<?xml version="1.0"?>
<oembed><version>1.0</version><provider_name>Centre for Baltic and Scandinavian Archaeology (ZBSA)</provider_name><provider_url>https://zbsa.eu/en</provider_url><author_name>Matthias Bolte</author_name><author_url>https://zbsa.eu/en/author/matthias-bolte/</author_url><title>April 2020 - Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie (ZBSA) &#x2014; Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie</title><type>rich</type><width>600</width><height>338</height><html>&lt;blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="tIKuCdKJ1e"&gt;&lt;a href="https://zbsa.eu/en/april-2020/"&gt;April 2020&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;iframe sandbox="allow-scripts" security="restricted" src="https://zbsa.eu/en/april-2020/embed/#?secret=tIKuCdKJ1e" width="600" height="338" title="&#x201C;April 2020&#x201D; &#x2014; Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie (ZBSA) &#x2014; Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie" data-secret="tIKuCdKJ1e" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no" class="wp-embedded-content"&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;
/* &lt;![CDATA[ */
/*! This file is auto-generated */
!function(d,l){"use strict";l.querySelector&amp;&amp;d.addEventListener&amp;&amp;"undefined"!=typeof URL&amp;&amp;(d.wp=d.wp||{},d.wp.receiveEmbedMessage||(d.wp.receiveEmbedMessage=function(e){var t=e.data;if((t||t.secret||t.message||t.value)&amp;&amp;!/[^a-zA-Z0-9]/.test(t.secret)){for(var s,r,n,a=l.querySelectorAll('iframe[data-secret="'+t.secret+'"]'),o=l.querySelectorAll('blockquote[data-secret="'+t.secret+'"]'),c=new RegExp("^https?:$","i"),i=0;i&lt;o.length;i++)o[i].style.display="none";for(i=0;i&lt;a.length;i++)s=a[i],e.source===s.contentWindow&amp;&amp;(s.removeAttribute("style"),"height"===t.message?(1e3&lt;(r=parseInt(t.value,10))?r=1e3:~~r&lt;200&amp;&amp;(r=200),s.height=r):"link"===t.message&amp;&amp;(r=new URL(s.getAttribute("src")),n=new URL(t.value),c.test(n.protocol))&amp;&amp;n.host===r.host&amp;&amp;l.activeElement===s&amp;&amp;(d.top.location.href=t.value))}},d.addEventListener("message",d.wp.receiveEmbedMessage,!1),l.addEventListener("DOMContentLoaded",function(){for(var e,t,s=l.querySelectorAll("iframe.wp-embedded-content"),r=0;r&lt;s.length;r++)(t=(e=s[r]).getAttribute("data-secret"))||(t=Math.random().toString(36).substring(2,12),e.src+="#?secret="+t,e.setAttribute("data-secret",t)),e.contentWindow.postMessage({message:"ready",secret:t},"*")},!1)))}(window,document);
//# sourceURL=https://zbsa.eu/wp-includes/js/wp-embed.min.js
/* ]]&gt; */
&lt;/script&gt;</html><description>Der Ausbruch des Laacher See Vulkans und seine Auswirkungen in Schleswig-Holstein Sascha Kr&#xFC;ger M.A. Im Rahmen des Promotionsprojektes wurden in diesem Jahr die palynologischen und tephrochronologischen Analysen der Sedimente des Nahe Pal&#xE4;osees (Kreis Segeberg, Abb. 1) abgeschlossen. Zu den wichtigsten Ergebnissen z&#xE4;hlt dabei, dass insgesamt drei mikroskopische Vulkanaschelagen, sogenanntes Cryptotephra Abb. 2, gefunden werden konnte. Bei Cryptotephra handelt es sich um winzige Partikel glas&#xE4;hnliche Verbindungen, die im Falle der hier gefundenen Lagen sogar morphologisch unterschieden werden k&#xF6;nnen. Sie bieten zeitparallele Markierungs-Horizonte die genaue Korrelationen zwischen stratigraphische Sequenzen zulassen. Dies liegt darin begr&#xFC;ndet, dass Vulkanausbr&#xFC;che und die damit verbundene Ablagerung der Asche &#xFC;ber einen gro&#xDF;en Gebiet in einem geologisch gesehen extrem kurzen Zeitfenster passiert und damit als zeitlich synchron gelten kann. Die Anwendung solcher Marker-Horizonte ist besonders wertvoll bei der Interpretation sp&#xE4;tglazialer und fr&#xFC;h-Holoz&#xE4;ner