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Ausgewählte Kleinfunde vom vermeintlich römischen Landeplatz Bentumersiel

Dr. Nina Lau, Dr. Andreas Rau

In Kooperation mit dem Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung (NIhK) in Wilhelmshaven wird im Rahmen eines Forschungsund Publikationsprojektes (Koordination Dr. Annette Siegmüller, NIhK) der Fundplatz Bentumersiel an der unteren Ems neu bearbeitet und soll 2016 in einer gemeinschaftlichen Publikation unter Mitarbeit weiterer WissenschaftlerInnen in der Zeitschrift »Siedlungs- und Küstenforschung im südlichen Nordseegebiet« publiziert werden. Die Analyse der metallenen Kleinfunde wird dabei durch Dr. N. Lau und Dr. A. Rau, beide ZBSA, durchgeführt.

 

Bentumersiel_Karte

Lage des Fundplatzes Bentumersiel an der Ems (Quelle: GoogleEarth 08.12.2014)

Erste Funde wurden im Bentumersiel bereits zwischen 1928 und 1930 im Zuge des Abbaus von Ziegelton gemacht. Ausgrabungen fanden in den frühen 1970er Jahren statt, fortgesetzt wurden sie 2006–2008 unter Leitung von Dr. E. Strahl (NIhK). Die Befunde der frühen Ausgrabungen, die auffallend vielen römischen Funde aus Metall und Keramik, die bodenkundlichen und vegetationswissenschaftlichen Aspekte und die Tierknochen wurden bereits 1977 von K. Brandt, G. Ulbert, K.-E. Behre und D. Zawatka/H. Reichstein publiziert (Probleme der Küstenforschung im südlichen Nordseegebiet 12, Hildesheim 1977). Weitere Artikel zu den neueren Ausgrabungen wurden u. a. zwischen 2003 und 2011 von E. Strahl veröffentlicht.

Der Fundplatz, auf dem bereits eine Siedlung der vorrömischen Eisenzeit nachgewiesen werden kann, ist geprägt durch einen außergewöhnlich hohen Anteil von Objekten aus dem Kontext des römischen Militärs des frühen 1. Jhs. n. Chr. Hierbei handelt es sich vor allem um Ausrüstungsteile römischer Legionäre, Elemente von Pferdegeschirr, aber auch um Terra Sigillata und Fragmente unterschiedlicher römischer Gebrauchskeramik. Befunde selber, die eindeutig in das 1. Jh. n. Chr. gehören, wurden bislang allerdings nicht zweifelsfrei identifiziert. Bereits G. Ulbert schlug 1977 vor, dass diese Funde mit großer Wahrscheinlichkeit mit den schriftlich überlieferten Feldzügen des Germanicus in den Jahren 15/16 n. Chr., bei denen die großen Flüsse als Einfalls- und Versorgungsrouten in das Landesinnere genutzt wurden, in Verbindung zu bringen seien. Diese Interpretation wurde in der Forschung kontrovers diskutiert. Ein kleiner Anteil der Funde weist allerdings auch in das 2. und 3. Jh. n. Chr.

 

Bentumersiel Altfunde

Metallene Fundobjekte aus dem Kontext des frührömischen Militärs aus Bentumersiel (nach Ulbert 1977, Taf. 1-3)

 

Die neue Analyse, basierend auf einer genauen Datierung und Einordnung der Kleinfunde, soll unter anderem zur Interpretation des Charakters des Fundplatzes und darüber hinaus zu seiner Bedeutung für das Weser-Ems-Gebiet als Anlaufpunkt für die römischen Feldzüge des frühen 1. Jhs. n. Chr. beitragen.

 

Das Projekt gehört dem Themenbereich Mensch & Gesellschaft an.


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In Kooperation mit

Niedersächsisches Institut für historische Küstenforschung (NIhK) in Wilhelmshaven

http://www.nihk.de/

http://www.nihk.de/index.php?id=214

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