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Daniel Groß: Welt und Umwelt frühmesolithischer Jäger und Sammler

Welt und Umwelt frühmesolithischer Jäger und Sammler

Untersuchungen und Materialien zur Steinzeit in Schleswig-Holstein und im Ostseeraum, Band 8

Buchcover Dissertation D. Gross

Im Fokus dieser Arbeit steht die Ausbreitung der frühen Mittelsteinzeit in die nordmitteleuropäische Tiefebene. In seiner Studie untersucht der Autor, welche ökologischen Kriterien für die Lagerplatzwahl in der beginnenden Mittelsteinzeit wichtig gewesen sind.

Als Fallstudie wird in der Arbeit der Fundplatz Friesack 27a aus Brandenburg vorgelegt, der zugleich als Ausgangspunkt für die übergreifenden Analysen dient. An jener Station konnten bis zu sieben Siedlungsphasen unterschieden werden, die unter Zuhilfenahme umfangreicher paläoökologischer Analysen in ihre naturräumliche Umgebung eingegliedert wurden.

Im Zusammenspiel von Literatur- und Fallstudie werden modellhafte Umweltrekonstruktionen entwickelt und mit Analysen von Fundspektren und Lagerplatzwahl verknüpft. So kann belegt werden, dass die Ausbreitung frühmesolithischer Traditionen im Arbeitsgebiet durch eine starke Ökoregionskontinuität geprägt war.

 

Verlag Ludwig 2017

ISBN 978-3-86935-318-0
ISSN 2510-313X

Aikaterini Glykou: Neustadt LA 156. Ein submariner Fundplatz des späten Mesolithikums und des frühesten Neolithikums in Schleswig-Holstein

Umschlag GlykouAikaterini Glykou 

Neustadt LA 156. Ein submariner Fundplatz des späten Mesolithikums und des frühesten Neolithikums in Schleswig-Holstein. Untersuchungen zur Subsistenzstrategie der letzten Jäger, Sammler und Fischer an der norddeutschen Ostseeküste.

Untersuchungen und Materialien zur Steinzeit in Schleswig-Holstein und im Ostseeraum

Band 7.

Wachholtz Verlag – Murmann Publishers, Kiel/Hamburg 2016.

 

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Das Thorsberger Moor Bd. 3

Suzana Matešić: Das Thorsberger Moor, Band 3

Die militärischen Ausrüstungen. Vergleichende Untersuchungen zur römischen und germanischen BewaffnungThorsberger Moor 3 Cover


Verlag und Vertrieb: Verein zur Förderung des Archäologischen Landesmuseums e.V., Schloss Gottorf.
Schleswig 2015
ISBN 9783000515552, 124 Farbtafeln
69 Euro

Zu bestellen unter: foerderverein@schloss-gottorf.de

Mit dem Erscheinen des dritten Bandes wird die Reihe „Das Thorsberger Moor“ abgeschlossen. In zwei Teilbänden werden die militärischen Ausrüstungen aus dem Thorsberger Moor mit einem umfassenden Katalog und 124 Farbtafeln vorgelegt. Die Auswertung im Textband analysiert die einzelnen Fundgruppen der Schwerter, Schilde, Helme, Kettenhemden und sonstigen Waffenteile eingehend. Bei einigen Fundgruppen konnten bestehende Typologien erweitert werden und so konkrete Hinweise auf eingeschränkte Verbreitungsgebiete bestimmter Typen gewonnen werden, oder aber es wurden neue Typologien erarbeitet, die der im Thorsberger Fundspektrum vorliegenden Typenvielfalt gerecht werden. Durch Vergleiche der Verzierungen können einige Funde aus dem Bereich der Schwertbewaffnung zu Garnituren kombiniert werden. Darüber hinaus wurden während der Ausgrabung einige Fundkonzentrationen dokumentiert, die in entsprechender Zusammenstellung präsentiert und analysiert werden. Die intentionelle Zerstörung von Objekten wird ebenso behandelt wie die römischen und germanischen Inschriften auf Fundobjekten. Eine chronologische Auswertung geht der Frage nach, wie viele Deponierungen anhand der Militaria nachvollziehbar im Thorsberger Moor vorgenommen wurden, wie diese zeitlich einzuordnen sind und inwiefern das Ergebnis dem der Analysen der Pferdegeschirre und der persönlichen Ausrüstungen entspricht.
Ein wesentlicher Fokus dieser Arbeit ist die Untersuchung der römischen und römisch beeinflussten germanischen Militaria im Fundmaterial. Die römischen Funde nehmen nicht nur einen wesentlichen Anteil an den Militaria im Fundgut des Thorsberger Moores ein, sondern es können auch typologische Beziehungen zu vermeintlich rein germanischen Typen nachgewiesen werden.
Im Ergebnis erfolgt die Untersuchung der militärischen Ausrüstung aus dem Thorsberger Moor auf drei Ebenen: Basierend auf einer fundobjektspezifischen Untersuchung sowie dem Vergleich mit der Objektgruppe wird auf einer zweiten Ebene der Fundplatz in der Komposition der Militaria und ergänzt mit den Pferdegeschirren und der persönlichen Ausrüstung analysiert. Auf einer dritten Ebene findet eine fundplatzübergreifende Betrachtung statt, die durch die Gegenüberstellung mit anderen zeitnahen Kriegsbeuteopfern regionale Unterschiede der einzelnen Fundplätze aufzeigt. Des Weiteren wird der Frage nachgegangen inwiefern das Fundspektrum aus dem Thorsberger Moor durch Parallelen mit skandinavischen und kontinentalen Waffengräbern in kulturelle Zusammenhänge gebracht werden kann und in welchem Maße die Aussagemöglichkeiten durch die üblicherweise praktizierte Brandbestattung sowie eine nur selektive Waffenbeigabesitte limitiert sind. Schließlich wird das durch die Funde aus dem Thorsberger Moor repräsentierte Typenspektrum von römischen Militaria demjenigen von Funden aus dem Barbaricum sowie aus dem Römischen Reich gegenübergestellt.
Die Publikation ergänzt die bisherigen zu den Pferdegeschirren, der persönlichen Ausrüstung und den Sammelband zur Fund- und Forschungsgeschichte, naturwissenschaftlichen und materialkundlichen Untersuchungen, so dass nun erstmals die Metall- und Lederfunde aus dem Thorsberger Moor vollständig vorgelegt sind.

