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<oembed><version>1.0</version><provider_name>Centre for Baltic and Scandinavian Archaeology (ZBSA)</provider_name><provider_url>http://zbsa.eu/en</provider_url><author_name>Matthias Bolte</author_name><author_url>http://zbsa.eu/en/author/matthias-bolte/</author_url><title>M&#xE4;rz 2020 - Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie (ZBSA) &#x2014; Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie</title><type>rich</type><width>600</width><height>338</height><html>&lt;blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="71V8V3twNC"&gt;&lt;a href="http://zbsa.eu/en/maerz-2020/"&gt;March 2020&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;iframe sandbox="allow-scripts" security="restricted" src="http://zbsa.eu/en/maerz-2020/embed/#?secret=71V8V3twNC" width="600" height="338" title="&#x201C;M&#xE4;rz 2020&#x201D; &#x2014; Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie (ZBSA) &#x2014; Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie" data-secret="71V8V3twNC" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no" class="wp-embedded-content"&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;
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&lt;/script&gt;</html><description>Das Nordfriesische Watt Dr. Ruth Blankenfeldt Die K&#xFC;stenregion Nordfrieslands stellt einen geomorphologisch hoch dynamischen Naturraum dar und ist als Teil des UNESCO-Welterbes Wattenmeer unter Schutz gestellt. Zugleich handelt es sich auch um das Relikt einer untergegangenen Kulturlandschaft: Umwelteinfl&#xFC;sse wie Meeresspiegelschwankungen und St&#xFC;rme, aber auch Deichbau und k&#xFC;nstliche Landgewinnung ver&#xE4;nderten die Region in den letzten Jahrtausenden st&#xE4;ndig.Historische Hinterlassenschaften auf den Geest- und Marscheninseln sowie auf den Halligen sind relativ gut erschlossen. Die arch&#xE4;ologische Bearbeitung der ehemals besiedelten und bewirtschafteten Gebiete, die heute in K&#xFC;stenn&#xE4;he und durch den Gezeitenstrom mal &#xFC;ber und mal unter Wasser liegen, unterliegt jedoch anderen Faktoren als es bei &#xBB;normaler&#xAB; Festlandarch&#xE4;ologie der Fall ist.In einem interdisziplin&#xE4;ren Forschungsprojekt wird angestrebt, gro&#xDF;e Teile der Kulturlandschaft des Nordfriesischen Wattenmeers zu erfassen, zu vermessen und zu dokumentieren. Fragen &#xFC;ber die Entwicklung der heutigen K&#xFC;stenlandschaft stehen dabei ebenso im Fokus wie die Suche nach ehemaligen Siedlungslandschaften und Aussagen zu deren Ausdehnung und Nutzung. Die kartographische Dokumentation (geo-)arch&#xE4;ologischer Relikte stellt auch den Ausgangspunkt zur Bewertung des Erhaltungszustandes dar. Hierdurch sollen Pr&#xFC;fsteine erarbeitet werden, die den Archivcharakter der jeweiligen Wattfl&#xE4;chen umschreiben und auch definieren, wo bspw. aufgrund erh&#xF6;hter Gef&#xE4;hrdung durch Erosion oder &#xDC;berlagerung ein intensives Monitoring n&#xF6;tig sein wird.Das Forschungsvorhaben baut auf das 2015&#x2013;2018 im Rahmen des SPP 1630: H&#xE4;fen von der R&#xF6;mischen Kaiserzeit bis zum Mittelalter durch die DFG gef&#xF6;rderte Projekt &#xBB;Gewerbewurten