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Workshop und Buch: Greifvogel und Mensch - Falknerei und Vogelsymbolik durch die Jahrtausende in globaler Sicht (abgeschlossen)

Dr. Oliver Grimm, Karl-Heinz Gersmann

Die Jagd mit Hilfe von dazu abgerichteten Greifvögeln stellt eine sehr entwickelte Form der Jagdausübung dar. Wahrscheinlich wurde sie von Reiternomaden der eurasischen Steppe erfunden, und von dort aus verbreitete sie sich, im frühen ersten Jahrtausend n.Chr., nach Osten bis Japan und nach Westen bis Spanien und Portugal. Für eine breit angelegte Analyse der Falknerei sind eine Vielzahl von Quellen heranzuziehen, eingeschlossen das Wissen von Praktikern. Eine solche Analyse steht aus, sie ist der Gegenstand aktueller Forschungen am ZBSA, die einen Schwerpunkt auf Nordeuropa und das Baltikum legen.

Falkner mit Adler bei dem Golden Eagle Festival 2012 in der Mongolei (Foto: Takuya Soma). Reiternomaden der Steppe werden üblicherweise als Erfinder der Beizjagd betrachtet.

Falkner mit Adler bei dem Golden Eagle Festival 2012 in der Mongolei (Foto: Takuya Soma). Reiternomaden der Steppe werden üblicherweise als Erfinder der Beizjagd betrachtet.

Im Rahmen des Beizjagd-Workshops am ZBSA (Frühjahr 2014) kamen 30 Wissenschaftler und Falkner aus elf Ländern zusammen. Neben einleitenden Vorträgen zur Falknerei selbst gab es Darstellungen aus den Naturwissenschaften (Zoologie), Fallstudien (u.a. zur Falknerei und zum Vogelfang in Norwegen) and Querschnittstudien durch unterschiedliche geisteswissenschaftliche Fächer (u.a. Kunstgeschichte Nord- und Mitteleuropas).

Wie der Workshop zeigte, haben Nordeuropa und das Baltikum eine Vielzahl bedeutender beizjagdgeschichtlicher Zeugnisse aufzuweisen, die es jedoch vor einem breiteren Hintergrund zu betrachten gilt, denn grundsätzliche Fragen zur Herkunft und Verbreitung dieser besonderen Jagdart sind bisher nicht abschließend geklärt. Aus diesem Grunde wird die folgende Workshop-Publikation ganz wesentlich erweitert. Die geschätzten 100 Beiträge werden Beizjagdgeschichte in voller geographischer Breite (Japan bis Spanien/Portugal) und inhaltlicher Tiefe (Beiträge aus der Praxis, aus den Natur- und Geisteswissenschaften) abdecken. Das Buch, das in enger Kooperation mit Falknern und Falknerverbänden entsteht, soll in englischer Sprache im Frühjahr 2017 erscheinen. Mit Karl-Heinz Gersmann konnte ein namhafter Falkner als zweiter Buchherausgeber gewonnen werden.

Rekonstruktion des ostschwedischen Rickeby-Grabs aus dem 7. Jh. Der hochrangige Krieger wurde zusammen mit einem Pferd, mehreren Hunden, mehreren Beizvögeln und Tieren bestattet, die typische Beute einer Beizjagd sind (Zeichnung Ulla Malmsten, nach: Vendel Period Studies, Stockholm 1983, Abb. 5)

Rekonstruktion des ostschwedischen Rickeby-Grabs aus dem 7. Jh. Der hochrangige Krieger wurde zusammen mit einem Pferd, mehreren Hunden, mehreren Greifvögeln und Tieren bestattet, die typische Beute einer Beizjagd sind (Zeichnung Ulla Malmsten, nach: Vendel Period Studies, Stockholm 1983, Abb. 5).

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