Flint Daggers in Prehistoric Europe

Flint Daggers in Prehistoric Europe

Catherine J. Frieman; Berit Valentin Eriksen (Editors)

Regulärer Preis: £40.00
Sonderpreis: £30.00
ISBN: 9781785700187 | Erschienen bei: Oxbow Books |2015 | Sprache: Englisch, 176 Seiten, 280 x 216 mm schwarz/weiß Illustrationen

Bestellung bei Oxbowbooks

 

Flint Daggers gesamt

Schon seit mehr als einem Jahrhundert gehören Flintdolche zu den am intensivsten erforschten und auch am ausführlichsten publizierten Steinwerkzeugen der späten Urgeschichte. Es ist wohlbekannt, dass sie in ganz Europa und darüber hinaus zu finden sind. Viele waren über mehrere Generationen hinweg in weitem Umlauf. Dennoch haben sich bisher erst wenige Wissenschaftler mit der Gesamtheit des Phänomens „Flintdolche“ befasst. Die vorliegende Publikation führt nun Artikel zusammen, die sich mit Fragen der regionalen Variabilität und gesellschaftlichen und handwerklichen Komplexität der Flintdolche und ihrer Produktion beschäftigen. Der Fokus liegt auf der Typologie, Chronologie, Funktionalität sowie der Bedeutung von Flint- und anderen Steindolchen, die überwiegend im prähistorischen Europa gefertigt wurden, aber auch im östlichen Mittelmeerraum und Ostasien vorkommen. Die 14 Beiträge von führenden Forschern liefern einen umfassenden Überblick über den Erkenntnisstand, sowohl in Hinblick auf unterschiedliche Flintdolch-Korpora als auch auf mögliche Wege für die Entwicklung einer Forschungsagenda über nationale, regionale und fachliche Grenzen hinweg. Das Buch basiert auf einer Session der European Association of Archaeology-Tagung 2011, enthält aber auch darüber hinaus eingereichte Beiträge.

Inhalt

1. Foreword
2. Introduction. Flint daggers: A historical, typological and methodological primer (Frieman & Eriksen)
3. Lithic Daggers in the Ancient Near East – Whence and Whither? (Zimmermann)
4. Dagger-like flint implements in Bronze Age Egypt (Graves-Brown)
5. Origins and Development of Flint Daggers in Italy (Guilbeau)
6. On flint and copper daggers in Chalcolithic Italy (Steiniger)
7. The Pressigny Phenomenon (Ihuel, Pelegrin, Mallet & Verjux)
8. The cultural biography of the Scandinavian daggers in the northern Netherlands (Van Gijn)
9. A parallel-flaked Scandinavian type flint dagger from Lent: an indicator of contacts between the central Netherlands and northern Jutland during Bell Beaker times (Drenth)
10. Bloody Daggers. A discussion of the function of Late Neolithic flint daggers from a South Scandinavian point of view (Varberg)
11. Making a point: Re-evaluating British flint daggers in their cultural and technological contexts (Frieman)
12. Bifacial flint daggers from the Early Bronze Age in Volhynia – Lesser Poland (Grużdź, Migal & Pyżewicz)
13. Silicite daggers from the territories of the Czech Republic and Slovakia (a preliminary study) (Přichystal and Šebela)
14. Metal Adoption and the Emergence of Stone Daggers in Northeast Asia (Shoda)
15. ‘Art thou but a dagger of the mind?’ Understanding lithic daggers in Europe and beyond (Frieman)

Die Kraft der Tiere

Alexandra Pesch: Die Kraft der Tiere. Völkerwanderungszeitliche Goldhalskragen und die Grundsätze germanischer Kunst. Unter Mitarbeit von Jan Peder Lamm, Maiken Fecht und Barbara Armbruster (Kataloge des Römisch-Germanischen Zentralmuseums 47, zugleich Schriften des archäologischen Landesmuseums, Monographien 12). Mainz 2015.Die Kraft der Tiere

Als exquisite Schmuckstücke höchster Qualität bilden die drei schwedischen Goldhalskragen des 5. Jahrhunderts in technischer und ikonographischer Hinsicht die Spitzenprodukte ihrer Zeit. Obwohl sie schon im 19. Jahrhundert gefunden worden sind und seitdem Forscher wie Laien gleichermaßen fasziniert haben, liegt hier die erste große wissenschaftliche Monographie über die „Reichskleinodien“ mit herausragendem Abbildungsmaterial vor. Das Ausgenmerk liegt auf Fragen zu ihrer Herstellung, ihren Trägern und ihrem Zweck. Vor allem aber werden Hunderte von figürlichen Darstellungen auf den Kragen analysiert: Winzige Tierfiguren, Mischwesen, menschliche und göttliche Gestalten, Symbole und Zeichen: Um 450 n. Chr. kursierte im Norden Europas eine ausgefeilte Bildersprache, die sich des Tierbildes als Signum bediente. Mit seinen interdisziplinären Ansätzen eröffnet das Buch Zugänge zur Bedeutung dieser Miniaturen. Die Dechiffrierung des Bilder-Codes gestattet tiefe Einblicke in eine vielfach rätselhafte Vergangenheit und in die Vorstellungswelten der Germanen vorchristlicher Zeit.

