von nachgebauten Alltagsgegenständen hauptsächlich der Wikinger und der Steinzeit. Er will die Kenntnisse der Archäologie durch Nachbauten und Vorführungen lebendig vermitteln und ist als Spezialist in ganz Europa anerkannt. So baute Paulsen für das Wikinger Museum Haithabu unter anderem einen frühmittelalterlichen Webstuhl nach und einige spektakuläre Modelle. Zudem war er oft Berater wissenschaftlicher Fernsehproduktionen, zuletzt bei der deutschlandweit ausgestrahlten ARD-Serie »Zurück in die Steinzeit«.

Harm Paulsen bei der Flintbearbeitung

Bis zu seinem Ruhestand im Oktober 2009 war der gelernte Elektrotechniker Mitarbeiter des Archäologischen Landesmuseums Schloss Gottorf. Er überließ dem Museum und dem ZBSA seine Rohmaterialsammlung (Lithotek) als Dauerleihgabe, die nun für Lehrveranstaltungen genutzt wird, und steht den Wissenschaftlern von ZBSA und Museum noch häufig ehrenamtlich als Experimentalarchäologe zur Verfügung, um die theoretischen Fragestellungen von Steinzeit-Archäologen in der Praxis zu hinterfragen und aufzuklären.

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