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Das Ende einer Welt: Die Littorina-Transgression (abgeschlossen)

Dr. Ulrich Schmölcke

Zwischen 8800 und 7000 v. Chr. bestand im Westen der heutigen Ostsee zwischen Nordmitteleuropa und Skandinavien eine breite Landverbindung. Sie bildete nicht nur einen ungehinderten Kommunikationsraum, sondern ermöglichte auch zahlreichen Tierarten die Ausweitung ihres Verbreitungsgebietes nach Norden. Mit der Littorina-Transgression verschwand diese Welt aus Wäldern, Bächen, Seen und Mooren auf dem Grunde des Meeres.

Im 7. vorchristlichen Jahrtausend vollziehen sich im westlichen Ostseeraum tiefgreifende Veränderungen. Der globale Anstieg des Meeresspiegels erodiert die Landbrücke zwischen Mitteleuropa und Skandinavien, und bald nach 7000 v. Chr. hat das ansteigende Meer entscheidende Barrieren abgetragen. Salzwasser strömt nun ungehindert zwischen Jütland und Schonen nach Süden, formt die dänischen Inseln und erreicht circa 6400 v. Chr. auch jene Niederung, die wir heute als Mecklenburger Bucht kennen. Der steigende Wasserspiegel verursacht zunächst ein großflächiges Absterben des Eichenmischwaldes, später „ertrinken“ weite Bereiche des Landes im Meer.

 Ertrinkende Wälder

Sowohl in Ostholstein als auch in den Bereichen der Inseln Poel und Rügen sind bei archäologischen Ausgrabungen zehntausende Tierknochen aus dieser Umbruchzeit geborgen worden. Sie werden zurzeit am ZBSA zusammenfassend erforscht. Von ihrer Untersuchung kann ein detailliertes Bild der  damaligen Faunen- und Landschaftsveränderungen erwartet werden.

Erste Ergebnisse der Fischknochenanalysen zeigen, dass sich mit dem Einstrom des Meeres in die entstehende Mecklenburger Bucht zwar ein salzhaltiges Wassermilieu herausbildete, doch erreichte die Salinität zumindest in den küstennahen Regionen, in denen die steinzeitlichen Menschen Fischfang betrieben, keine hochmarinen Werte.

Salinität und Sediment