und Geestrandh&#xE4;fen &#x2013; mittelalterliche Handelsh&#xE4;fen an der deutschen Nordseek&#xFC;ste&#xAB; auf. Hierbei durchgef&#xFC;hrte systematische geophysikalische Untersuchungen konnten erstmals in einem Teilbereich des Rungholtgebiets einen Abschnitt des mittelalterlichen Hauptdeiches samt Schleusenanlagen unter dicken Sandschichten lokalisieren und vermessen.2019 wurde ein Folgeantrag auf Forschungsf&#xF6;rderung bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft eingereicht. Federf&#xFC;hrend ist Dr. Hannah Hadler, Geographisches Institut der Johannes Gutenberg-Universit&#xE4;t Mainz. Ziel ist einerseits die Kombination geophysikalischer und geoarch&#xE4;ologischer Untersuchungen, zun&#xE4;chst vor allem im Umfeld des Handelsplatzes Rungholt. Diese Feldarbeiten werden von Mitarbeitern des Geographischen Instituts der Universit&#xE4;t Mainz sowie des Instituts f&#xFC;r Geowissenschaften der Christian-Albrechts-Universit&#xE4;t Kiel geplant und geleitet. Im Rahmen dieser Arbeiten werden j&#xE4;hrlich auch Gel&#xE4;ndepraktika f&#xFC;r Studierende beider Universit&#xE4;ten durchgef&#xFC;hrt. Auf dem acht Kilometer langen Fu&#xDF;weg zum Rungholtgebiet m&#xFC;ssen t&#xE4;glich umfangreiche Mess- und Arbeitsger&#xE4;te h&#xE4;ndisch transportiert werden (Foto: Ruth Blankenfeldt). Das bereits sehr erfolgreich im Watt erprobte moderne Spektrum aus Gel&#xE4;nde- und Labormethoden soll nun deutlich um historische und arch&#xE4;ologische Facetten erg&#xE4;nzt werden. Hierzu geh&#xF6;ren u. a. die digitale Aufarbeitung historischer Karten, Ortsakten und Fundberichte. Altes Material kann so auf modernen Kartierungen und Luftbildern abgebildet werden. Aufgrund der extrem dynamischen Prozesse im Zielgebiet ist die Verschneidung s&#xE4;mtlicher Materialien in einem GIS-Projekt dringend erforderlich. Auf lange Sicht ist diesem auch die stetig anwachsende Fundstellen-Datenbank des ALSH beizuf&#xFC;gen. Erst mit Bereitstellung dieses Werkzeuges sind f&#xFC;r Makro- sowie Mikroregionen Landschaftsentwicklungen abbildbar und auch aktuelle und kommende Ver&#xE4;nderungen zu bewerten. Die Luftbilder der letzten Jahre aus dem Rungholtareal zeigen etwa einen breiten Priel, der sich pro Jahr um mehrere Meter weiterbewegt und dessen Verlauf nicht nur nachvollziehbarer, sondern auch absehbarer vorhersehbar wird. J&#xFC;ngste Luftbilder aus dem Arbeitsgebiet zeigen allerdings auch die Entstehung eines neuen Priels, welcher nicht vorhersehbar war, aber vermutlich einen massiven Eingriff in das Untersuchungsgebiet haben wird. Mit ablaufendem Wasser werden im Rungholtgebiet Kulturspuren, wie der hier zu sehende Brunnen, sichtbar (Foto: Ruth Blankenfeldt). Zielgerichtete Ortsbegehungen sind ein wichtiger Bestandteil des Projektes. Durch das Arch&#xE4;ologische Landesamt Schleswig werden bereits seit vielen Jahren regelm&#xE4;&#xDF;ige Begehungen, wie bspw. nach den Winterst&#xFC;rmen oder aufgrund von Fundmeldungen, durchgef&#xFC;hrt. Prospektionen mit Metalldetektoren erbrachten dabei zus&#xE4;tzlich relevante Funde. Zuk&#xFC;nftig sind diese Aktionen in ausgew&#xE4;hlten Gebieten auszudehnen.Die M&#xF6;glichkeit einer systematischen Absuchung