{"id":1007,"date":"2021-03-03T10:08:37","date_gmt":"2021-03-03T09:08:37","guid":{"rendered":"https:\/\/zbsa.eu\/?p=1007"},"modified":"2021-03-03T10:12:28","modified_gmt":"2021-03-03T09:12:28","slug":"maerz-2020","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/zbsa.eu\/en\/maerz-2020\/","title":{"rendered":"March 2020"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Nordfriesische Watt<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Ruth Blankenfeldt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die K\u00fcstenregion Nordfrieslands stellt einen geomorphologisch hoch dynamischen Naturraum dar und ist als Teil des UNESCO-Welterbes Wattenmeer unter Schutz gestellt. Zugleich handelt es sich auch um das Relikt einer untergegangenen Kulturlandschaft: Umwelteinfl\u00fcsse wie Meeresspiegelschwankungen und St\u00fcrme, aber auch Deichbau und k\u00fcnstliche Landgewinnung ver\u00e4nderten die Region in den letzten Jahrtausenden st\u00e4ndig.<br>Historische Hinterlassenschaften auf den Geest- und Marscheninseln sowie auf den Halligen sind relativ gut erschlossen. Die arch\u00e4ologische Bearbeitung der ehemals besiedelten und bewirtschafteten Gebiete, die heute in K\u00fcstenn\u00e4he und durch den Gezeitenstrom mal \u00fcber und mal unter Wasser liegen, unterliegt jedoch anderen Faktoren als es bei \u00bbnormaler\u00ab Festlandarch\u00e4ologie der Fall ist.<br>In einem interdisziplin\u00e4ren Forschungsprojekt wird angestrebt, gro\u00dfe Teile der Kulturlandschaft des Nordfriesischen Wattenmeers zu erfassen, zu vermessen und zu dokumentieren. Fragen \u00fcber die Entwicklung der heutigen K\u00fcstenlandschaft stehen dabei ebenso im Fokus wie die Suche nach ehemaligen Siedlungslandschaften und Aussagen zu deren Ausdehnung und Nutzung. Die kartographische Dokumentation (geo-)arch\u00e4ologischer Relikte stellt auch den Ausgangspunkt zur Bewertung des Erhaltungszustandes dar. Hierdurch sollen Pr\u00fcfsteine erarbeitet werden, die den Archivcharakter der jeweiligen Wattfl\u00e4chen umschreiben und auch definieren, wo bspw. aufgrund erh\u00f6hter Gef\u00e4hrdung durch Erosion oder \u00dcberlagerung ein intensives Monitoring n\u00f6tig sein wird.<br>Das Forschungsvorhaben baut auf das 2015\u20132018 im Rahmen des SPP 1630: H\u00e4fen von der R\u00f6mischen Kaiserzeit bis zum Mittelalter durch die DFG gef\u00f6rderte Projekt \u00bbGewerbewurten und Geestrandh\u00e4fen \u2013 mittelalterliche Handelsh\u00e4fen an der deutschen Nordseek\u00fcste\u00ab auf. Hierbei durchgef\u00fchrte systematische geophysikalische Untersuchungen konnten erstmals in einem Teilbereich des Rungholtgebiets einen Abschnitt des mittelalterlichen Hauptdeiches samt Schleusenanlagen unter dicken Sandschichten lokalisieren und vermessen.<br>2019 wurde ein Folgeantrag auf Forschungsf\u00f6rderung bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft eingereicht. Federf\u00fchrend ist Dr. Hannah Hadler, Geographisches Institut der Johannes Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz. Ziel ist einerseits die Kombination geophysikalischer und geoarch\u00e4ologischer Untersuchungen, zun\u00e4chst vor allem im Umfeld des Handelsplatzes Rungholt. Diese Feldarbeiten werden von Mitarbeitern des Geographischen Instituts der Universit\u00e4t Mainz sowie des Instituts f\u00fcr Geowissenschaften der Christian-Albrechts-Universit\u00e4t Kiel geplant und geleitet. Im Rahmen dieser Arbeiten werden j\u00e4hrlich auch Gel\u00e4ndepraktika f\u00fcr Studierende beider Universit\u00e4ten durchgef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"850\" height=\"637\" class=\"wp-image-1014\" style=\"width: px;\" src=\"https:\/\/zbsa.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/zbsa-4.jpg\" alt=\"Auf dem acht Kilometer langen Fu\u00dfweg zum Rungholtgebiet m\u00fcssen t\u00e4glich umfangreiche Mess- und Arbeitsger\u00e4te h\u00e4ndisch transportiert werden (Foto: Ruth Blankenfeldt).