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<oembed><version>1.0</version><provider_name>Centre for Baltic and Scandinavian Archaeology (ZBSA)</provider_name><provider_url>https://zbsa.eu/en</provider_url><author_name>Matthias Bolte</author_name><author_url>https://zbsa.eu/en/author/matthias-bolte/</author_url><title>Die Grablege der Udonen in Harsefeld - Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie (ZBSA) &#x2014; Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie</title><type>rich</type><width>600</width><height>338</height><html>&lt;blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="xkz0bl25Cv"&gt;&lt;a href="https://zbsa.eu/en/grablege-der-udonen-in-harsefeld/"&gt;Die Grablege der Udonen in Harsefeld&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;iframe sandbox="allow-scripts" security="restricted" src="https://zbsa.eu/en/grablege-der-udonen-in-harsefeld/embed/#?secret=xkz0bl25Cv" width="600" height="338" title="&#x201C;Die Grablege der Udonen in Harsefeld&#x201D; &#x2014; Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie (ZBSA) &#x2014; Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie" data-secret="xkz0bl25Cv" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no" class="wp-embedded-content"&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;
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&lt;/script&gt;</html><description>Im Zuge arch&#xE4;ologischer Untersuchungen im Bereich von Burg, Kloster und Stift Harsefeld, Lkr. Stade, Niedersachsen, konnte in den Jahren 1992&#x2013;1993 die Grablege des Adelsgeschlechtes der Udonen &#x2013; auch als Grafen von Stade bezeichnet &#x2013; durch die Stader Kreisarch&#xE4;ologie ann&#xE4;hernd vollst&#xE4;ndig ausgegraben werden. F&#xFC;r norddeutsche Verh&#xE4;ltnisse sind die insgesamt 26 geborgenen Skelette au&#xDF;ergew&#xF6;hnlich gut erhalten und stellen somit eine erstrangige Quelle zur interdisziplin&#xE4;ren Erforschung der Lebensverh&#xE4;ltnisse einer fr&#xFC;h- und hochmittelalterlichen Adelsfamilie dar. Das Skelettmaterial befindet sich im arch&#xE4;ologischen Fundmagazin des Landkreises Stade. Bei den Udonen handelt es sich um ein historisch von der zweiten H&#xE4;lfte des 10. Jh. bis in die zweite H&#xE4;lfte des 12. Jh. gut belegtes und f&#xFC;r den gesamten norddeutschen Raum bedeutendes s&#xE4;chsisches Adelsgeschlecht, das auch &#xFC;ber Besitzungen n&#xF6;rdlich der Elbe verf&#xFC;gte. Mehrere der in Harsefeld bestatteten Pers&#xF6;nlichkeiten sind auch aus einem skandinavischen Blickwinkel von Interesse. Der erste in Harsefeld bestattete Graf, Heinrich der Kahle (* 922&#x2013;926, &#x2020; 10. Mai 975/976), diente beispielsweise Kaiser Otto II. bei seinem Angriff auf das Danewerk im Jahre 974 als Berater. Graf Udo von Stade (* 953&#x2013;957, &#x2020; 23. Juni 994) kam bei einem Wikinger&#xFC;berfall auf Stade im Jahre 994 gewaltsam zu Tode; sein Neffe Siegfried verstarb einige Monate sp&#xE4;ter an Verletzungen, die ihm in der Geiselhaft zugef&#xFC;gt worden waren. Liutgard von Stade (* 1118&#x2013;1122, &#x2020; 29./30. Jan. 1152) heiratete 1144 K&#xF6;nig Erik III. Lam von D&#xE4;nemark (reg. 1137&#x2013;1146, &#x2020; 27- Aug. 1147), der 1046 abdankte, sich scheiden lie&#xDF; und 1047 als M&#xF6;nch starb. Das Grab ihres zeitweiligen Schwiegervaters, Eriks Vater H&#xE5;kon Jyde, wurde bei Ausgrabungen in der Altstadt von Schleswig entdeckt. Von 1056 bis 1112 stellten die Udonen die Markgrafen der Nordmark. Demzufolge sind die Stader