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<oembed><version>1.0</version><provider_name>Centre for Baltic and Scandinavian Archaeology (ZBSA)</provider_name><provider_url>https://zbsa.eu/en</provider_url><author_name>Matthias Bolte</author_name><author_url>https://zbsa.eu/en/author/matthias-bolte/</author_url><title>April 2021 - Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie (ZBSA) &#x2014; Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie</title><type>rich</type><width>600</width><height>338</height><html>&lt;blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="XR0TAqdiVg"&gt;&lt;a href="https://zbsa.eu/en/april-2021/"&gt;April 2021&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;iframe sandbox="allow-scripts" security="restricted" src="https://zbsa.eu/en/april-2021/embed/#?secret=XR0TAqdiVg" width="600" height="338" title="&#x201C;April 2021&#x201D; &#x2014; Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie (ZBSA) &#x2014; Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie" data-secret="XR0TAqdiVg" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no" class="wp-embedded-content"&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;
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&lt;/script&gt;</html><description>Die Totenbahre aus dem Holzkammergrab von Poprad-Matejovce im Zipser Land, Slowakei Nina Lau Einer der bedeutendsten arch&#xE4;ologischen Funde der Slowakei, ein &#x201E;F&#xFC;rstengrab&#x201C; mit h&#xF6;lzernen Grabkammern und Mobiliar aus der fr&#xFC;hen V&#xF6;lkerwanderungszeit, wird derzeit in enger slowakisch-deutscher Zusammenarbeit im Rahmen eines mehrj&#xE4;hrigen Forschungsprojektes wissenschaftlich untersucht und publiziert. Das Grab von Poprad-Matejovce wurde 2006 am s&#xFC;d&#xF6;stlichen Fu&#xDF; der Hohen Tatra in der Nordostslowakei in der historischen Region Zips (heute Pre&#x161;ovsk&#xFD; kraj) ausgegraben. Die engen wissenschaftlichen Kontakte zwischen dem Arch&#xE4;ologischen Institut der Slowakischen Akademie der Wissenschaften in Nitra und der Stiftung Schleswig-Holsteinischen Landesmuseen Schloss Gottorf in Schleswig begr&#xFC;ndeten daraufhin ein internationales Forschungsprojekt unter slowakisch-deutscher Leitung, an dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus weiteren europ&#xE4;ischen L&#xE4;ndern vertreten sind. Das Projekt wird unter anderem durch beide Institutionen sowie von 2012-2015 durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziell unterst&#xFC;tzt. Das Grab von Poprad-Matejovce, datiert in die sp&#xE4;ten 370er Jahre n. Chr., zeichnet sich aus durch zwei vollst&#xE4;ndig erhaltene, h&#xF6;lzerne Grabkammern aus L&#xE4;rchenholz (Blockbau- und St&#xE4;nderbauweise; die &#xE4;u&#xDF;ere Kammer misst 3,95 m, x 2,70 m, H&#xF6;he 2 m) und h&#xF6;lzernes Mobiliar sowie Reste der Ausstattung und Kleidung aus organischem Material (Textilien, Leder). Unter den Funden aus dem Kammergrab von Poprad-Matejovce aus der Slowakei (sp&#xE4;te 370er Jahre n. Chr.) konnte eine h&#xF6;lzerne Bahre rekonstruiert werden, mit welcher der Tote im Rahmen einer Prozession zu seiner Grablege transportiert wurde. Sowohl die einzigartige Erhaltung organischer Materialien als auch die detaillierte Dokumentation des Befundes und die Analysem&#xF6;glichkeiten mittels Geographischem Informationssystem und 3D-Rekonstruktionen bieten Informationen, die &#xFC;ber den Erkenntnisgewinn vergleichbarer Grabfunde weit hinausgehen. So k&#xF6;nnen Fundgattungen wie das Mobiliar und die Bestandteile der Kleidung und textilen Grabausstattung aufgezeigt werden, die sich in anderen Fundpl&#xE4;tzen so nicht erhalten. Au&#xDF;erdem k&#xF6;nnen exakt Handlungsabl&#xE4;ufe bei der Konstruktion und Anlage des Grabes, der Bestattung selber, aber auch bei der sp&#xE4;teren Beraubung nachvollzogen werden, die einen ganz neuen Einblick in einen fr&#xFC;hgeschichtlichen Grabfund geben, der weit &#xFC;ber eine rein materielle Analyse hinausgeht. Die Forschungen an dem Grab von Poprad sind weitgehend abgeschlossen, so dass derzeit die mehrb&#xE4;ndige Monographie zum Grab vorbereitet