\">Auf dem acht Kilometer langen Fu\u00dfweg zum Rungholtgebiet m\u00fcssen t\u00e4glich umfangreiche Mess- und Arbeitsger\u00e4te h\u00e4ndisch transportiert werden (Foto: Ruth Blankenfeldt).<\/p>\n\n\n\n<p>Das bereits sehr erfolgreich im Watt erprobte moderne Spektrum aus Gel\u00e4nde- und Labormethoden soll nun deutlich um historische und arch\u00e4ologische Facetten erg\u00e4nzt werden. Hierzu geh\u00f6ren u. a. die digitale Aufarbeitung historischer Karten, Ortsakten und Fundberichte. Altes Material kann so auf modernen Kartierungen und Luftbildern abgebildet werden. Aufgrund der extrem dynamischen Prozesse im Zielgebiet ist die Verschneidung s\u00e4mtlicher Materialien in einem GIS-Projekt dringend erforderlich. Auf lange Sicht ist diesem auch die stetig anwachsende Fundstellen-Datenbank des ALSH beizuf\u00fcgen. Erst mit Bereitstellung dieses Werkzeuges sind f\u00fcr Makro- sowie Mikroregionen Landschaftsentwicklungen abbildbar und auch aktuelle und kommende Ver\u00e4nderungen zu bewerten. Die Luftbilder der letzten Jahre aus dem Rungholtareal zeigen etwa einen breiten Priel, der sich pro Jahr um mehrere Meter weiterbewegt und dessen Verlauf nicht nur nachvollziehbarer, sondern auch absehbarer vorhersehbar wird. J\u00fcngste Luftbilder aus dem Arbeitsgebiet zeigen allerdings auch die Entstehung eines neuen Priels, welcher nicht vorhersehbar war, aber vermutlich einen massiven Eingriff in das Untersuchungsgebiet haben wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><img decoding=\"async\" width=\"850\" height=\"508\" class=\"wp-image-1009\" style=\"width: px;\" src=\"https:\/\/zbsa.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/zbsa-1.jpg\" alt=\"Mit ablaufendem Wasser werden im Rungholtgebiet Kulturspuren, wie der hier zu sehende Brunnen, sichtbar (Foto: Ruth Blankenfeldt).\">Mit ablaufendem Wasser werden im Rungholtgebiet Kulturspuren, wie der hier zu sehende Brunnen, sichtbar (Foto: Ruth Blankenfeldt).<\/p>\n\n\n\n<p>Zielgerichtete Ortsbegehungen sind ein wichtiger Bestandteil des Projektes. Durch das Arch\u00e4ologische Landesamt Schleswig werden bereits seit vielen Jahren regelm\u00e4\u00dfige Begehungen, wie bspw. nach den Winterst\u00fcrmen oder aufgrund von Fundmeldungen, durchgef\u00fchrt. Prospektionen mit Metalldetektoren erbrachten dabei zus\u00e4tzlich relevante Funde. Zuk\u00fcnftig sind diese Aktionen in ausgew\u00e4hlten Gebieten auszudehnen.<br>Die M\u00f6glichkeit einer systematischen Absuchung gr\u00f6\u00dferer Bereiche des Wattenmeeres mit Metallsonden ist aufgrund des t\u00e4glich geringen Zeitfensters nicht mit den Bedingungen an Land zu vergleichen. Das Auffinden mittelalterlicher Tracht- und Bewaffnungsbestandteile sowie weiterer aussagekr\u00e4ftiger Metallkleinteile zeigt aber, dass diese Methode auch hier erfolgversprechend ist. Aufgrund der speziellen Bedingungen ist der Einsatz von Metalldetektoren durch sehr gut geschultes Personal n\u00f6tig. Neben den Mitarbeitern des Arch\u00e4ologischen Landesamtes sind hier die zertifizierten Mitglieder der Detektorengruppe Schleswig-Holstein zu nennen, die als absolute Profis an ihren Ger\u00e4ten bezeichnet werden k\u00f6nnen und somit sicherlich die optimale Ausnutzung der zur Verf\u00fcgung stehenden Zeit in einem Untersuchungsgebiet gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><img decoding=\"async\" width=\"850\" height=\"638\" class=\"wp-image-1008\" style=\"width: px;\" src=\"https:\/\/zbsa.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/bsa.jpg\" alt=\"Die Umst\u00e4nde im Wattenmeer stellen den Detektorg\u00e4nger und sein Ger\u00e4t vor besondere Herausforderungen (Foto: Ruth Blankenfeldt).\">Die Umst\u00e4nde im Wattenmeer stellen den Detektorg\u00e4nger und sein Ger\u00e4t vor besondere Herausforderungen (Foto: Ruth Blankenfeldt).<\/p>\n\n\n\n<p>Die stetig verbesserten Messmethoden der geophysikalischen und geoarch\u00e4ologischen Wissenschaften bewirken auch ein st\u00e4ndiges Anwachsen neuer Fundstellen. 