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Indikatoren territorialer Herrschaft im Norden? Interdisziplinäre Grundlagenforschung zum frühen Königtum in Skandinavien am Beispiel der Huseby-Orte

Dr. Thorsten Lemm

Das primäre Ziel des Projektes liegt in der Erarbeitung von Forschungsgrundlagen für eine zukünftige intensive Auseinandersetzung mit der skandinavischen Huseby-Thematik. Trotz einer über einhundertjährigen Forschung zu den Orten dieses Namens in Skandinavien fehlt nach wie vor der Unterbau, der zur Beantwortung übergeordneter Fragestellungen eigentlich zwingend notwendig ist. Die schon früh als königliche Höfe interpretierten Husebyer wurden bislang lediglich in ausgewählten Regionen Schwedens und Norwegens im Hinblick auf ihre Lage und ihr Umfeld betrachtet. Aufgrund der ungleichen Verteilung des Ortsnamen über Skandinavien, der sporadischen Erwähnungen in den Schriftquellen sowie zum Teil bedeutender archäologisch-historischer Überlieferungen bei den Orten werden die Husebyer als Bestandteile eines spätwikingerzeitlichen bzw. frühmittelalterlichen königlichen Verwaltungsapparates interpretiert. In jüngster Zeit mehren sich jedoch Zweifel daran, ob von einem einheitlichen Huseby-System in den drei skandinavischen Königreichen auszugehen ist, die mit Forderungen nach einer differenzierteren Betrachtung der Huseby-Orte einhergehen. Indem Informationen zum Umfeld und zur Lage Husebyer gesammelt und diese dann detaillierten Kontextanalysen unterzogen werden, soll im Rahmen des hier beantragten Projektes die für eine zukünftige differenziertere Betrachtung der Husebyer unbedingt erforderliche Basis geschaffen werden.

Siedlungen sind immer auch eingebunden in ein komplexes Gefüge von übergeordneten Machtstrukturen der jeweiligen Gesellschaft, unabhängig davon, ob sich diese Macht politisch, ökonomisch, militärisch, administrativ, juristisch oder kultisch manifestiert. Diese Machtstrukturen führen zu einer Ausdifferenzierung der Siedlungsformen, wie sie sich zum Beispiel anhand von Burgwällen und befestigten Siedlungen, frühurbanen Zentren oder Verwaltungsorten fassen lassen. Hierbei gilt es, diese Manifestation von Macht anhand der baulichen Strukturen der Siedlungen selbst zu analysieren, diese in ihren jeweiligen kulturräumlichen und siedlungsgeographischen Zusammenhang zu stellen sowie in einen überregionalen Kontext zu spiegeln.Verbreitungskarte der Husebyer_neu

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Husebyer in Skandinavien und auf den Orkney-Inseln.

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