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Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie

Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf
D-24837 Schleswig

Tel. +49/(0)4621 - 813-0
Fax +49/(0)4621 - 813-535
E-Mail: zbsa@schloss-gottorf.de

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Die GIS-Abteilung im ZBSA

Im ZBSA ist ein eigens für die Anwendung des Geographischen Informationssystems (GIS) eingerichteter Arbeitsbereich integriert, in dem die Informationen über Daten mit Raumbezug aus den zahlreichen Forschungsprojekten des ZBSA zusammenfließen.

Die Anwendungsmöglichkeiten des GIS sind dabei – bedingt durch die verschiedenen Fragestellungen aus den Forschungsprojekten – unterschiedlichster Natur. Besonders die räumliche Analyse der Daten aus den kaiser- und völkerwanderungszeitlichen Kriegsbeuteopferplätzen Nordeuropas belegen eindrucksvoll die Möglichkeiten, die das GIS für archäologische Fragestellungen liefern kann. So wurden die Grabungspläne der Ausgrabungen zwischen den Jahren 1989 und 1999 im Opferplatz von Nydam in Südjütland systematisch gescannt und digitalisiert, wobei unzählige Fotos und Grabungszeichnungen sowie Datenbankeinträge mit den Plänen verknüpft wurden. Dies ermöglicht nun ganz neue Analyse- und Visualisierungsverfahren, wie sie am Beispiel Nydam erstmals für Kriegsbeuteopferplätze angewendet werden konnten. Besonders wichtige Fragestellungen sind dabei die räumliche Anordnung der Fundobjekte aus verschiedenen Niederlegungsphasen sowie Rekonstruktionen militärischer und personengebundener Ausrüstungen aufgrund von Lageanalysen der einzelnen Bestandteile. Aber auch bei spärlicher Datengrundlage lassen sich beeindruckende Ergebnisse erzielen. Pläne und Schriftstücke aus dem 19. Jahrhundert ermöglichten in Verbindung mit aktuellem Kartenmaterial die Rekonstruktion der genauen Lage der 1860 durch C. Engelhardt untersuchten Grabungsflächen im Thorsberger Moor bei Süderbrarup. Als weitere Mooropferplätze wurden auch die jütischen Fundstellen Illerup Ådal und Ejsbøl im GIS erfasst, womit nun die größten kaiser- und völkerwanderungszeitlichen Waffendeponierungen Südskandinaviens in digitaler Form im ZBSA vorliegen.

Nydam 3D

Ganz andere Fragestellungen wie Siedlungsentwicklungen und -strukturen sowie Gebäuderekonstruktionen bei der GIS-basierten Analyse von Siedlungen und Zentralplätzen wie Haithabu und Wurt Elisenhof verdeutlichen die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten. Die Visualisierung baulicher Strukturen bewährt sich auch bei Grabanlagen, wie die Holzkammergräber von Neudorf-Bornstein, Kr. Rendsburg-Eckernförde, oder Poprad-Matejovce in der Slowakei zeigen. Schließlich erlaubt die Verknüpfung archäologischer und naturwissenschaftlicher Fachdaten die Entwicklung komplexer Modelle historischer und prähistorischer Kulturlandschaften. Die Nachvollziehbarkeit aller Arbeitsschritte von der Datenerfassung bis zu der daraus entwickelten Interpretation ist bei dieser Arbeit besonders bedeutsam.

Poprad Grabkammer

Ein weiterer Arbeitsbereich ist das 3D-Scannen von Objekten  in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein (ALSH) und deren weitere Bearbeitung. Diese erfolgt am ALSH sowie in der GIS- Abteilung des ZBSA. Ziel ist zum einen für die Erstellung publikationsreifer Vorlagen von maßstabsgetreuen Abbildungen und Querschnitten von Objekten. Es werden aber auch von einzelnen Fundstücken wie etwa steinzeitlichen Artefakten  und anderen Objekten dreidimensionale Modelle sowie PDF- Dateien mit 3D-Inhalt erzeugt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Rekonstruktion von Objekten basierend auf den Ergebnissen der Arbeiten im GIS. Ein gutes Beispiel hierfür ist das frühvölkerwanderungszeitliche Kammergrab von Poprad-Matejovce. Hier erfolgte die 3D- Rekonstruktion des Grabes und eines Teils des Inventars auf der Grundlage des GIS.