2019 wurde bspw. bei einer zweit\u00e4gigen Aktion bei Nordstrand durch Geomagnetik eine Ansammlung ehemaliger Wurten abgebildet, die bis dahin unbekannt waren. S\u00e4mtliche bereits bekannten sowie neuen Daten sollen durch eine Langzeitarchivierungsstrategie der Nachwelt zur Verf\u00fcgung stehen. F\u00fcr diesen arch\u00e4ologischen Teil sind das Arch\u00e4ologische Landesamt Schleswig als Obere Denkmalbeh\u00f6rde sowie nun auch das ZBSA verantwortlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"850\" height=\"638\" class=\"wp-image-1011\" style=\"width: px;\" src=\"https:\/\/zbsa.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/zbsa-3.jpg\" alt=\"Typische Keramikformen wie dieser zerscherbte Friesenpott werden zahlreich im Rungholtgebiet freigesp\u00fclt (Foto: Ruth Blankenfeldt).\">Typische Keramikformen wie dieser zerscherbte Friesenpott werden zahlreich im Rungholtgebiet freigesp\u00fclt (Foto: Ruth Blankenfeldt).<\/p>\n\n\n\n<p>Neben der Untersuchung bestimmter Regionen wie z. B. das Areal um den mittelalterlichen Handelsplatz Rungholt sowie der Archivierung s\u00e4mtlicher Funde und Fundbereiche sind zuk\u00fcnftig Fragestellungen zu erarbeiten, welche auf gro\u00dfr\u00e4umige Gebiete im nordfriesischen Watt sowie auf weitreichendere chronologische Zusammenh\u00e4nge anwendbar sind. Denn trotz aller Faszination, die der Untergang von Rungholt in der verheerenden Sturmflutnacht am 16. Januar 1362 auch heute noch aus\u00fcbt, hat das im Weltnaturerbe Wattenmeer gelegene nordfriesische Watt ein arch\u00e4ologisch weitaus gr\u00f6\u00dferes Potenzial. Vom steinzeitlichen Ger\u00e4t \u00fcber Schiffsreste unterschiedlicher Zeitstellung bis zu neuzeitlich untergegangenen Siedlungs- und Wirtschaftsgebieten ergibt sich hier ein vielf\u00e4ltiges Kaleidoskop menschlicher Hinterlassenschaften und f\u00fcr das gemeinsame Forschungsvorhaben von dem Geographischen Institut der Johannes Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz, dem Institut f\u00fcr Geowissenschaften der Christian-Albrechts-Universit\u00e4t Kiel, dem Arch\u00e4ologischen Landesamt Schleswig sowie dem ZBSA somit vielf\u00e4ltiges Potenzial zuk\u00fcnftiger Forschungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"850\" height=\"452\" class=\"wp-image-1010\" style=\"width: px;\" src=\"https:\/\/zbsa.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/zbsa-2.jpg\" alt=\"Ein Pferdesch\u00e4del \u2013 vermutlich ein w\u00e4hrend der gro\u00dfen Mandr\u00e4nke ertrunkenes Tier (Foto: Ruth Blankenfeldt).\">Ein Pferdesch\u00e4del \u2013 vermutlich ein w\u00e4hrend der gro\u00dfen Mandr\u00e4nke ertrunkenes Tier (Foto: Ruth Blankenfeldt).<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Nordfriesische Watt Dr. Ruth Blankenfeldt Die K\u00fcstenregion Nordfrieslands stellt einen geomorphologisch hoch dynamischen Naturraum dar und ist als Teil des UNESCO-Welterbes Wattenmeer unter Schutz gestellt. 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Die Luftbilder der letzten Jahre aus dem Rungholtareal zeigen etwa einen breiten Priel, der sich pro Jahr um mehrere Meter weiterbewegt und dessen Verlauf nicht nur nachvollziehbarer, sondern auch absehbarer vorhersehbar wird. J\u00fcngste Luftbilder aus dem Arbeitsgebiet zeigen allerdings auch die Entstehung eines neuen Priels, welcher nicht vorhersehbar war, aber vermutlich einen massiven Eingriff in das Untersuchungsgebiet haben wird. Mit ablaufendem Wasser werden im Rungholtgebiet Kulturspuren, wie der hier zu sehende Brunnen, sichtbar (Foto: Ruth Blankenfeldt). Zielgerichtete Ortsbegehungen sind ein wichtiger Bestandteil des Projektes. Durch das Arch\u00e4ologische Landesamt Schleswig werden bereits seit vielen Jahren regelm\u00e4\u00dfige Begehungen, wie bspw. nach den Winterst\u00fcrmen oder aufgrund von Fundmeldungen, durchgef\u00fchrt. Prospektionen mit Metalldetektoren erbrachten dabei zus\u00e4tzlich relevante Funde. 