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<oembed><version>1.0</version><provider_name>Centre for Baltic and Scandinavian Archaeology (ZBSA)</provider_name><provider_url>https://zbsa.eu/en</provider_url><author_name>Matthias Bolte</author_name><author_url>https://zbsa.eu/en/author/matthias-bolte/</author_url><title>August 2021 - Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie (ZBSA) &#x2014; Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie</title><type>rich</type><width>600</width><height>338</height><html>&lt;blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="EpW1znDrhk"&gt;&lt;a href="https://zbsa.eu/en/august-2021/"&gt;August 2021&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;iframe sandbox="allow-scripts" security="restricted" src="https://zbsa.eu/en/august-2021/embed/#?secret=EpW1znDrhk" width="600" height="338" title="&#x201C;August 2021&#x201D; &#x2014; Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie (ZBSA) &#x2014; Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie" data-secret="EpW1znDrhk" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no" class="wp-embedded-content"&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;
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&lt;/script&gt;</html><description>Der Ottarsh&#xF6;g und die k&#xF6;niglichen Husebyer Dr. Thorsten Lemm In D&#xE4;nemark, Schweden, Norwegen und auf den Orkney Inseln gibt es insgesamt mehr als 130 Ortschaften und H&#xF6;fe mit Namen wie Husby, Huseby, Husaby, Husab&#xF8;, etc., die allesamt auf ein altnordisches *H&#xFA;sab&#xFD;r zur&#xFC;ckgehen. Bei der Zusammensetzung des Namens handelt es sich um den Genetiv pluralis des neutralen Wortes hus (Haus) und die f&#xFC;r viele wikingerzeitliche Ortsnamen &#xFC;bliche Endung -b&#xFD;r im Sinne von &#x201E;Dorf/Siedlung&#x201C;. Dabei gibt die Pluralform husa- Ansto&#xDF; zu der Vermutung, dass sich gerade die Mehrzahl der H&#xE4;user an diesen Orten wesentlich auf die Namensgebung ausgewirkt und der Ortsname eine besondere Art von H&#xE4;usern bezeichnet habe &#x2013; z. B. repr&#xE4;sentative Geb&#xE4;ude, Speichergeb&#xE4;ude des K&#xF6;nigs oder Geb&#xE4;ude mit vielen unterschiedlichen Funktionen. Aufgrund verschiedener Hinweise ist davon auszugehen, dass die Husebyer im Zuge der skandinavischen Reichseinigungs- bzw. Staatsbildungsprozesse einen wichtigen Bestandteil der k&#xF6;niglichen Machtapparate darstellten. Der bisher g&#xE4;ngigen Interpretation zufolge sollen diese Siedlungen gr&#xF6;&#xDF;tenteils auf &#xE4;ltere Wohnsitze von H&#xE4;uptlingen oder Kleink&#xF6;nigen zur&#xFC;ckzuf&#xFC;hren sein, die w&#xE4;hrend der Konsolidierung der skandinavischen K&#xF6;nigreiche gegen Ende der Wikingerzeit konfisziert und zu k&#xF6;niglich-administrativen H&#xF6;fen umfunktioniert wurden. Als technischer Begriff d&#xFC;rfte *H&#xFA;sab&#xFD;r zu den urspr&#xFC;nglichen Ortsnamen zahlreicher zentraler Siedlungen als eine Kennzeichnung ihrer neuen Funktion(en) hinzugef&#xFC;gt worden sein und die alten Namen der Siedlungen verdr&#xE4;ngt haben. Als etablierter Appellativ und Ortsname kann Huseby jedoch auch zur Bezeichnung von neu