Hardcover (fadengeh. Pappband), 21 x 30 cm, 671 Seiten, 720 zumeist farbige Abbildungen, 53 Farbtafeln. Mit schwedischen Anhängen (Archivalien zu den Funden) und englischer Gesamtzusammenfassung.
ISBN 978-3-7954-2984-3

Archäologie und Runen

O.Grimm/A.Pesch (Hrsg.), Archäologie und Runen - Fallstudien zu Inschriften im älteren Futhark

Beiträge zum Workshop am Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie (ZBSA) in Schleswig am 3./4. Februar 2011Archäologie und Runen Cover

Schriften des Archäologischen Landesmuseums - Ergänzungsreihe Band 11

 

► Inhaltsverzeichnis

 

 

25 Beiträge, 488 Seiten

Wachholtz-Verlag/Murmann Publishers 49,80 Euro

ISBN: 9783529018817

 

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Das Thorsberger Moor, Band 2

Die persönlichen Ausrüstungen

von Ruth Blankenfeldt

Verlag und Vertrieb: Verein zur Förderung des Archäologischen Landesmuseums e.V., Schloss Gottorf
Schleswig 2015
ISBN 978-3-00-049372-0
59 FarbtafelnThorsberger Moor Bd. 2

Im zweiten Band der Reihe „Das Thorsberger Moor“ werden die Funde aus dem Opferplatz bearbeitet, welche als persönliche Ausrüstungen der Krieger zusammengefasst sind. Hierbei handelt es sich um Trachtelemente in Form von Fibeln und Gürtelgarnituren, hinzu kommen Gegenstände des täglichen Bedarfs sowie Körperschmuck und weitere, personengebundene Objektgruppen. Zudem sind mit zwei goldblechbelegten Zierscheiben und einem ebenfalls mit vergoldetem Pressblech verzierten gebogenen Blech exzeptionelle Gegenstände der Prachtausrüstung in die Studien einbezogen worden.
Anhand von archäologisch-historischen Analysen werden Fragestellungen zur Anzahl und den Zeitpunkten der im Thorsberger Moor vollzogenen Deponierungen betrachtet. Da es sich bei den Funden aus Opferplätzen mit Waffenniederlegungen in der Regel um ortsfremdes Objekte handelt, wird ausgehend von den persönlichen Ausrüstungen zudem erörtert, aus welchen geographischen und kulturellen Zusammenhängen die unterlegenen Krieger stammten.
Aufgrund von speziellen Erhaltungsbedingungen mit einem sehr niedrigen pH-Wert haben sich im Thorsberger Moor nur in Ausnahmefällen Artefakte aus Eisen erhalten. Zudem wirkten sich die chemischen Voraussetzungen auch minimierend auf die Überlieferung von Gegenständen mit einem hohen Apatitgehalt (Horn und Knochen) aus. Chronologische ,,Feinanzeiger“ in Form von Lanzen- und Speerspitzen sowie auch Kämme, welche aufgrund von Rohstoff- und Formanalysen Hinweise auf die Herkunft der ehemaligen Besitzer geben, fehlen von diesem Fundplatz somit gänzlich. Daher rücken Trachtelemente, insbesondere Fibeln und Gürtelgarnituren, zur Erörterung von chronologischen und chorologischen Fragestellungen im Thorsberger Moor in den Vordergrund.
Die beiden goldenen Zierscheiben sowie das gebogene Blech sind dem höchsten Ausstattungsniveau einer gesellschaftlichen und militärischen Elite zuzuordnen. Es handelt sich um handwerklich hochwertig gefertigte Statussymbole, welche aus wertvollen Rohmaterialen geschaffen und überreich mit figürlichen Darstellungen dekoriert wurden. Scheiben und Blech eignen sich nicht für Analysen zur Herkunft der Krieger und den Zeitpunkten der Opferungen im Thorsberger Moor. Diese exzeptionellen Funde sind in einem Kontext künstlerisch verzierter Insignien aus dem kaiserzeitlichen Barbaricum zu betrachten und stellen prachtvolle Belege für die frühe germanische Kunst dar.

Bestellung unter: foerderverein@schloss-gottorf.de

Petra Westphalen: Die Häuser von der frühgeschichtlichen Warft Elisenhof

Offa Bücher 87

Rekonstruktion eines Hauses aus ElisenhofZu den großen archäologischen Projekten der Westküstenforschung Schleswig-Holsteins gehört zweifellos die frühmittelalterliche Warft Elisenhof auf Eiderstedt bei Tönning im Kreis Nordfriesland. Seit den 1960er Jahren erforscht und in zahlreichen Publikationen vorgestellt und diskutiert bildet diese ländliche Siedlung der Wikingerzeit an der Eidermündung ein wichtiges regionales und funktionales Korrelat zum frühstädtischen Handelsplatz Haithabu an der Schlei. Mit dem vorliegenden Band gelingt es, die umfangreichen Haus- und Siedlungsbefunde der Warft Elisenhof ausführlich vorzustellen und zu diskutieren.