Poprad Bett

Die Arbeitsergebnisse der GIS- Abteilung fließen in interne und externe Publikationen ein. Die digitalen Daten werden am ZBSA vorgehalten und stehen auf Anfrage auch für weitere Projekte zur Verfügung. Eine vorgegebene modulare Datenstruktur für die einzelnen Projekte erleichtert eine spätere Zusammenführung der Daten zu größere Einheiten.

 

Projekte der GIS-Abteilung

Laufende Projekte

  • Keltische Oppida in Böhmen (K. Göbel, J. Nowotny, V. Salač)
  • Duvensee (N. Binkowski, J. E. Freigang, K. Göbel)
  • 3D-Scans des Kammergrabes und des hölzernen Inventars von Poprad- Matejovce und 3D Rekonstruktion (ALSH, J. Nowotny)
  • GIS zur Erfassung, Analyse und Visualisierung von Manipulationsspuren an Schädelknochenfragmenten aus Zamostje (J. Nowotny, M. Torv)
  • Motala, GIS und 3D-Visualisierung (K. Berggren, K. Göbel)
  • Digitalisierung ausgewählter Gräberfelder für Dissertation A. Früboes (J. Nowotny, N. Binkowski)
  • Spät-jungpaläolithischer Fundplatz Ahrenshöft (N. Binkowski, K. Göbel)
  • Ahrensburger Tunneltal- Erfassung, Digitalisierung und Analyse der Dokumentation aus den 1970er Jahren (ALSH, N. Binkowski, K. Göbel, J. Nowotny)

 

Ruhende und abgeschlossene Projekte

  • Ejsbøl - Digitalisierung der Altgrabungen von Hans Neumann, Haderslev Museum, in den Jahren 1956–1964 („Ejsbøl I“) (J. Nowotny)
  • Illerup-Ådal - Digitalisierung der Grabungsdokumentation von 1975 – 1985 (N. Binkowski, K. Göbel)
  • Digitalisierung und Auswertung der Grabungsergebnisse der Siedlungsgrabungen von Wiskiauten im Kaliningrader Gebiet und Suzdal (J. Frenzel)
  • Fundkartierung der Siedlungsgrabung Schietzel in Haithabu  (N. Binkowski, J. Schultze).
  • Goldbrakteaten der Völkerwanderungszeit (Aufbau einer Datenbank und räumliche Visualisierung (K.Göbel, S. Hauschild)
  • Isotopenprojekt  von Prof. T.D. Price (K. Göbel)
  • Völkerwanderungszeitliche Dolchmesser in der süd-östlichen Region des Ostseegebietes (K. Göbel)
  • Geländemodell Lübecker Bucht (K. Göbel)
  • Quern LA 28 (J. Nowotny)
  • Satrup LA 2 (J. Nowotny)
  • Haithabu LA 48, LA 49 - Suchgräben Jankuhn (J. Nowotny)
  • Römische Fundmünzen im Baltikum  (J. Nowotny, A. Zapolska)
  • Kiel Ellerbek- Digitalisierung der Vorlage von Franzius 1883 (J. Nowotny)
  • Bordesholm - Digitalisierung von Dokumentation der Klosterkirche (N. Binkowski, K. Göbel, J. Nowotny, T. Opitz)
  • Digitalisierung ausgewählter Dokumentation des Fundplatzes Hollingstedt (J. Nowotny)
  • Kartenerstellung und Digitalisierung für UNESCO- Weltkulturerbeantrag „Viking Age sites in Northern Europe“ (K.Göbel, J. Nowotny)
  • Digitalisierung ausgewählter sächsischer Burgwälle in Holstein und Erstellung dreidimensionaler Modelle der Stellerburg und der Burg Esesfelth für Dissertation Th. Lemm (J. Nowotny)
  • Mejlby2, RIM 906 -  Gräberfeld in Dänemark  (M. Franozyk, K. Göbel)
  • Kasuciai - Gräberfeld in Litauen (K. Göbel, J. Nowotny, E. Stankevičiūtė)
  • Erstellung eines „Liegenschafts-GIS“ für die Verwaltung der Schlossinsel Gottorf (J. Nowotny, M. Zabel)

 

 

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