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Analyse der Dolchmesserfunde aus Ostpreußen (abgeschlossen)
Anhänger des östlichen Baltikums 800–1250 n. Chr.: Schmuck, Identität, Religion (abgeschlossen)
Aufarbeitung und Datierung mesolithischer Hirschgeweihkappen (abgeschlossen)
Bildersprache: Internationale kultische Kommunikation
Crafts apprenticeship and transmission of knowledge in Early Bronze Age flint working
Defining the Ahrensburgian. Contributions from a technological study of reindeer antler artefacts
Die Pferdegeschirre aus dem Thorsberger Moor (abgeschlossen)
Geländearbeiten im Thorsberger Moor (abgeschlossen)
Goldbrakteaten der Völkerwanderungszeit
Goldgreise. Ikonographie, Datierung und Funktion der skandinavischen guldgubbar
Goldhalskragen: Die Macht der Tiere (abgeschlossen)
Heat treatment of chert (abgeschlossen)
Jungpaläolithische Knochenindustrien Nordwesteuropas (abgeschlossen)
Lithics Analysis Laboratory
Medaillon-Imitationen – Vorbilder im Römischen Reich, Fundumstände und Funktion in Nordeuropa
Militärische Ausrüstungsbestandteile aus dem Thorsberger Moor (abgeschlossen)
Nachlass Karl Hauck
Nordic Blade Technology Network (abgeschlossen)
Nydam mose – Die Boote (abgeschlossen)
Nydam mose – Die personengebundenen Gegenstände (abgeschlossen)
Nydam mose – Waffenausrüstungen
Personal ornaments and belt fittings dating to the early Roman Period found in the area of the Dollkeim-Kovrovo Culture (abgeschlossen)
Persönliche Ausrüstungen aus dem Thorsberger Moor (abgeschlossen)
Raptor on the fist – falconry and related imagery throughout the millennia on a global scale
Riesenklingen als Anzeiger von Fernkontakten?
S-förmige Schließhaken im europäischen Barbaricum (abgeschlossen)
Technologische Analyse spätglazialer Knochenindustrien der norddeutschen Tiefebene (abgeschlossen)
Textile and leather finds from Poprad-Matejovce (abgeschlossen)
Workshop und Buch: Greifvogel und Mensch - Falknerei und Vogelsymbolik durch die Jahrtausende in globaler Sicht (abgeschlossen)
 

Mensch und Artefakt – Artefakt und Mensch

— abgelegt unter:

Der Nord- und Ostseeraum lässt sich durch die Zeiten im Spiegel des Fundmaterials vielfach als eigenständiger und zusammengehöriger Kommunikationsraum erkennen. Von den steinzeitlichen Jägern und Sammlern bis zu den germanischen Kulturen des Frühmittelalters schufen die Menschen spezielle Artefakte, deren funktionale, technologische, typologische, zeitliche und kulturelle Einordnung traditionell das Basishandwerk der Archäologie bildet.

Auf dieser Grundlage lassen sich aus einzelnen Artefakten und ganzen Objektgattungen weitreichende Schlüsse über die sie herstellenden und nutzenden Personen ziehen: Individuelle Lebenswege, komplexe Gesellschaftsstrukturen und deren Wertvorstellungen sind mit interdisziplinären Methoden als Aspekte menschlichen Daseins in historischer Dimension rekonstruierbar.

Poggenwisch

Gleichzeitig sind Fragestellungen der kognitiven Archäologie relevant, indem die Motive, Ziele und geistigen Hintergrunde sowohl einzelner Artefakthersteller wie auch ganzer Gesellschaften bearbeitet und die Entwicklung allgemeiner menschlicher Vorstellungswelten und Mentalitäten erforscht werden. Die Form bzw. das Aussehen eines Artefaktes ist Produkt bewusster wie auch unbewusster Prozesse. Seine Anfertigung und Gestaltung sind abhängig von vielen Parametern, etwa den intellektuellen, physiologischen und technologischen Kapazitäten der Hersteller, wie auch von deren Ressourcen. Doch nur zum Teil bestimmten die Funktionalität oder der persönliche Geschmack des Herstellers die konkrete Formgebung eines Objektes. Vielmehr waren Traditionen und Konventionen, kulturelle und religiöse Gründe für die Gestaltung von Artefakten und insbesondere für jegliche Art von Verzierung auf ihnen ausschlaggebend. Denn Handwerk und Technologie waren immer vorwiegend kulturell bedingt. Daher eignet sich die Erforschung technologischer Standards auch als Schlüssel zum Verständnis einer Gesellschaft allgemein. Es können wertvolle Hinweise gefunden werden auf deren Fähigkeiten, Möglichkeiten, die interne Organisation wie auch auf interkulturelle Beziehungen, deren Einflusse beispielsweise als technologische oder ikonographische Innovationen im Fundmaterial sichtbar werden.

Brakteat

Umgekehrt wirkt die materielle Kultur, sei es in standardisierten Artefaktgruppen, charakteristischen Formen oder typischen Verzierungen, auch auf Menschen. Das Aufwachsen und Leben in einem bestimmten Artefaktmilieu prägt die Angehörigen dieses Umfeldes. Ihre Interaktion mit den Objekten schafft individuelle wie auch kulturell-gesellschaftliche Identität. Dies gilt insbesondere für figürliche oder ornamentale Verzierungen, die beispielsweise im Nord- und Ostseeraum des ersten Jahrtausends mit dem Tierstil eine einzigartige, charakteristische Ausprägung erlangten. Warum die Menschen aber zu bestimmten Zeiten nur ganz bestimmte Typen von Objekten schufen oder eben ganz bestimmte Arten von Motiven und Stilen, und wann, wie und warum sich diese Normen dann weiterentwickelten bzw. veränderten, sind Fragen, die in diesem Themenbereich bearbeitet werden. So beleuchtet der Themenbereich “Mensch und Artefakt – Artefakt und Mensch” im ZBSA diachron und interdisziplinär die kulturbedingte materielle Kommunikation und das Spannungsverhältnis von Mensch und Ding.

 

Dem Themenbereich gehören folgende Forschungsschwerpunkte an:

Bildforschung

Heeresausrüstungsopfer

Technologie – Tradition und Innovation 

 

Laufende Forschungsprojekte des Themenbereichs:

Archäologische Bildwissenschaft

Bildersprache

Crafts apprenticeship and transmission of knowledge in Early Bronze Age flint working

Defining the Ahrensburgian. Contributions from a technological study of reindeer antler artefacts

Digitale Neu-Edition der gotländischen Bildsteine

Goldbrakteaten der Völkerwanderungszeit (mit Nachlass Hauck)

Goldgreise. Ikonographie, Datierung und Funktion der skandinavischen guldgubbar

Medaillon-Imitationen – Vorbilder im Römischen Reich, Fundumstände und Funktion in Nordeuropa

Nydam Mose - Waffenausrüstungen

Raptor on the fist – falconry and related imagery throughout the millennia on a global scale

Riesenklingen als Anzeiger von Fernkontakten? Ein technologischer Vergleich zwischen Ahrensburger Kultur, Belloisien und Long Blade Technology

SFB-Projekt: Social Dimensions of Technological Change (SFB 1266, F5)

Silver, Status and Society – the transition from Late Roman to Early Medieval Europe

The Magdalenian site Étiolles (Essonne, France)