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Sensationsfund – Birka-Drachenkopf im Hafen von Birkas Schwarzer Erde gefunden!

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Sensationsfund – Birka-Drachenkopf im Hafen von Birkas Schwarzer Erde gefunden!

Neufund aus Birka: Drachenkopf (Foto: A. Wendt)

Bei Ausgrabungen in der wikingerzeitlichen Frühstadt Birka, UNESCO-Welterbestätte und unweit von Stockholm gelegen, wurde ein Drachenkopf gefunden.

Drachenköpfe verkörpern die Kunst der Wikingerzeit wie kaum ein anderer Fund. Seit den neunziger Jahren ist der Birka-Drachenkopf mit seinen charakteristischen Locken ikonisches Symbol der Birkaforschung und verkörpert zugleich Birka selbst. Bislang war lediglich eine Specksteinform bekannt, mit dessen Hilfe solche Drachenköpfe gegossen wurden. Diese wurde bereits in den 1870er Jahren durch den schwedischen Archäologen Hjalmar Stolpe bei Ausgrabungen in dem ehemaligen Siedlungsareal gefunden.

Birka Drachenkopf altIm ehemaligen Hafenareal konnte nun erstmals ein solcher Bronzedrachenkopf gefunden werden, der nun unter Laborbedingungen konserviert werden wird. Die aktuellen archäologischen Untersuchungen im Frühjahr 2015 fokussieren auf das Hafenaral im Bereich von Birkas „Schwarzer Erde“, das bereits 1970/71 im Fokus der Untersuchungen des schwedischen Denkmalamtes RAÄ stand. Seit der Wikingerzeit (ca. 750-1050 n.Chr.) ist der Wasserspiegel des Mälarsees um etwa 5 Meter dramatisch gefallen, so dass sich heute der Großteil des ehemaligen Hafenareals an Land befindet. Bei den Untersuchungen der siebziger Jahre wurde eine von Birkas vielen Landebrücken angetroffen. Eine mächtige Steinpackung wurde ergraben, die einst zu einer mit Steinen gefüllten Holzkastenkonstruktion (Swed. „stenkista”) gehörte. Die Steinkistenkonstruktion wurde am ehemaligen Strand errichtet und stellt die Landfeste einer sonst hölzernen Brückenkonstruktion dar.Ausgrabungen in Birka 2015

Ziel der andauernden Grabungskampagne ist es, weitere Einblicke in die Anlage der hölzernen Pfahlkonstruktion der Landebrücke zu gewinnen und diese mit Hilfe der Dendrochronologie (Jahrringmethode) zu datieren. Die Resultate sollen mit denen von anderen frühurbanen Zentren der Wikingerzeit verglichen werden, unter denen Haithabu bei Schleswig eine besondere Bedeutung zukommt.
Das Projekt ist eine internationale Kooperation zwischen dem Archäologischen Forschungslabor (AFL; docent Lena Holmquist) an der Universität Stockholm und dem Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie (ZBSA; Dr. Sven Kalmring) in Schleswig.

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