angelegten Siedlungen oder H&#xF6;fen verwendet worden sein. In der Forschung wurde stets betont, dass im Umfeld der betreffenden Orte nicht selten sehr gro&#xDF;e Grabh&#xFC;gel, herausragende Einzelfunde oder auch besonders gro&#xDF;e Gr&#xE4;berfelder der j&#xFC;ngeren germanischen Eisenzeit und der Wikingerzeit anzutreffen sind &#x2013; allesamt Anzeiger f&#xFC;r Zentralorte lokaler H&#xE4;uptlinge der j&#xFC;ngeren Eisenzeit. Um einen solchen Grabh&#xFC;gel handelt es sich bei dem sogenannten &#x201E;Ottarsh&#xF6;g&#x201C; in Husby in Vendel, Uppland &#x2013; mit 37 m Durchmesser und 6 m H&#xF6;he einer der gr&#xF6;&#xDF;ten Grabh&#xFC;gel der mittelschwedischen M&#xE4;larsee-Region. Er befindet sich in prominenter Position inmitten eines Gr&#xE4;berfeldes, das aus etwa 90 deutlich kleineren Grabh&#xFC;gel besteht und allem Anschein nach vom 5. bis zum 8. Jh. genutzt wurde. Die in einem Holzeimer mit Bronzebeschl&#xE4;gen niedergelegte Brandbestattung, die interessanterweise m&#xE4;nnliche und weibliche Knochen enthielt, l&#xE4;sst sich anhand eines Knochenkammes samt Futteral, diverser Spielsteine aus Knochen, bronzener G&#xFC;rtelbeschl&#xE4;ge, einiger Fragmente eines Glasbechers und einer im Jahre 476/477 gepr&#xE4;gten byzantinischen Goldm&#xFC;nze in den Zeitraum 550&#x2013;600 n. Chr. datieren. Als Resultat einer detaillierten Aufnahme aller arch&#xE4;ologischen Fundstellen dieses Zeitraums im Umfeld aller Huseby-Orte, die in den letzten Jahren am ZBSA durchgef&#xFC;hrt wurde, muss die g&#xE4;ngige Interpretation jedoch ein st&#xFC;ckweit korrigiert werden. Im Schnitt weisen lediglich ca. ein Viertel der skandinavischen Husebyer beeindruckende Denkmale und/oder herausragende Funde am Ort selbst auf, die diese Orte als alte Zentralpl&#xE4;tze ausweisen. Bei etwas weniger als einem Viertel der Husebyer handelt es sich um Siedlungen, die sich in der Nachbarschaft von H&#xF6;fen befinden, die ihrerseits durch herausragende Funde oder beeindruckende Denkmale als &#xE4;ltere Zentralpl&#xE4;tze ausgewiesen werden. Bei ungef&#xE4;hr der H&#xE4;lfte aller Husebyer ist demnach darauf zu schlie&#xDF;en, dass die K&#xF6;nigsmacht im 11. und 12. Jh. bei der Verwaltung des Reiches bewusst eine Ankn&#xFC;pfung an &#xE4;ltere Machtstrukturen suchte. Die andere H&#xE4;lfte der betreffenden H&#xF6;fe und Siedlungen liefert hingegen keinerlei Hinweise auf einen &#xE4;lteren Zentralplatz, weder am Ort selbst, noch in der Nachbarschaft oder innerhalb der zugeh&#xF6;rigen Siedlungskammer. In diesen F&#xE4;llen d&#xFC;rften auf Bestreben des K&#xF6;nigtums neue Machtstrukturen in der Landschaft etabliert worden sein. Dieses empirische Ergebnis wirft ein neues Licht auf das bisherige von der Forschung skizzierte Bild der Husebyer, denn neben der Etablierung solcher Orte als Nachfolger von oder in der Nachbarschaft zu alten Zentralh&#xF6;fen sind zum &#xFC;berwiegenden Teil Neugr&#xFC;ndungen &#x2013; vermutlich des 11. Jh. &#x2013; in zuvor h&#xE4;ufig unbedeutenden Kleinregionen zu verzeichnen.</description><thumbnail_url>https://zbsa.eu/wp-content/uploads/2021/07/verbreitungskarte_husebyer-232x300.jpg</thumbnail_url></oembed>