ISBN 978 3 529 01187 0

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Stefanie Klooß: Mit Einbaum und Paddel zum Fischfang

Mit der Arbeit „Mit Einbaum und Paddel zum Fischfang – Holzartefakte von endmesolithischen und frühneolithischen Küstensiedlungen an der südwestlichen Ostseeküste“ Cover Einbaum und Paddelvon Stefanie Klooß aus Kiel liegt als Band 6 der Schriftenreihe „Untersuchungen und Materialien zur Steinzeit in Schleswig-Holstein und im Ostseeraum“ nunmehr der zweite Band unter gemeinsamer Herausgeberschaft des Archäologischen Landesmuseums (ALM) und des Zentrums für Baltische und Skandinavische Archäologie (ZBSA) vor. Ziel der Untersuchungen war eine dendrologische und technologisch-ergologische Untersuchung hölzerner Artefakte endmesolithischer und frühneolithischer Fundplätze an der südwestlichen Ostseeküste Norddeutschlands, die in der jüngeren Vergangenheit archäologisch untersucht wurden.

 

Erschienen im Februar 2015, 21,0 x 29,7 cm, 431 Seiten, broschiert
ISBN: 9783529018589

50 Euro

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Quo vadis? Status and Future Perspectives of Long-Term Excavations in Europe

Claus von Carnap-Bornheim (ed.)

Quo Vadis? Status and Future Perspectives of Long-Term Excavations in Europe

International conference, Schleswig, 26.–28. Oct. 2011

15 articles on famous and long-known excavations sites in Europe completely in English

Schriften des Archäologischen Landesmuseums – Ergänzungsreihe Band 10

280 pages with many illustrations

Wachholtz Verlag, Neumünster/Hamburg 2014,

ISBN 9783529018800

50 Euro

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Karte der besprochenen Fundplätze

 

 

Neue Publikationsreihe „Das Thorsberger Moor“ (Herausgeber Claus von Carnap-Bornheim)

Thorsberg Band 1 CoverMit der neuen Reihe „Das Thorsberger Moor“ unter der Herausgeberschaft von Claus von Carnap-Bornheim, in der nun Band 1 und Band 4 erschienen sind, veröffentlicht das Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie moderne Untersuchungen zu dem bekannten gleichnamigen Opferplatz.

Der Fundplatz liegt im nördlichen Schleswig-Holstein und gehört zu einer Reihe von Fundplätzen im nördlichen Europa, in denen in den ersten Jahrhunderten nach Christus in verschiedenen kultischen Deponierungen die Ausrüstungen, Waffen und Pferdegeschirre germanischer Krieger niedergelegt wurden.

 

Das Thorsberger Moor, Band 1

Die Pferdegeschirre. Germanische Zaumzeuge und Sattelgeschirre als Zeugnisse kriegerischer Reiterei im mittel- und nordeuropäischen Barbaricum

von Nina Lau

Verlag und Vertrieb: Verein zur Förderung des Archäologischen Landesmuseums e.V., Schloss Gottorf

Schleswig 2014

ISBN 978-3-00-046354-9

484 Seiten mit zahlreichen Abbildungen; zusätzlich 64 Farbtafeln

49 Euro

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Das Thorsberger Moor ist der Opferplatz von Heeresausrüstungen im Barbaricum, an dem sich die größte Anzahl von Pferdegeschirrgarnituren fand. Sie gehören zeitlich in die beiden großen Deponierungen in der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts n. Chr. und um etwa 300 n. Chr. Die Pferdegeschirre lassen eine Rekonstruktion von Ausrüstungen der Kriegspferde zu, die im germanischen Heer dieser Zeit zum Einsatz kamen, aber auch der Reitweise germanischer Krieger. Die aufwendige Gestaltung und die detailreichen, aufeinander abgestimmten Verzierungen der zahlreichen, einzelnen Bestandteile der Garnituren deuten darauf hin, dass es sich bei den Pferdegeschirren um Auftragsarbeiten wohlhabender Angehöriger der gesellschaftlichen und militärischen Elite handelte. Die Ausrüstungen der Pferde aus dem Thorsberger Moor lassen deutliche Bezüge zu römischen Zaumzeugen und Sattelgeschirren erkennen, was mit der Entwicklung der germanischen Pferdegeschirre auf Basis römischer und keltischer Vorbilder zusammenhängt. Diese Entwicklung, die auf einer neuen Typologie der Zaumzeuge mit Zügelketten der Römischen Kaiserzeit im gesamten Barbaricum beruht, ist zusätzlich zu der Analyse der Pferdegeschirre aus dem Thorsberger Moor Gegenstand der Publikation.

 

Das Thorsberger Moor, Band 4Thorsberg Band 4

Fund- und Forschungsgeschichte, naturwissenschaftliche und materialkundliche Untersuchungen

Mit Beiträgen von Ruth Blankenfeldt, Claus von Carnap-Bornheim, Walter Dörfler, Julia Gräf, Klemens Kelm, Nina Lau, Suzana Matešić und einem Nachdruck von Conrad Engelhardt (1825–1881).

Verlag und Vertrieb: Verein zur Förderung des Archäologischen Landesmuseums e.V., Schloss Gottorf

Schleswig 2014.

