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Publikation “Wiskiauten – Die Ausgrabungen des Gräberfeldes 1865-1945: Funde und Befunde”

Contributors: Dr. Timo Ibsen, Dr. Christoph Jahn

Das Gräberfeld von Wiskiauten in Ostpreußen (heute Mohovoe im Kaliningrader Gebiet Russlands) blickt auf eine über 150jährige Ausgrabungsgeschichte zurück. Mit einem hohen Anteil von skandinavischen Funden der Wikingerzeit in den etwa 500 Hügelgräbern nimmt dieses Gräberfeld eine Sonderrolle im südlichen Ostseeraum ein. Das Gräberfeld ist zwar seit Jahrzehnten in der archäologischen Literatur bekannt, durch die Verlagerungsgeschichte der Königsberger Prussia-Sammlung in Folge des Zweiten Weltkrieges konnten die Funde und Befunde aber bis heute nicht vollständig und systematisch vorgelegt werden.

Wiskiauten_Beigaben

Foto-Dokumentation des Königsberger Prussia-Museums von verschiedenen Grabbeigaben aus Wiskiauten (um 1935) mit heutiger Rekonstruktion der Grab- und Inventarnummern

Eine umfassende (Neu-) Bearbeitung des Gräberfeldes ist erst mit dem wiederentdeckten Ortsaktenarchiv des ehemaligen Königsberger Prussia-Museums möglich, das heute im Museum für Vor- und Frühgeschichte Berlin aufbewahrt wird. Aus heutiger Sicht sind die Ausgrabungen in Wiskiauten schon deshalb von besonderer Bedeutung, weil die Grabungsbefunde zumeist außerordentlich detailliert dokumentiert worden sind. Unter allen ostpreußischen Gräberfeldern sticht die Dokumentation zum Gräberfeld von Wiskiauten durch die große Menge von erhaltenen schriftlichen Dokumenten, Plänen und Grabungsfotos hervor. Diese Menge von Archivalien verdanken wir nicht einer überdurchschnittlich guten Erhaltung und Überlieferung, sondern in erster Linie dem besonderen Aufwand, der im Prussia-Museums bei der umfassenden Dokumentation der Ausgrabungen von den Ausgräbern betrieben wurde. Dieser dokumentarische Ehrgeiz verdeutlicht die wissenschaftliche Relevanz, die diesem Fundplatz schon vor 1945 zugerechnet wurde. Die Archivalien ermöglichen heute eine weitreichende Rekonstruktion der Grabungsgeschichte, der geborgenen Grabbeigaben und der dazugehörigen Befunde. Einige Funde sind auch in Berlin und Kaliningrad erhalten. Aufgabe dieses Publikationsprojektes ist es, diese Quellen zu den Funden und Befunden aus Wiskiauten erstmals so zu kontextualisieren und aufzubereiten, dass zukünftige Interpretationen zur Funktion, Gliederung und Bedeutung des Gräberfeldes von Wiskiauten in der Wikingerzeit auf eine deutlich breitere Datengrundlage gestellt werden, als sie bislang zugänglich war.

Die Monographie soll in der im Rahmen des Akademieprojektes „Forschungskontinuität und Kontinuitätsforschung“ von Matthias Wemhoff und Claus von Carnap-Bornheim herausgegebenen Reihe „Studien zur Siedlungsgeschichte und Archäologie der Ostseegebiete“ erscheinen.

Wiskiauten_Befund

Freilegung einer Skelettbestattung in Bauchlage (Grabhügel 163) im Jahre 1934

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