wird. Parallel zu diesen Arbeiten wird die gro&#xDF;e Ausstellung zum Grab am Podtatransk&#xE9; Muzeum in Poprad durch die dortigen Kolleg:innen und diejenigen des Arch&#xE4;ologischen Instituts der Akademie der Wissenschaften in Nitra vorbereitet. In diesem Rahmen wurde durch &#x160;tefan Hritz, Karol Pieta und Tereza &#x160;tolcov&#xE1; vom Arch&#xE4;ologischen Institut in Nitra und Juraj Zajonc vom Institut f&#xFC;r Ethnologie und Sozialanthropologie in Bratislava, alle Slowakische Akademie der Wissenschaften, eine Rekonstruktion der h&#xF6;lzernen Transportbahre vorgenommen (Abb. 1-2). Die Rekonstruktion zeigt eine langrechteckige Kiste mit einer L&#xE4;nge von 234 cm und einer Breite von 75 cm (Au&#xDF;enma&#xDF;e). Die Kiste besitzt eine Deckplatte; die Bodenplatte ist nicht erhalten bzw. konnte unter dem Fundmaterial nicht identifiziert werden. Die Kiste ist durch eine Rahmenkonstruktion mittels verschiedener H&#xF6;lzer nach allen Seiten verst&#xE4;rkt und so f&#xFC;r bei einem Transport vor dem Auseinanderbrechen gesichert: vier vertikal konstruierte Stangen sicherten die Kiste nach den Seiten ab; diese waren oben und unten durch quer liegende Bretter miteinander verbunden. Zus&#xE4;tzlich waren sie im unteren Bereich der beiden Langseiten der Kiste mit jeweils einer langen Stange verbunden, die in L&#xE4;ngsrichtung ausgerichtet war. Diese beiden langen Stangen wurden sekund&#xE4;r verwendet; dies zeigen mehrere parallel zueinander angebrachte L&#xF6;cher, die wohl darauf schlie&#xDF;en lassen, dass es sich um die beiden Holme einer Anlegeleiter handelt. Offenbar wurde die Transportkiste eher provisorisch &#x2013; vielleicht aufgrund von Zeitmangel durch einen unvorhersehbar eingetretenen Tod &#x2013; konstruiert. Nach der Fundanalyse der Einzelteile der Bahre in ArcScene (Abb. 3) zeigte sich, dass diese bei der Ausgrabung 2006 teilweise noch auf dem Dach der inneren Kammer lagen, der Gro&#xDF;teil jedoch im Zuge der Grab&#xF6;ffnung auf den Boden in den schmalen westlichen und &#xF6;stlichen Bereichen zwischen innerer und &#xE4;u&#xDF;erer Kammerwand gefallen war. Weitere Objekte wurden w&#xE4;hrend der Baggerung 2005 vom Dach der inneren Kammer gerissen und blieben auf bereits vorher verst&#xFC;rztem Sediment liegen. Insgesamt kann aus dieser Fundsituation gefolgert werden, dass die Bahre nach dem Transport der Leiche zum Grab und der Bestattung in ihre Einzelteile zerlegt und auf dem Dach der inneren Grabkammer deponiert wurde. Dass in Poprad ausnahmsweise die Organik auch in h&#xF6;heren Fundschichten erhalten ist, hat zu diesem singul&#xE4;ren Fund gef&#xFC;hrt. In keinem anderen Grab in der r&#xF6;mischen Kaiserzeit oder V&#xF6;lkerwanderungszeit konnte eine rekonstruierbare Transportkonstruktion f&#xFC;r die Leiche nachgewiesen werden, obwohl in der Forschung davon ausgegangen wird, dass Leichenprozessionen und damit auch die Verwendung von Totenbahren regul&#xE4;rer Bestandteil zumindest bestimmter Bestattungen gewesen sind. Die Quellen aus dem r&#xF6;mischen Kontext sind dagegen deutlicher: Schriftquellen beschreiben Totenbahren im Zusammenhang mit Leichenprozessionen bei adligen Bestattungen (pompa funebris); diese werden erg&#xE4;nzt durch &#x2013; allerdings seltene &#x2013; Abbildungen auf Steinreliefs, z.B. dem Relief aus dem 1. Jh. n. Chr. aus Amiternum in Italien. Dargestellt eine &#xFC;berdachte Bahre, auf der sich der Tote &#x2013; dargestellt als lebender Mensch &#x2013; zus&#xE4;tzlich auf einem Totenbett liegend von Tr&#xE4;gern transportiert wird. Die Leichenprozession wird begleitet von wohl Familienmitgliedern, Musikern und weiteren Personen. Zu Leichenprozessionen im Barbaricum der r&#xF6;mischen Kaiserzeit und V&#xF6;lkerwanderungszeit gibt es keine weiteren Quellen, lediglich die Reste h&#xF6;lzerner Transportkonstruktionen &#x2013; von denen diejenige aus dem Grab von Poprad-Matejovce das weitaus am besten erhaltene und rekonstruierte St&#xFC;ck darstellt &#x2013; zeugen von deren Existenz bei Bestattungen.</description><thumbnail_url>https://zbsa.eu/wp-content/uploads/2021/03/abb1.jpg</thumbnail_url></oembed>