ISBN 978-3-00-046355-6

446 Seiten mit zahlreichen Abbildungen

49 Euro

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In Band 4 der Reihe „Das Thorsberger Moor“ werden durch verschiedene Autorinnen und Autoren einzelne Aspekte zum Fundplatz vorgestellt. Eine Einführung zum Fundplatz durch Ruth Blankenfeldt, Nina Lau und Suzana Matešić legt die ausführliche Fund- und Forschungsgeschichte, Untersuchungen zu den naturräumlichen Gegebenheiten, Archivalien und zum Fundbestand dar. Die erste grundlegende Monographie zum Fundplatz durch den Ausgräber Helvig Conrad Engelhardt aus dem Jahr 1863 wird im vorliegenden Band in hervorragender Qualität in einem Nachdruck zu Verfügung gestellt.

Es folgen Artikel zu einzelnen Aspekten des Thorsberger Moores wie die Analysen der Lederfunde durch Julia Gräf, der Paläoökologie durch Walter Dörfler und metallographische Untersuchungen durch Klemens Kelm. Abschließend werden die Ergebnisse zum Thorsberger Moor, auch aus den in Kürze folgenden Bänden 2 und 3 von Ruth Blankenfeldt und Suzana Matešić, in einem Fazit durch den Herausgeber der Reihe, Claus von Carnap-Bornheim, zusammengefasst, und der Forschungsstand zum Fundplatz wird in den großen Rahmen der weiteren Opferplätze mit Heeresausrüstungen im nördlichen Europa eingeordnet.

 

 

Kammergräber im Barbaricum

Zu Einflüssen und Übergangsphänomenen von der vorrömischen Eisenzeit bis in die Völkerwanderungszeit

 Cover Kammergräber

Internationale Tagung,
Schleswig, 25.-27. Nov. 2010

A. Abegg-Wigg/N. Lau (Hrsg.), Kammergräber im Barbaricum. Zu Einflüssen und Übergangsphänomenen von der vorrömischen Eisenzeit bis in die Völkerwanderungszeit. Schriften des Archäologischen Landesmuseums Ergänzungsreihe Band 9, Wachholtz Verlag, Neumünster/Hamburg 2014, 448 Seiten, ISBN 978 3 529 01879 4

Aufwendig hergerichtete Grabkammern sind ein auffälliges Phänomen im Bestattungswesen während des 1.–4. Jahrhunderts n. Chr. im mittel- und nordeuropäischen Raum. Die aktuelle archäologische Forschung zu diesen Gräbern stellt eine im April 2014 erschienene Publikation vor, wobei auch Kammergräber bis in das 6. Jahrhundert n. Chr. mit Berücksichtigung finden. Geografisch reicht der Rahmen von Norwegen, Schweden, Dänemark, Großbritannien, über Deutschland, Polen, der Slowakei, der Tschechischen Republik bis nach Ungarn. Neben bereits im 19. Jahrhundert ausgegrabenen Kammergräbern, liefern vor allem jüngst entdeckte, gut erhaltene und umfangreich archäologisch dokumentierte Grabkonstruktionen neue Erkenntnisse.

Der Band vermittelt in kompakter Form einen Überblick zur Entstehung und Entwicklung der Bestattung in Kammergräbern, betonen die beiden Herausgeberinnen Dr. Angelika Abegg-Wigg und Dr. Nina Lau. Angelika Abegg-Wigg, Kuratorin am Archäologischen Landesmuseum, und Nina Lau, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie, hatten bereits 2010 eine internationale Tagung auf Schloss Gottorf zu diesem Thema organisiert. Nun liegen auch die Vorträge in gedruckter Form vor.

Erschienen ist die Publikation als Band 9 der Reihe „Schriften des Archäologischen Landesmuseums Ergänzungsreihe“ und enthält Beiträge von 24 Autoren in deutscher und englischer Sprache sowie zahlreiche, teils farbige Abbildungen.

 

Zu beziehen über:

http://www.wachholtz-verlag.de/buecher/wissenschaft/archaologie/schriften-des-archaeologischen-landesmuseums-ergaenzungsreihe/kammergraeber-im-barbaricum.html

 

Nydam Mose, Band 3 und 4. Die Schiffe.

Andreas Rau (Hrsg.).Nydam 3 Cover

 

Mit den beiden Büchern „Nydam Mose 3 & 4– Die Schiffe“ veröffentlicht das ZBSA neue Studien zu einem altbekanntem Fundobjekt, dem Nydamschiff. Neue Ausgrabungen des Dänischen Nationalmuseums in den 1990er Jahren im Nydam-Moor haben wesentliche weiterführende Erkenntnisse zum Nydamschiff und zwei weiteren im Nydam-Moor geopferten Schiffen erbracht. Diese neuen Ausgrabungen werden von Flemming Rieck (Køge Museum) mit Fundbeschreibungen, Abbildungen der besonderen Objekte und Ausgrabungspläne publiziert (Nydam Mose 3). Eine Gruppe renommierter Wissenschaftler aus Dänemark und Deutschland hat zusätzlich die technologische und funktionale Stellung der Schiffsfunde aus Nydam neu bewertet und diese Studien in einem gemeinsamen umfassenden und reich bebilderten Aufsatzband (Nydam Mose 4) zusammengestellt.

Unter der Projektleitung von Dr. Andreas Rau am Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie ist damit zum 150. Entdeckungsjubiläum (das Nydamschiff wurde 1863 entdeckt und ausgegraben) der neueste Forschungsstand zu einem bedeutendsten archäologischen Objekte der mittel- und nordeuropäischen Frühgeschichte zusammengetragen worden.

Die Bücher sind als Doppelband über den Verein zur Förderung des Archäologischen Landesmuseums Schloss Gottorf oder den Verlag der Universität Aarhus zu beziehen.