gr&#xF6;&#xDF;erer Bereiche des Wattenmeeres mit Metallsonden ist aufgrund des t&#xE4;glich geringen Zeitfensters nicht mit den Bedingungen an Land zu vergleichen. Das Auffinden mittelalterlicher Tracht- und Bewaffnungsbestandteile sowie weiterer aussagekr&#xE4;ftiger Metallkleinteile zeigt aber, dass diese Methode auch hier erfolgversprechend ist. Aufgrund der speziellen Bedingungen ist der Einsatz von Metalldetektoren durch sehr gut geschultes Personal n&#xF6;tig. Neben den Mitarbeitern des Arch&#xE4;ologischen Landesamtes sind hier die zertifizierten Mitglieder der Detektorengruppe Schleswig-Holstein zu nennen, die als absolute Profis an ihren Ger&#xE4;ten bezeichnet werden k&#xF6;nnen und somit sicherlich die optimale Ausnutzung der zur Verf&#xFC;gung stehenden Zeit in einem Untersuchungsgebiet gew&#xE4;hrleisten. Die Umst&#xE4;nde im Wattenmeer stellen den Detektorg&#xE4;nger und sein Ger&#xE4;t vor besondere Herausforderungen (Foto: Ruth Blankenfeldt). Die stetig verbesserten Messmethoden der geophysikalischen und geoarch&#xE4;ologischen Wissenschaften bewirken auch ein st&#xE4;ndiges Anwachsen neuer Fundstellen. 2019 wurde bspw. bei einer zweit&#xE4;gigen Aktion bei Nordstrand durch Geomagnetik eine Ansammlung ehemaliger Wurten abgebildet, die bis dahin unbekannt waren. S&#xE4;mtliche bereits bekannten sowie neuen Daten sollen durch eine Langzeitarchivierungsstrategie der Nachwelt zur Verf&#xFC;gung stehen. F&#xFC;r diesen arch&#xE4;ologischen Teil sind das Arch&#xE4;ologische Landesamt Schleswig als Obere Denkmalbeh&#xF6;rde sowie nun auch das ZBSA verantwortlich. Typische Keramikformen wie dieser zerscherbte Friesenpott werden zahlreich im Rungholtgebiet freigesp&#xFC;lt (Foto: Ruth Blankenfeldt). Neben der Untersuchung bestimmter Regionen wie z. B. das Areal um den mittelalterlichen Handelsplatz Rungholt sowie der Archivierung s&#xE4;mtlicher Funde und Fundbereiche sind zuk&#xFC;nftig Fragestellungen zu erarbeiten, welche auf gro&#xDF;r&#xE4;umige Gebiete im nordfriesischen Watt sowie auf weitreichendere chronologische Zusammenh&#xE4;nge anwendbar sind. Denn trotz aller Faszination, die der Untergang von Rungholt in der verheerenden Sturmflutnacht am 16. Januar 1362 auch heute noch aus&#xFC;bt, hat das im Weltnaturerbe Wattenmeer gelegene nordfriesische Watt ein arch&#xE4;ologisch weitaus gr&#xF6;&#xDF;eres Potenzial. Vom steinzeitlichen Ger&#xE4;t &#xFC;ber Schiffsreste unterschiedlicher Zeitstellung bis zu neuzeitlich untergegangenen Siedlungs- und Wirtschaftsgebieten ergibt sich hier ein vielf&#xE4;ltiges Kaleidoskop menschlicher Hinterlassenschaften und f&#xFC;r das gemeinsame Forschungsvorhaben von dem Geographischen Institut der Johannes Gutenberg-Universit&#xE4;t Mainz, dem Institut f&#xFC;r Geowissenschaften der Christian-Albrechts-Universit&#xE4;t Kiel, dem Arch&#xE4;ologischen Landesamt Schleswig sowie dem ZBSA somit vielf&#xE4;ltiges Potenzial zuk&#xFC;nftiger Forschungen. Ein Pferdesch&#xE4;del &#x2013; vermutlich ein w&#xE4;hrend der gro&#xDF;en Mandr&#xE4;nke ertrunkenes Tier (Foto: Ruth Blankenfeldt).</description><thumbnail_url>https://zbsa.eu/wp-content/uploads/2021/03/zbsa-4.jpg</thumbnail_url></oembed>
