Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Sektionen
Benutzerspezifische Werkzeuge

Neu erschienen: Publikation "Goldsmith Mysteries"

— abgelegt unter:

Alexandra Pesch und Ruth Blankenfeldt (Hrsg.), Goldsmith Mysteries. Archaeological, pictorial and documentary evidence from the first millennium AD in northern Europe. Papers presented at a workshop organized by the Centre for Baltic and Scandinavian Archaeology (ZBSA), Schleswig, October 20th and 21st, 2011

Neu erschienen: Publikation "Goldsmith Mysteries"

Goldsmith Mysteries Cover

Der neue, zweisprachige ZBSA-Band beschäftigt sich mit den rätselhaften Gold- bzw. Feinschmieden und ihren Werkstätten im ersten nachchristlichen Jahrtausend. Obwohl deren Produkte, etwa Prunkfibeln, Schwertgriffe, Brakteaten oder Ringschmuck das Goldzeitalter im Norden charakterisieren und für die Kultur insbesondere durch die verwendete Bildersprache identitätsstiftend sind, galten Fragen nach der konkreten Lokalisierung und dem Aussehen der Werkstätten, nach den verwendeten Werkzeugen und Geräten, nach der Herkunft bzw. Ausbildung der Schmiede und vor allem auch dem Status der Schmiedemeister bisher weitgehend als ungeklärt. Daher fand zu diesem Thema im Oktober 2011 in Schleswig am ZBSA der von der Thyssen Stiftung geförderte „Workshop Workshop“ statt, auf dessen Vorträge die Beiträge des Bandes zurückgehen. Es wird eine grundlegende Darstellung des Standes der Forschung bezüglich der nordeuropäischen Schmiede im ersten nachchristlichen Jahrtausend geboten. Darüber hinaus werden aktuelle Forschungsansätze und zahlreiche neue Erkenntnisse präsentiert. Die inhaltlich aufeinander abgestimmten Beiträge zumeist namhafter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus sieben Ländern ergänzen sich, so dass der gesamte Themenbereich von verschiedenen Seiten beleuchtet wird und sich interessante Verbindungen und Synergien ergeben.

Der Band ist in vier inhaltliche Sektionen gegliedert. In der ersten Sektion ‘The elusive workshops’ greifen die Beiträge von Torsten Capelle (Münster), Nancy Wicker (Oxford, Mississippi) und Alexandra Pesch (Schleswig) grundsätzliche Fragestellungen auf und führen in die Thematik sowie den aktuellen Stand der Forschung ein.

Die zweite Sektion ‘Workshops in theory and cultural anthropology’ bearbeitet weitere elementare Aspekte: Charlotte Behr (London) diskutiert die allgemein hohe symbolische Bedeutung von Gold, Barbara Armbruster (Toulouse) erläutert das tatsächliche Aussehen von Goldschmiedewerkstätten von der Bronzezeit bis in das frühe Mittelalter und Iris Aufderhaar (Wilhelmshaven) legt dar, was von Goldschmieden grundsätzlich archäologisch im Boden erhalten bleiben könnte und wonach folglich bei Grabungen zu suchen wäre.

In der dritten und größten Sektion ‘Archaeological sources: from the Roman period to the Viking Age’ werden archäologische Funde und Befunde unter verschiedenen Fragestellungen beleuchtet: Wo lagen diese Werkstätten, wie sahen sie aus, welche Werkzeuge wurden genutzt, wer konnte Feinschmied werden und wie sah seine soziale Position aus? Günther Moosbauer (Osnabrück) und Hans-Ulrich Voß (Frankfurt/Main) betrachten römische und germanische Schmieden der Kaiserzeit im Hinblick auf Technologietransfer und ikonographischen Austausch zwischen den Völkern. Morten Axboe (Kopenhagen) stellt die hauptsächlich völkerwanderungszeitlichen Schmiedebefunde bzw. Indizien für Werkstätten auf den großen skandinavischen Zentralplätzen vor, welche in den letzten Jahrzehnten durch neue Forschungsmethoden bekannt geworden sind. Einen Überblick über die herausragenden Funde und Befunde von Helgö im Mälarsee gibt Kristina Lamm (Stockholm). Den bisher einzigen bekannten Befund einer vollständigen Schmiede der Völkerwanderungszeit präsentiert Eva Hjärtnar-Holdar (Uppsala) mit dem kürzlich ergrabenen Skeke in Uppland. Siv Kristoffersen (Stavanger) widmet sich einigen hochkarätigen Gold- und Silberfibeln und deren Verhältnis zu ihren Herstellern und Trägern; zudem bespricht sie den reichen norwegischen Grabfund von Vestly, in welchem ein hochrangiger Krieger mit diversen kostbaren Beigaben und mit Feinschmiedewerkzeugen bestattet ist. Schließlich stellen Heidemarie Eilbracht (Berlin) and Barbara Armbruster (Toulouse) wikingerzeitliche Funde und Befunde vor, welche als Vergleichsmaterial für die älteren Perioden von großem Wert sind und zahlreiche Aufschlüsse über Produktion, Handel und Vermittlung von Wissen geben.