 

Rezension in: The International Journal of Nautical Archaeology 43, 2014, 478–479.

 

Die frühe Phase der Urbanisierung an der südlichen Ostseeküste im ersten nachchristlichen Jahrtausend

Sunhild Kleingärtner

Kleingärtner CoverIm Ostseeraum entstanden seit dem 8. Jahrhundert an mehreren Stellen sogenannte Seehandelsplätze. Sie unterschieden sich durch strukturelle Merkmale von den übrigen Siedlungsformen an der südlichen Ostseeküste. Sunhild Kleingärtner legt nun erstmals in einer detaillierten Zusammenschau die Eigenschaften und Entwicklungen der Seehandelsplätze von Groß Strömkendorf, Rostock-Dierkow, Menzlin sowie Ralswiek dar. Dies geschieht in diachroner Perspektive.

Ihre Arbeit erscheint als 13. Band in der Reihe "Studien zur Siedlungsgeschichte und Archäologie der Ostseegebiete", begründet von Friedhelm Debus und Michael Müller-Wille, herausgegeben von Claus von Carnap-Bornheim, Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie (ZBSA) in der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf in Schleswig sowie Matthias Wemhoff, Museum für Vor- und Frühgeschichte, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, in Verbindung mit Ulrich Müller, Institut für Ur- und Frühgeschichte der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

21 x 29,7 cm, 512 S., zahlreiche Abbildungen und Tafeln, gebunden.

Aus der Reihe: Studien zur Siedlungsgeschichte und Archäologie der Ostseegebiete Bd. 13


ISBN: 3 529 013730

50 Euro

Zur Bestellung beim Wachholtz Verlag

 

Hunting in northern Europe until 1500 AD

Old Traditions and Regional Developments, Continental Sources and Continental Influences

Umschlag HuntingDer Tagungsband zum Jagd-Workshop

 

► zur Bestellung beim Wachholtz Verlag

Keimzelle dieses Buches war ein internationaler Workshop, den das ZBSA im Juni 2011 unter dem Titel Hunting in Northern Europe AD 500–1500. Old Traditions, Regional Developments and Foreign Influences veranstaltete. Ziel dieser Konferenz, wie auch dieses darauf aufbauenden Buches, war, Jagd in einer diachroner Perspektive durch Beispielstudien ganz unterschiedlicher Wissenschaftsdisziplinen zu betrachten. Dies gründet auf der Überzeugung der Herausgeber, dass eine Kulturgeschichte der Jagd nur erfolgreich erarbeitet werden kann, wenn alle relevanten geistes- und naturwissenschaftliche Disziplinen an den notwendigen Diskussionen beteiligt werden.

Zwei Aspekte stehen in diesem Band im Mittelpunkt der 35 in sich abgeschlossenen, aber durch rahmende Kapitel zusammengeführten Einzelbeiträge. Zum einen gilt es, das Spannungsfeld zwischen einheimischen nordeuropäischen Jagdtraditionen, regionalen Entwicklungen und kontinentaleuropäischen Einflüssen im Zeitraum vom Jungpaläolithikum bis zum Mittelalter zu beleuchten, wozu vielfältige Quellengattungen zur Verfügung stehen: In erster Linie sind dies archäologische Befunde (z. B. Jagdfallen) und Funde (z. B. Jagdwaffen) oder Knochen von erbeuteten Tieren, zudem steuern ethnoarchäologische Beobachtungen und experimentell-archäologische Versuche wichtige Einblicke in die sich wandelnden Methoden und Taktiken bei. Zum anderen soll auch die geistig-kulturelle und herrschaftspolitische Relevanz von Jagd analysiert werden, ein Aspekt, der auf Auswertungen Schrift- und Bildquellen, Ortsnamen und Realien beruht.

Diesen Ansatz reflektiert die Gliederung des Buches, das sich der Geschichte der Jagd von verschiedenen Seiten nähert und eine aktuelle Zusammenschau höchst unterschiedlicher Quellen bietet. Der herausgebenden Institution gemäß sind es primär Archäologen und Archäozoologen, die verschiedenste Aspekte der Jagd in Nord- und Mitteleuropa vom Ende der Eiszeit bis zum Ende des Mittelalters darstellen (Beiträge von Sveinung Bang Andersen, Claus Dobiat, Aikaterini Glykou, Oliver Grimm, Leif Hansen, Sönke Hartz, Bodil Holm Sørensen, Ulf Ickerodt, Svein Indrelid, Wietske Prummel, Christoph Reichmann, Peter Trebsche, Ulrich Schmölcke, Peter Vang Pedersen, Maria Vretemark, Mara-Julia Weber). Flankiert werden diese Studien durch Analysen der Jagdausübung in den römisch-kaiserzeitlichen Provinzen an Rhein und Donau (Thomas Fischer) sowie durch eine Untersuchung der Jagdrelevanz im prähistorischen and historischem Litauen (Algirdas Girininkas, Linas Daugnora). Experimentalarchäologie findet sich in einem Beitrag über Rekonstruktionen und Effektivitätstests vor- und frühgeschichtlicher Pfeile und Bögen (Harm Paulsen), Landschaftsarchäologie liefert entscheidene Details insbesondere über frühe Tiergärten und Jagdwälder und damit über die Jagd als Statussymbol mittelalterlicher Oberschichten (Åsa Åhrland, Martina Giese, Christian Radtke, Christoph Reichmann, Jürgen Udolph). Auf Hunde und Greife, seit Jahrtausenden Begleiter des Menschen auf der Jagd, gehen eine ganze Reihe von Artikeln näher ein (Claus Dobiat, Bodil Holm Sørensen, Wietske Prummel, Ulrich Schmölcke, Peter Vang Pedersen, Sigmund Oehrl, Maria Vretemark), und die Bedeutung von naturwissenschaftlichen Methoden wie Archäogenetik und die Analyse stabiler Isotope in Knochen in der Jagdforschung wird ebenfalls diskutiert (John Meadows, Elena A. Nikulina, Svein Indrelid). Doch neben diesen Fächern, die der Archäologie im weitesten Sinne zuzurechnen sind, kommen auch rein geisteswissenschaftliche Disziplinen ausführlich zu Wort. Die Auswertung von Schriftquellen (Åsa Åhrland, Lydia Carstens, Martina Giese, Frode Iversen, Siegmund Oehrl, Christian Radtke), Bildern (Åsa Åhrland, Vera Henkelmann, Sigmund Oehrl) und Ortsnamen (Inge Særheim, Jürgen Udolph, Frode Iversen) trägt ganz wesentlich zum Verständnis von räumlichen und zeitlichen, diachronen und synchronen Traditions- und Innovationslinien im Bereich der nordeuropäischen Jagd bei.