Schichten (etwa im Zeitraum zwischen 15.000 bis 10.000 vor heute). Die Korrelation und Datierung von Sequenzen aus dieser Zeit mit Hilfe der Radiokarbondatierung allein ist schwierig und mit zahlreichen Unsicherheiten behaftet. Die Nutzung der Tephrochronologie bietet hier eine zus&#xE4;tzliche zeitliche Sicherheit, aber auch unabh&#xE4;ngige Korrelationsm&#xF6;glichkeit. In den Sedimenten des Nahe Pal&#xE4;osees wurden Partikel der Saksunarvatn Asche (etwa 10.250 vor heute), der Vedde Asche (etwa 12.050 vor heute) und der Laacher See Tephra (Abb. 3, etwa 12.900 vor heute) gefunden. Vedde und Saksunarvat sind Eruptionen isl&#xE4;ndischer Vulkansysteme. Die Laacher See Eruption geschah hingegen im Herzen Europas und ist die schwerste vulkanische Eruption des Sp&#xE4;tglazials. Das eruptive Zentrum &#x2013; der heutige Laacher See nahe Koblenz &#x2013; liegt etwa 500 km s&#xFC;dwestlich des Nahe Pal&#xE4;osees. Bisher wurden keine Spuren der Laacher See Tephra nordwestlich des H&#xE4;melsees (Niedersachsen) entdeckt. Die Untersuchungen der Sedimente des Nahe Pal&#xE4;osees setzen nun einen weiteren Fundpunkt auf die Landkarte, deutlich au&#xDF;erhalb des bekannten Aschef&#xE4;chers (Abb. 4).&#xA0; Die Laacher See Tephra ist als mikroskopische Lage in eine jahresgeschichtete Sequenz der gewonnenen Bohrkernsedimente eingebettet. Dadurch ist gew&#xE4;hrleistet, dass mithilfe einer breiten Palette interdisziplin&#xE4;rer Analysen (geochemisch, sedimentologisch, palynologisch) auch der Einfluss des Ausbruches von etwa 12.900 Jahren vor heute auf die lokale Umwelt des Nahe Pal&#xE4;osees untersucht werden konnte. Die Ergebnisse der geochemischen und sedimentologischen Untersuchungen, welche von Stefan Dreibrodt (CAU) durchgef&#xFC;hrt wurden, zeigen eine unmittelbare Reaktion des Seesystems auf die Eruption des Laacher See Vulkans (LSE). Unwetter und Starkregenereignisse sind wahrscheinliche Ausl&#xF6;ser erh&#xF6;hter Erosion der Ufersedimente und vermehrten Eintrages aus dem Einzugsgebiet des Sees in den ersten vier Jahren nach der Eruption. Eine Versauerung des Seesystems bis 50 Jahre nach dem Ausbruch ist das Resultat des eingetragenen schwefelhaltigen Aerosols. Die &#xC4;nderung des pH-Wertes verschob deutlich die Voraussetzungen f&#xFC;r das Wachstum verschiedener Kiesel- und Gr&#xFC;nalgen (u.a. Pediastrum sp. und Botryococcus sp.). Ein Wechsel in der Algenflora und damit in der Nahrungskette, k&#xF6;nnte dazu gef&#xFC;hrt haben, dass sich auch eine &#xC4;nderung in der Zusammensetzung der Fischarten des Seesystems ergeben hat. Aus der Sicht sp&#xE4;tglazialer J&#xE4;ger und Sammler auf dem Gebiet des heutigen Schleswig-Holsteins ist diese Ver&#xE4;nderung des Nahrungsangebotes neben den starken Unwettern unmittelbar nach der Eruption die einzig wahrnehmbare Auswirkung auf die lokale Umwelt. Ver&#xE4;nderungen in der Zusammensetzung der lokalen Vegetation lassen sich nicht aus den Ergebnissen der Pollenanalysen ableiten. Die erhobenen Daten belegen au&#xDF;erdem das Einsetzen st&#xE4;rkerer Westwinde ab 120 Jahren nach der Eruption. Die Verlagerung dieser Winde nach S&#xFC;den (von Skandinavien nach Mitteleuropa) ist f&#xFC;r eine fr&#xFC;here Phase (40 Jahre nach LSE) in Norwegen und f&#xFC;r eine sp&#xE4;tere Phase (200 Jahre nach LSE) f&#xFC;r S&#xFC;dwestdeutschland belegt. Damit f&#xFC;gen sich die Ergebnisse aus dem Nahe Pal&#xE4;osee in bisherige Untersuchungen ein und sind in der Lage, die Geschwindigkeit dieser s&#xFC;dw&#xE4;rts gerichteten Verschiebung der Winde zu bestimmen: Zwischen 40 und 120 Jahren nach der LSE (von 62&#xB0; N nach 53.5&#xB0; N) ca. 12 km pro Jahr und zwischen 120 und 200 Jahren nach der LSE (von 53.5&#xB0; N nach 50 &#xB0; N) ca. 5 km pro Jahr.</description></oembed>