In der vierten und letzten Sektion ‘Literary sources and pictures’ werden Text- und Bildquellen auf ihre Aussagekraft zu Werkstätten und den Lebensumständen der Schmiede untersucht. Die lateinischen Quellen der Merowingerzeit wertet Matthias Hardt (Leipzig) auch im Hinblick auf mögliche historische Vorbilder für die Wielandgeschichten aus. Auf die altisländischen Texte Skandinaviens in sprachlicher und inhaltlicher Hinsicht konzentriert sich Lydia Carstens (Schleswig), und Edith Marold (Kiel) stellt bisher wenig beachtete strukturelle Zusammenhänge zwischen Sagas, Volksmärchen und anderen Traditionen in Bezug auf Schmiedesagen her. Die umfangreichen Bilddenkmäler mit Schmiededarstellungen des ersten Jahrtausends im Norden wertet Sigmund Oehrl (Göttingen) aus, wobei ihm neue Beobachtungen gelingen.

Abgeschlossen wird der Band mit zusammenfassenden Betrachtungen durch Torsten Capelle (Münster), welche die Ergebnisse des „Workshop Workshops“ in Kurzform zugänglich machen, sowie mit einem Gesamtverzeichnis der zitierten Literatur. Für zukünftige Forschungen kann der Band mit seiner interdisziplinären Herangehensweise und ausführlichen Darstellung Basis und Anregung zu weiteren Diskussionen werden.

 

 

Inhaltsverzeichnis:

  

Alexandra Pesch and Ruth Blankenfeldt: A Golden October

Alexandra Pesch and Ruth Blankenfeldt: Some ancient mysteries on the subject of goldsmiths

 

The elusive smithies

Torsten Capelle: An insight into the goldsmith’s workshop

Nancy Wicker: The elusive smith

Alexandra Pesch: The goldsmith, his apprentice and the gods. A fairy tale

 

Workshops in theory and cultural anthropology

Charlotte Behr: The working of gold and its symbolic significance

Barbara Armbruster: Feinschmiedewerkzeuge vom Beginn der Metallurgie bis in die Römische Kaiserzeit

Iris Aufderhaar: What would a goldsmith’s workshop look like in theory?

 

Archaeological sources: Roman period to Viking Age

Hans-Ulrich Voß: Die Suche nach den namenlosen Meistern

Günther Moosbauer: Goldschmiedehandwerk im Römischen Kaiserreich

Morten Axboe: Late Roman and Migration Period sites in southern Scandinavia with archaeological evidence of the activity of gold and silver smiths

Kristina Lamm: Helgö as a goldsmiths’ workshop in Migration Period Sweden

Eva Hjärthner-Holdar: The metal workshop at Skeke in Uppland, Sweden

Siv Kristoffersen: Brooches, bracteates and a goldsmith’s grave

Heidemarie Eilbracht: Edelmetall in der Wikingerzeit: Die Werkstätten und ihr archäologisches Fundgut, mit einem Beitrag von Michal Baranski zum Neufund eines Pressmodels aus Gramzow

Barbara Armbruster: Wikingerzeitliches Goldschmiedehandwerk in Haithabu

 

Smiths in religion, literary sources and pictures

Bernhard Maier: Schmied und Schmiedehandwerk in der alteuropäischen Religionsgeschichte

Edith Marold: Mythische Schmiede in deutscher und skandinavischer Sagentradition

Lydia Carstens: Might and Magic: the smith in Old Norse literature

Matthias Hardt: Edelmetallschmiede in erzählenden Quellen der Völkerwanderungszeit und des frühen Mittelalters

Sigmund Oehrl: Bildliche Darstellungen vom Schmied Wieland und ein unerwarteter Auftritt in Walhall

Torsten Capelle: Final remarks and summary of the workshop

  

Schriften des Archäologischen Landesmuseums

Ergänzungsreihe Band 8

365 Seiten, Neumünster 2012

ISBN 978 3 529 01878 7

 

Zu beziehen über:

 

Wachholtz Verlag GmbH

www.wachholtz-verlag.de

E-mail: info@wachholtz-verlag.de

Artikelaktionen