Das Buch will sich als ein neuartiger Ansatz zu einer synthetischen Jagdgeschichtsforschung verstanden wissen. Deshalb schließt es mit einem sehr konkreten Ausblick auf weitere Forschungsmöglichkeiten und -aufgaben. Drei Schlüsselaspekte werden dabei als besonders bedeutsam für weiterführende Untersuchungen herausgestellt: langlebige Traditionen sowie regionale Entwicklungen in Nordeuropa und kontinentaleuropäische Einflussnahmen auf Nordeuropa.

Insofern ist dieses Buch, das keine Parallele in der nordeuropäischen Forschung hat, als breite Startbahn für zukünftige vom ZBSA initiierte Arbeiten zu verstehen.

 

Rezensionen

Leif Häggström, Fornvännen 109, 2014, 61

Mads Dengsø Jensen, Kuml 2014, 340-343

 

Die frühmittelalterlichen Ringwälle im westlichen und mittleren Holstein

Thorsten Lemm

Die frühmittelalterlichen Ringwälle im westlichen und mittleren Holstein

Dieses Buch, das als Dissertation am Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie entstanden ist, stellt die erste umfassende Bearbeitung von Burganlagen des 9.–11. Jhs. im ehemals sächsisch besiedelten Teil Holsteins dar.
Detailliert bespricht der Autor Lage, Aufbau, Innenbebauung und Fundmaterial der Burgen und interpretiert die Anlagen in ihrem archäologischen, historischen und geografischen Kontext. Auch militärtheoretische Überlegungen fließen in die Interpretation der Burgen mit ein.
Als Resultat seiner Analysen und unter Berücksichtigung jüngster historischer Erkenntnisse kommt der Autor zu einer völlig neuen Sichtweise auf die Burganlagen und das nordelbische Gebiet als Ganzes.

Lemm Cover und Blick ins Buch

Herausgegeben vom Archäologischen Landesmuseum und dem Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie in der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf durch Claus von Carnap-Bornheim

21 x 29,7 cm, 776 S., 2 Bände, zahlr. Abb. u. Tafeln, Leinen, 2013

Aus der Reihe Schriften des Archäologischen Landesmuseums Band 11

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Goldsmith Mysteries

Alexandra Pesch und Ruth Blankenfeldt (Hrsg.), Goldsmith Mysteries. Archaeological, pictorial and documentary evidence from the first millennium AD in northern Europe. Papers presented at a workshop organized by the Centre for Baltic and Scandinavian Archaeology (ZBSA), Schleswig, October 20th and 21st, 2011


Cover Goldsmith MysteriesDer neue, zweisprachige ZBSA-Band beschäftigt sich mit den rätselhaften Gold- bzw. Feinschmieden und ihren Werkstätten im ersten nachchristlichen Jahrtausend. Obwohl deren Produkte, etwa Prunkfibeln, Schwertgriffe, Brakteaten oder Ringschmuck das Goldzeitalter im Norden charakterisieren und für die Kultur insbesondere durch die verwendete Bildersprache identitätsstiftend sind, galten Fragen nach der konkreten Lokalisierung und dem Aussehen der Werkstätten, nach den verwendeten Werkzeugen und Geräten, nach der Herkunft bzw. Ausbildung der Schmiede und vor allem auch dem Status der Schmiedemeister bisher weitgehend als ungeklärt. Daher fand zu diesem Thema im Oktober 2011 in Schleswig am ZBSA der von der Thyssen Stiftung geförderte „Workshop Workshop“ statt, auf dessen Vorträge die Beiträge des Bandes zurückgehen. Es wird eine grundlegende Darstellung des Standes der Forschung bezüglich der nordeuropäischen Schmiede im ersten nachchristlichen Jahrtausend geboten. Darüber hinaus werden aktuelle Forschungsansätze und zahlreiche neue Erkenntnisse präsentiert. Die inhaltlich aufeinander abgestimmten Beiträge zumeist namhafter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus sieben Ländern ergänzen sich, so dass der gesamte Themenbereich von verschiedenen Seiten beleuchtet wird und sich interessante Verbindungen und Synergien ergeben.