Grafen relevant f&#xFC;r den weiteren Kontext des Forschungsschwerpunktes &#x201E;Research Cluster Hedeby, Slesvig and beyond&#x201C;. Ziel des Projektes ist es, durch eine Kombination des biohistorischen, arch&#xE4;ologischen, und historischen Quellenmaterials Erkenntnisse &#xFC;ber das Wirken und die Lebenswirklichkeit der Udonen im Niederelbegebiet und dar&#xFC;ber hinaus zu gewinnen. Als erste in einer Reihe von geplanten naturwissenschaftlichen Analysen erfolgte 2020&#x2013;2021 bereits die umfassende anthropologische Bearbeitung der 26 Skelette &#x2013; Bestandsaufnahme der vorhandenen Skelettelemente, Bestimmung der Individualdaten (Sterbealter, Geschlecht, K&#xF6;rperh&#xF6;he), Vermessung von Sch&#xE4;del und Langknochen sowie vollst&#xE4;ndige Aufnahme der pathologischen und traumatologischen Ver&#xE4;nderungen &#x2013; durch die Anthropologin Dr. Bettina Jungklaus. Ebenfalls im Jahr 2021 hat Prof. Dr. Ben Krause-Kyora vom Institut f&#xFC;r Klinische Molekularbiologie der CAU Kiel mit der molekulargenetischen Untersuchung aller Individuen begonnen, die 2022 abgeschlossen sein wird. Eine entsprechende Erhaltung der aDNA vorausgesetzt, werden die Ergebnisse der Analysen famili&#xE4;re Beziehungen der Bestatteten untereinander zu erkennen geben. Durch die Analysen wird au&#xDF;erdem erstmals ein fr&#xFC;hmittelalterlicher genetischer Daten-Pool f&#xFC;r Norddeutschland erstellt, der sich f&#xFC;r Vergleiche mit aDNA-Material u.a. aus Haithabu und Schleswig eignen wird. Des Weiteren ist f&#xFC;r 2021&#x2013;2022 die Durchf&#xFC;hrung von 14C-Datierungen aller Individuen anberaumt. In Anbetracht des enormen Potentials des Skelettmaterials besteht die Chance, mithilfe der genannten naturwissenschaftlichen Methoden in Kombination mit der arch&#xE4;ologisch in Teilen gesicherten Belegungsabfolge und historisch &#xFC;berlieferten Daten, die in Harsefeld bestatteten Personen zu identifizieren. Die Identifikation historisch belegter angeheirateter Frauen aus weiter entfernten Regionen &#x2013; z. B. Mechtild aus Schwaben (* um 955, &#x2020; vor 1016) &#x2013; kann zus&#xE4;tzlich auf Basis von Strontium-Isotopen-Untersuchungen gelingen, die f&#xFC;r die Zukunft in Betracht gezogen werden. Zudem sind mehrere Familienangeh&#xF6;rige der Stader Grafen gewaltsam zu Tode gekommen; zu erwartende Traumata am Skelettmaterial, die sich im Rahmen der anthropologischen Untersuchung nachweisen lassen, k&#xF6;nnten Hinweise auf die exakten Todesursachen liefern. Im Rahmen der sich anschlie&#xDF;enden arch&#xE4;ologisch-historischen Untersuchungen im Jahr 2022, welche die Resultate der naturwissenschaftlichen Analysen ber&#xFC;cksichtigen und ihren Fokus auf das weitere kulturhistorische Umfeld richten werden, soll die machtpolitische Rolle der Udonen im Spannungsfeld zwischen dem Kontinent und Skandinavien diskutiert werden. Themenbereiche Mensch und Gesellschaft Forschungsschwerpunkte Research Cluster Hedeby, Slesvig and beyond Jenseits des Grabes Grundlagenforschung in der naturwissenschaftlichen Arch&#xE4;ologie Mitarbeiter Leitung:Dr. Thorsten Lemm Mitarbeiter:Dr. John Meadows &#xA0;&#xA0; In Kooperation mit Daniel N&#xF6;sler M.A. (Arch&#xE4;ologische Denkmalpflege des Landkreises Stade) Prof. Dr. Ben Krause-Kyora (Institut f&#xFC;r Klinische Molekularbiologie, CAU Kiel) Arne Homann M.A. (St&#xE4;dtisches Museum Schlo&#xDF; Salder, Salzgitter)</description><thumbnail_url>https://zbsa.eu/wp-content/uploads/2021/11/lemm-harsefeld_1-225x300.jpg</thumbnail_url></oembed>