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Die Umst\u00e4nde im Wattenmeer stellen den Detektorg\u00e4nger und sein Ger\u00e4t vor besondere Herausforderungen (Foto: Ruth Blankenfeldt). Die stetig verbesserten Messmethoden der geophysikalischen und geoarch\u00e4ologischen Wissenschaften bewirken auch ein st\u00e4ndiges Anwachsen neuer Fundstellen. 2019 wurde bspw. bei einer zweit\u00e4gigen Aktion bei Nordstrand durch Geomagnetik eine Ansammlung ehemaliger Wurten abgebildet, die bis dahin unbekannt waren. S\u00e4mtliche bereits bekannten sowie neuen Daten sollen durch eine Langzeitarchivierungsstrategie der Nachwelt zur Verf\u00fcgung stehen. F\u00fcr diesen arch\u00e4ologischen Teil sind das Arch\u00e4ologische Landesamt Schleswig als Obere Denkmalbeh\u00f6rde sowie nun auch das ZBSA verantwortlich. Typische Keramikformen wie dieser zerscherbte Friesenpott werden zahlreich im Rungholtgebiet freigesp\u00fclt (Foto: Ruth Blankenfeldt). Neben der Untersuchung bestimmter Regionen wie z. B. das Areal um den mittelalterlichen Handelsplatz Rungholt sowie der Archivierung s\u00e4mtlicher Funde und Fundbereiche sind zuk\u00fcnftig Fragestellungen zu erarbeiten, welche auf gro\u00dfr\u00e4umige Gebiete im nordfriesischen Watt sowie auf weitreichendere chronologische Zusammenh\u00e4nge anwendbar sind. Denn trotz aller Faszination, die der Untergang von Rungholt in der verheerenden Sturmflutnacht am 16. Januar 1362 auch heute noch aus\u00fcbt, hat das im Weltnaturerbe Wattenmeer gelegene nordfriesische Watt ein arch\u00e4ologisch weitaus gr\u00f6\u00dferes Potenzial. 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Ein Pferdesch\u00e4del \u2013 vermutlich ein w\u00e4hrend der gro\u00dfen Mandr\u00e4nke ertrunkenes Tier (Foto: Ruth Blankenfeldt).<\/p>","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_eb_attr":"","inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[37,35],"tags":[],"class_list":["post-1007","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kalenderblaetter-2020","category-kalenderblatt"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v24.4 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>M\u00e4rz 2020 - Zentrum f\u00fcr Baltische und Skandinavische Arch\u00e4ologie (ZBSA) \u2014 Zentrum f\u00fcr Baltische und Skandinavische Arch\u00e4ologie<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/zbsa.eu\/en\/maerz-2020\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_GB\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"M\u00e4rz 2020 - Zentrum f\u00fcr Baltische und Skandinavische Arch\u00e4ologie (ZBSA) \u2014 Zentrum f\u00fcr Baltische und Skandinavische Arch\u00e4ologie\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Das Nordfriesische Watt Dr. Ruth Blankenfeldt Die K\u00fcstenregion Nordfrieslands stellt einen geomorphologisch hoch dynamischen Naturraum dar und ist als Teil des UNESCO-Welterbes Wattenmeer unter Schutz gestellt. 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Fragen \u00fcber die Entwicklung der heutigen K\u00fcstenlandschaft stehen dabei ebenso im Fokus wie die Suche nach ehemaligen Siedlungslandschaften und Aussagen zu deren Ausdehnung und Nutzung. Die kartographische Dokumentation (geo-)arch\u00e4ologischer Relikte stellt auch den Ausgangspunkt zur Bewertung des Erhaltungszustandes dar. Hierdurch sollen Pr\u00fcfsteine erarbeitet werden, die den Archivcharakter der jeweiligen Wattfl\u00e4chen umschreiben und auch definieren, wo bspw. aufgrund erh\u00f6hter Gef\u00e4hrdung durch Erosion oder \u00dcberlagerung ein intensives Monitoring n\u00f6tig sein wird.Das Forschungsvorhaben baut auf das 2015\u20132018 im Rahmen des SPP 1630: H\u00e4fen von der R\u00f6mischen Kaiserzeit bis zum Mittelalter durch die DFG gef\u00f6rderte Projekt \u00bbGewerbewurten und Geestrandh\u00e4fen \u2013 mittelalterliche Handelsh\u00e4fen an der deutschen Nordseek\u00fcste\u00ab auf. 