 

Zur Bestellung beim Wachholtz Verlag

 

Wojciech Nowakowski: Masuren in der Römischen Kaiserzeit

Jankuhn Masuren CoverAuswertung der Archivalien aus dem Nachlass von Herbert Jankuhn

 

 

21 x 29,7 cm, 280 Seiten, zahlreiche Abbildungen und Tafeln, gebunden. Aus der Reihe: Studien zur Siedlungsgeschichte und Archäologie der Ostseegebiete Bd. 12

► Zur Bestellung beim Wachholtz Verlag

Hartwig Lüdtke: Die einheimische Keramik aus dem Hafen von Haithabu

Ausgrabungen in Haithabu Bd. 17

Cover Haithabu 17Als Johanna Mestorf 1922 ihren grundlegenden Aufsatz zur Identifizierung der aus Schriftquellen bekannten Handelssiedlung Haithabu vorlegte, war der Hafen der Siedlung ein zentraler Aspekt. Zahlreiche weitere Berichte, die im Verlauf der folgenden Jahrzehnte erschienen, betonten nicht nur die spezielle geografische Lage des Platzes Haithabu, sondern in besonderer Weise auch den Hafen als zentralen Lebensnerv, welcher diese frühstädtische Siedlung über die Schlei mit dem gesamten Ostseeraum verband. Vor dem Hintergrund der Position Haithabus auf halber Strecke zwischen Nordsee und Ostsee, zwischen nordseeorientierter Treene und ostseeorientierter Schlei, war dem weitgehend per Schiff durchgeführten Fernhandel, der den Nordsee- mit dem Ostseeraum verband, in der Forschung stets besondere Aufmerksamkeit zuteil geworden. Dieser Band von Hartwig Lüdtke wertet nun die Funde einheimischer Keramik aus der Hafengrabung von 1979/80 aus.

Mara-Julia Weber: From technology to tradition – Re-evaluating the Hamburgian-Magdalenian relationship

Eine Vergleichsstudie zu spätjungpaläolithischen Flintinventaren

Cover WeberZiel der Untersuchung von von Mara-Julia Weber sind komparative technologische und typologische Analysen zwischen spätjungpaläolithischen Kerbspitzeninventaren der Hamburger Kultur in Schleswig-Holstein und solchen vom Typ Cepoy- Marsangy in Nordfrankreich. Die Neubewertungen und die aufwendigen Zusammenpassungen der norddeutschen Flintartefakte aus dem Ahrensburger Tunneltal basieren auf Fundinventaren, die in den 1950er- und 1970er-Jahren von Alfred Rust und Gernot Tromnau publiziert wurden. Darüber hinaus wird ein kleines Inventar der Havelte-Gruppe von Ahrenshöft LA 58 D berücksichtigt, welches von Ingo Clausen 1995 und der Autorin 2008 ausgegraben wurde.

Zum Verständnis kultureller Traditionen können Flintinventare heute in weitaus größerem Maße beitragen, wenn durch Zusammenpassungen die Biografien von Werkzeuggruppen analysiert und die chaîne opératoire der Flintproduktion rekonstruiert werden. Die in dieser Arbeit untersuchten spätjungpaläolithischen Kerbspitzeninventare aus zwei weit voneinander entfernten geografischen Räumen bieten sich für einen solchen Vergleich geradezu an. Die erzielten Ergebnisse lassen verschiedene Deutungsmodelle zu möglichen Verwandtschaftsbeziehungen von Hamburger Kultur und dem westeuropäischen Magdalénien supérieur/final zu und stellen eine wesentliche Ergänzung zu den bislang eindimensionalen typologischen Überlegungen dar.

Die Publikation ist die Dissertation der Autorin, die sie 2010 an der Universität Tübingen abschloss. 21 x 29,7 cm, 256 S., zahlr. Abb., brosch. Aus der Reihe: Untersuchungen und Materialien zur Steinzeit in S-H und im Ostseeraum, Band 5

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Nina Lau: Pilgramsdorf / Pielgrzymowo. Ein Fundplatz der römischen Kaiserzeit in Nordmasowien. Eine Studie zu Archivalien, Grabsitten und Fundbestand

Pilgramsdorf CoverBand 11 der Studien zur Siedlungsgeschichte und Archäologie der Ostseegebiete ist die erste umfassende Bewertung der Funde des Gräberfeldes von Pilgramsdorf / Pielgrzymowo. Dieses wird zu Recht als ein Mythos in der Archäologie der jüngeren römischen Kaiserzeit im östlichen Barbaricum bezeichnet.

In den 1930er-Jahren ausgegraben, fand es schnell Eingang in die Fachliteratur doch das wissenschaftliche Potential des Ensembles erschien gering. Die Funde, Fundumstände und regionalen Zusammenhänge blieben aufgrund unzureichender Publikation weitgehend unbekannt. Der Verlust der Archivalien der Prussia- Sammlung im ehemaligen Königsberg tat sein Übriges.

Mit der Wiederentdeckung des Prussia-Archivs in Berlin standen seit den frühen 1990er-Jahren wieder Unterlagen zu den Ausgrabungen in Pilgramsdorf und den dort entdeckten Funden zur Verfügung und erweisen sich als überraschend wichtig. Mit der Vorlage dieses Bandes wird ein umfassender Archivalienbestand aus dem Museum für Vor- und Frühgeschichte in Berlin vorgelegt, das ein neues Fenster in die faszinierende, über lange Jahre vergessene Archäologie des ehemaligen Ostpreußens öffnet.
21 x 29,7 cm, 224 Seiten, zahlreiche Abbildungen und Tafeln, gebunden.

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