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Juli 2009: Kooperationsvertrag mit der Universität Warschau

Gemeinsame Suche nach möglichen Ausgrabungsstätten im früheren Ostpreußen


Ein Ziel des Zentrums für Baltische und Skandinavische Archäologie (ZBSA) ist die fruchtbare internationale Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Institutionen im Nord- und Ostseeraum. Einen großen Schritt zu diesem Ziel unternahmen am 22. Juli 2009 Claus von Carnap-Bornheim, Direktor des ZBSA, und die Rektorin der Universität Warschau, Katarzyna Chałasinska-Macukow, indem sie einen Kooperationsvertrag unterzeichneten.
Seit einigen Jahren arbeiten die Schleswiger Forscher bereits mit ihren Kollegen aus der polnischen Hauptstadt zusammen und unterstützen sich gegenseitig in ihren Forschungsvorhaben. Jährlich reisen mehrere Warschauer Studenten nach Schleswig.
Nun soll das ZBSA diesen wissenschaftlichen Austausch noch enger zusammenbinden. Die Rektorin der Warschauer Universität, Physikprofessorin Chałasinska-Macukow, hat Schleswig drei Tage lang besucht. Dabei habe sie sich von der hohen Qualität der archäologischen Werkstätten auf der Schlossinsel überzeugen können, sagte sie. Carnap-Bornheim bezeichnete es als „Höhepunkt und schönen frühen Erfolg“, eine der größten Hochschulen Europas als Partner des neuen ZBSA gewonnen zu haben.
Ein besonderer Schatz im Archiv des Archäologischen Landesmuseums sind die Unterlagen über Feldforschungen und Ausgrabungen im früheren Ostpreußen, die teilweise noch aus dem 19. Jh. stammen. Die polnischen Forscher um Professor Wojciech Nowakowski, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Rates des Instituts für Archäologie in Warschau, interessieren sich vor allem für diese umfangreichen Bestände, von denen ein Großteil weder ausgewertet noch veröffentlicht ist. Hierzu zählen über 3500 Dokumente von Herbert Jankuhn, der sich mit der Siedlungsgeschichte seiner ostpreußischen Heimat beschäftigt hatte, bevor er in den 1930er Jahren Ausgrabungen in Haithabu übernahm.
Als ein Ziel der Zusammenarbeit sehen Nowakowski und der Gottorfer Archäologe Dr. Volker Hilberg gemeinsame Ausgrabungen in der ehemaligen Region Ostpreußen. Zuerst werden auf der Grundlage des Archivmaterials und weiterer Feldforschung Orte ausfindig gemacht, an denen neue Grabungen vielversprechend scheinen. In der heutigen russischen Region Kaliningrad arbeiten die Gottorfer Archäologen im Wiskiauten-Projekt schon seit Jahren mit den russischen Kollegen eng zusammen.
Das internationale Profil des ZBSA soll weiter ausgebaut werden. In Vorbereitung sind bereits Projekte in Dänemark und Schweden.

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