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Auf dem acht Kilometer langen Fu\u00dfweg zum Rungholtgebiet m\u00fcssen t\u00e4glich umfangreiche Mess- und Arbeitsger\u00e4te h\u00e4ndisch transportiert werden (Foto: Ruth Blankenfeldt). Das bereits sehr erfolgreich im Watt erprobte moderne Spektrum aus Gel\u00e4nde- und Labormethoden soll nun deutlich um historische und arch\u00e4ologische Facetten erg\u00e4nzt werden. Hierzu geh\u00f6ren u. a. die digitale Aufarbeitung historischer Karten, Ortsakten und Fundberichte. Altes Material kann so auf modernen Kartierungen und Luftbildern abgebildet werden. Aufgrund der extrem dynamischen Prozesse im Zielgebiet ist die Verschneidung s\u00e4mtlicher Materialien in einem GIS-Projekt dringend erforderlich. Auf lange Sicht ist diesem auch die stetig anwachsende Fundstellen-Datenbank des ALSH beizuf\u00fcgen. Erst mit Bereitstellung dieses Werkzeuges sind f\u00fcr Makro- sowie Mikroregionen Landschaftsentwicklungen abbildbar und auch aktuelle und kommende Ver\u00e4nderungen zu bewerten. 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Zugleich handelt es sich auch um das Relikt einer untergegangenen Kulturlandschaft: Umwelteinfl\u00fcsse wie Meeresspiegelschwankungen und St\u00fcrme, aber auch Deichbau und k\u00fcnstliche Landgewinnung ver\u00e4nderten die Region in den letzten Jahrtausenden st\u00e4ndig.Historische Hinterlassenschaften auf den Geest- und Marscheninseln sowie auf den Halligen sind relativ gut erschlossen. Die arch\u00e4ologische Bearbeitung der ehemals besiedelten und bewirtschafteten Gebiete, die heute in K\u00fcstenn\u00e4he und durch den Gezeitenstrom mal \u00fcber und mal unter Wasser liegen, unterliegt jedoch anderen Faktoren als es bei \u00bbnormaler\u00ab Festlandarch\u00e4ologie der Fall ist.In einem interdisziplin\u00e4ren Forschungsprojekt wird angestrebt, gro\u00dfe Teile der Kulturlandschaft des Nordfriesischen Wattenmeers zu erfassen, zu vermessen und zu dokumentieren. 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Hierbei durchgef\u00fchrte systematische geophysikalische Untersuchungen konnten erstmals in einem Teilbereich des Rungholtgebiets einen Abschnitt des mittelalterlichen Hauptdeiches samt Schleusenanlagen unter dicken Sandschichten lokalisieren und vermessen.2019 wurde ein Folgeantrag auf Forschungsf\u00f6rderung bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft eingereicht. Federf\u00fchrend ist Dr. Hannah Hadler, Geographisches Institut der Johannes Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz. Ziel ist einerseits die Kombination geophysikalischer und geoarch\u00e4ologischer Untersuchungen, zun\u00e4chst vor allem im Umfeld des Handelsplatzes Rungholt. Diese Feldarbeiten werden von Mitarbeitern des Geographischen Instituts der Universit\u00e4t Mainz sowie des Instituts f\u00fcr Geowissenschaften der Christian-Albrechts-Universit\u00e4t Kiel geplant und geleitet. Im Rahmen dieser Arbeiten werden j\u00e4hrlich auch Gel\u00e4ndepraktika f\u00fcr Studierende beider Universit\u00e4ten durchgef\u00fchrt. Auf dem acht Kilometer langen Fu\u00dfweg zum Rungholtgebiet m\u00fcssen t\u00e4glich umfangreiche Mess- und Arbeitsger\u00e4te h\u00e4ndisch transportiert werden (Foto: Ruth Blankenfeldt). Das bereits sehr erfolgreich im Watt erprobte moderne Spektrum aus Gel\u00e4nde- und Labormethoden soll nun deutlich um historische und arch\u00e4ologische Facetten erg\u00e4nzt werden. Hierzu geh\u00f6ren u. a. die digitale Aufarbeitung historischer Karten, Ortsakten und Fundberichte. Altes Material kann so auf modernen Kartierungen und Luftbildern abgebildet werden. Aufgrund der extrem dynamischen Prozesse im Zielgebiet ist die Verschneidung s\u00e4mtlicher Materialien in einem GIS-Projekt dringend erforderlich. Auf lange Sicht ist diesem auch die stetig anwachsende Fundstellen-Datenbank des ALSH beizuf\u00fcgen. Erst mit Bereitstellung dieses Werkzeuges sind f\u00fcr Makro- sowie Mikroregionen Landschaftsentwicklungen abbildbar und auch aktuelle und kommende Ver\u00e4nderungen zu bewerten. 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Zuk\u00fcnftig sind diese Aktionen in ausgew\u00e4hlten Gebieten auszudehnen.Die M\u00f6glichkeit einer systematischen Absuchung gr\u00f6\u00dferer Bereiche des Wattenmeeres mit Metallsonden ist aufgrund des t\u00e4glich geringen Zeitfensters nicht mit den Bedingungen an Land zu vergleichen. Das Auffinden mittelalterlicher Tracht- und Bewaffnungsbestandteile sowie weiterer aussagekr\u00e4ftiger Metallkleinteile zeigt aber, dass diese Methode auch hier erfolgversprechend ist. Aufgrund der speziellen Bedingungen ist der Einsatz von Metalldetektoren durch sehr gut geschultes Personal n\u00f6tig. Neben den Mitarbeitern des Arch\u00e4ologischen Landesamtes sind hier die zertifizierten Mitglieder der Detektorengruppe Schleswig-Holstein zu nennen, die als absolute Profis an ihren Ger\u00e4ten bezeichnet werden k\u00f6nnen und somit sicherlich die optimale Ausnutzung der zur Verf\u00fcgung stehenden Zeit in einem Untersuchungsgebiet gew\u00e4hrleisten. 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Fragen \u00fcber die Entwicklung der heutigen K\u00fcstenlandschaft stehen dabei ebenso im Fokus wie die Suche nach ehemaligen Siedlungslandschaften und Aussagen zu deren Ausdehnung und Nutzung. Die kartographische Dokumentation (geo-)arch\u00e4ologischer Relikte stellt auch den Ausgangspunkt zur Bewertung des Erhaltungszustandes dar. Hierdurch sollen Pr\u00fcfsteine erarbeitet werden, die den Archivcharakter der jeweiligen Wattfl\u00e4chen umschreiben und auch definieren, wo bspw. aufgrund erh\u00f6hter Gef\u00e4hrdung durch Erosion oder \u00dcberlagerung ein intensives Monitoring n\u00f6tig sein wird.<br \/>Das Forschungsvorhaben baut auf das 2015\u20132018 im Rahmen des SPP 1630: H\u00e4fen von der R\u00f6mischen Kaiserzeit bis zum Mittelalter durch die DFG gef\u00f6rderte Projekt \u00bbGewerbewurten und Geestrandh\u00e4fen \u2013 mittelalterliche Handelsh\u00e4fen an der deutschen Nordseek\u00fcste\u00ab auf. Hierbei durchgef\u00fchrte systematische geophysikalische Untersuchungen konnten erstmals in einem Teilbereich des Rungholtgebiets einen Abschnitt des mittelalterlichen Hauptdeiches samt Schleusenanlagen unter dicken Sandschichten lokalisieren und vermessen.<br \/>2019 wurde ein Folgeantrag auf Forschungsf\u00f6rderung bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft eingereicht. Federf\u00fchrend ist Dr. Hannah Hadler, Geographisches Institut der Johannes Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz. Ziel ist einerseits die Kombination geophysikalischer und geoarch\u00e4ologischer Untersuchungen, zun\u00e4chst vor allem im Umfeld des Handelsplatzes Rungholt. Diese Feldarbeiten werden von Mitarbeitern des Geographischen Instituts der Universit\u00e4t Mainz sowie des Instituts f\u00fcr Geowissenschaften der Christian-Albrechts-Universit\u00e4t Kiel geplant und geleitet. Im Rahmen dieser Arbeiten werden j\u00e4hrlich auch Gel\u00e4ndepraktika f\u00fcr Studierende beider Universit\u00e4ten durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph {\"fontSize\":\"small\"} --><\/p>\n<p class=\"has-small-font-size\"><img width=\"850\" height=\"637\" class=\"wp-image-1014\" style=\"width: px\" src=\"https:\/\/zbsa.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/zbsa-4.jpg\" alt=\"Auf dem acht Kilometer langen Fu\u00dfweg zum Rungholtgebiet m\u00fcssen t\u00e4glich umfangreiche Mess- und Arbeitsger\u00e4te h\u00e4ndisch transportiert werden (Foto: Ruth Blankenfeldt).\">Auf dem acht Kilometer langen Fu\u00dfweg zum Rungholtgebiet m\u00fcssen t\u00e4glich umfangreiche Mess- und Arbeitsger\u00e4te h\u00e4ndisch transportiert werden (Foto: Ruth Blankenfeldt).<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p>Das bereits sehr erfolgreich im Watt erprobte moderne Spektrum aus Gel\u00e4nde- und Labormethoden soll nun deutlich um historische und arch\u00e4ologische Facetten erg\u00e4nzt werden. Hierzu geh\u00f6ren u. a. die digitale Aufarbeitung historischer Karten, Ortsakten und Fundberichte. Altes Material kann so auf modernen Kartierungen und Luftbildern abgebildet werden. Aufgrund der extrem dynamischen Prozesse im Zielgebiet ist die Verschneidung s\u00e4mtlicher Materialien in einem GIS-Projekt dringend erforderlich. Auf lange Sicht ist diesem auch die stetig anwachsende Fundstellen-Datenbank des ALSH beizuf\u00fcgen. Erst mit Bereitstellung dieses Werkzeuges sind f\u00fcr Makro- sowie Mikroregionen Landschaftsentwicklungen abbildbar und auch aktuelle und kommende Ver\u00e4nderungen zu bewerten. Die Luftbilder der letzten Jahre aus dem Rungholtareal zeigen etwa einen breiten Priel, der sich pro Jahr um mehrere Meter weiterbewegt und dessen Verlauf nicht nur nachvollziehbarer, sondern auch absehbarer vorhersehbar wird. J\u00fcngste Luftbilder aus dem Arbeitsgebiet zeigen allerdings auch die Entstehung eines neuen Priels, welcher nicht vorhersehbar war, aber vermutlich einen massiven Eingriff in das Untersuchungsgebiet haben wird.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph {\"fontSize\":\"small\"} --><\/p>\n<p class=\"has-small-font-size\"><img width=\"850\" height=\"508\" class=\"wp-image-1009\" style=\"width: px\" src=\"https:\/\/zbsa.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/zbsa-1.jpg\" alt=\"Mit ablaufendem Wasser werden im Rungholtgebiet Kulturspuren, wie der hier zu sehende Brunnen, sichtbar (Foto: Ruth Blankenfeldt).\">Mit ablaufendem Wasser werden im Rungholtgebiet Kulturspuren, wie der hier zu sehende Brunnen, sichtbar (Foto: Ruth Blankenfeldt).<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p>Zielgerichtete Ortsbegehungen sind ein wichtiger Bestandteil des Projektes. Durch das Arch\u00e4ologische Landesamt Schleswig werden bereits seit vielen Jahren regelm\u00e4\u00dfige Begehungen, wie bspw. nach den Winterst\u00fcrmen oder aufgrund von Fundmeldungen, durchgef\u00fchrt. Prospektionen mit Metalldetektoren erbrachten dabei zus\u00e4tzlich relevante Funde. Zuk\u00fcnftig sind diese Aktionen in ausgew\u00e4hlten Gebieten auszudehnen.<br \/>Die M\u00f6glichkeit einer systematischen Absuchung gr\u00f6\u00dferer Bereiche des Wattenmeeres mit Metallsonden ist aufgrund des t\u00e4glich geringen Zeitfensters nicht mit den Bedingungen an Land zu vergleichen. Das Auffinden mittelalterlicher Tracht- und Bewaffnungsbestandteile sowie weiterer aussagekr\u00e4ftiger Metallkleinteile zeigt aber, dass diese Methode auch hier erfolgversprechend ist. Aufgrund der speziellen Bedingungen ist der Einsatz von Metalldetektoren durch sehr gut geschultes Personal n\u00f6tig. Neben den Mitarbeitern des Arch\u00e4ologischen Landesamtes sind hier die zertifizierten Mitglieder der Detektorengruppe Schleswig-Holstein zu nennen, die als absolute Profis an ihren Ger\u00e4ten bezeichnet werden k\u00f6nnen und somit sicherlich die optimale Ausnutzung der zur Verf\u00fcgung stehenden Zeit in einem Untersuchungsgebiet gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph {\"fontSize\":\"small\"} --><\/p>\n<p class=\"has-small-font-size\"><img width=\"850\" height=\"638\" class=\"wp-image-1008\" style=\"width: px\" src=\"https:\/\/zbsa.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/bsa.jpg\" alt=\"Die Umst\u00e4nde im Wattenmeer stellen den Detektorg\u00e4nger und sein Ger\u00e4t vor besondere Herausforderungen (Foto: Ruth Blankenfeldt).\">Die Umst\u00e4nde im Wattenmeer stellen den Detektorg\u00e4nger und sein Ger\u00e4t vor besondere Herausforderungen (Foto: Ruth Blankenfeldt).<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p>Die stetig verbesserten Messmethoden der geophysikalischen und geoarch\u00e4ologischen Wissenschaften bewirken auch ein st\u00e4ndiges Anwachsen neuer Fundstellen. 2019 wurde bspw. bei einer zweit\u00e4gigen Aktion bei Nordstrand durch Geomagnetik eine Ansammlung ehemaliger Wurten abgebildet, die bis dahin unbekannt waren. S\u00e4mtliche bereits bekannten sowie neuen Daten sollen durch eine Langzeitarchivierungsstrategie der Nachwelt zur Verf\u00fcgung stehen. F\u00fcr diesen arch\u00e4ologischen Teil sind das Arch\u00e4ologische Landesamt Schleswig als Obere Denkmalbeh\u00f6rde sowie nun auch das ZBSA verantwortlich.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph {\"fontSize\":\"small\"} --><\/p>\n<p class=\"has-small-font-size\"><img loading=\"lazy\" width=\"850\" height=\"638\" class=\"wp-image-1011\" style=\"width: px\" src=\"https:\/\/zbsa.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/zbsa-3.jpg\" alt=\"Typische Keramikformen wie dieser zerscherbte Friesenpott werden zahlreich im Rungholtgebiet freigesp\u00fclt (Foto: Ruth Blankenfeldt).\">Typische Keramikformen wie dieser zerscherbte Friesenpott werden zahlreich im Rungholtgebiet freigesp\u00fclt (Foto: Ruth Blankenfeldt).<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p>Neben der Untersuchung bestimmter Regionen wie z. B. das Areal um den mittelalterlichen Handelsplatz Rungholt sowie der Archivierung s\u00e4mtlicher Funde und Fundbereiche sind zuk\u00fcnftig Fragestellungen zu erarbeiten, welche auf gro\u00dfr\u00e4umige Gebiete im nordfriesischen Watt sowie auf weitreichendere chronologische Zusammenh\u00e4nge anwendbar sind. Denn trotz aller Faszination, die der Untergang von Rungholt in der verheerenden Sturmflutnacht am 16. Januar 1362 auch heute noch aus\u00fcbt, hat das im Weltnaturerbe Wattenmeer gelegene nordfriesische Watt ein arch\u00e4ologisch weitaus gr\u00f6\u00dferes Potenzial. Vom steinzeitlichen Ger\u00e4t \u00fcber Schiffsreste unterschiedlicher Zeitstellung bis zu neuzeitlich untergegangenen Siedlungs- und Wirtschaftsgebieten ergibt sich hier ein vielf\u00e4ltiges Kaleidoskop menschlicher Hinterlassenschaften und f\u00fcr das gemeinsame Forschungsvorhaben von dem Geographischen Institut der Johannes Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz, dem Institut f\u00fcr Geowissenschaften der Christian-Albrechts-Universit\u00e4t Kiel, dem Arch\u00e4ologischen Landesamt Schleswig sowie dem ZBSA somit vielf\u00e4ltiges Potenzial zuk\u00fcnftiger Forschungen.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph {\"fontSize\":\"small\"} --><\/p>\n<p class=\"has-small-font-size\"><img loading=\"lazy\" width=\"850\" height=\"452\" class=\"wp-image-1010\" style=\"width: px\" src=\"https:\/\/zbsa.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/zbsa-2.jpg\" alt=\"Ein Pferdesch\u00e4del \u2013 vermutlich ein w\u00e4hrend der gro\u00dfen Mandr\u00e4nke ertrunkenes Tier (Foto: Ruth Blankenfeldt).\">Ein Pferdesch\u00e4del \u2013 vermutlich ein w\u00e4hrend der gro\u00dfen Mandr\u00e4nke ertrunkenes Tier (Foto: Ruth Blankenfeldt).<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n","comment_info":"No Comments","acf":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/zbsa.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1007","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/zbsa.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/zbsa.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/zbsa.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/zbsa.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1007"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/zbsa.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1007\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1016,"href":"http:\/\/zbsa.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1007\/revisions\/1016"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/zbsa.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1007"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/zbsa.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1007"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/zbsa.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1007"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}