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<oembed><version>1.0</version><provider_name>Centre for Baltic and Scandinavian Archaeology (ZBSA)</provider_name><provider_url>https://zbsa.eu/en</provider_url><author_name>Matthias Bolte</author_name><author_url>https://zbsa.eu/en/author/matthias-bolte/</author_url><title>Juni 2020 - Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie (ZBSA) &#x2014; Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie</title><type>rich</type><width>600</width><height>338</height><html>&lt;blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="h35LUd1Eup"&gt;&lt;a href="https://zbsa.eu/en/juni-2020/"&gt;June 2020&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;iframe sandbox="allow-scripts" security="restricted" src="https://zbsa.eu/en/juni-2020/embed/#?secret=h35LUd1Eup" width="600" height="338" title="&#x201C;Juni 2020&#x201D; &#x2014; Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie (ZBSA) &#x2014; Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie" data-secret="h35LUd1Eup" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no" class="wp-embedded-content"&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;
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&lt;/script&gt;</html><description>Haithabu, Ausgrabung Flachgr&#xE4;berfeld 2017. Kugelkopfnadel Docent Dr. Sven Kalmring Die Ausgrabungen im Flachgr&#xE4;berfeld von Haithabu im Jahre 2017 waren neben einer durch Bioturbation (Durchw&#xFC;hlung von B&#xF6;den durch Lebewesen) verursachten, stark beeintr&#xE4;chtigten Befundlage durch ein au&#xDF;ergew&#xF6;hnlich reiches Fundspektrum gekennzeichnet. Die Toten auf dem Gr&#xE4;berfeld waren in Ost-West orientierten Sarggr&#xE4;bern bestattet, die auf einen fr&#xFC;hchristlichen Kontext hindeuten. Echte Grabbeigaben traten in diesem Milieu nur noch vereinzelt auf, so dass die meisten der Funde als pers&#xF6;nliche Ausstattung der Toten zu werten sind. Zu den herausragenden Funden z&#xE4;hlen ein Kollier mit in Gold gefassten Halbedelsteinen und Goldperlen, Scheibenfibeln in Gold und Silber sowie Goldposamentreste von zum Teil pr&#xE4;chtiger Verzierung der Kleidung. Aufgrund der vorherrschenden Bioturbation fanden sich die wenigsten der Funde in situ (in originaler Lage), so dass ihre Zuordnung zu bestimmten Bestattungen nur in Einzelf&#xE4;llen m&#xF6;glich ist. Um ein weiteres, ebenfalls herausragendes Exemplar von pers&#xF6;nlicher Ausstattung handelt es sich bei der Kugelkopfnadel aus vergoldetem Silber (Inv.-Nr. SH2017.32-1936) (Abb. 1). Auch sie fand sich nicht in einem unmittelbaren Grabkontext, sondern wurde auf der Sohle einer circa 1,1 x 1,2 Meter gro&#xDF;en, quadratischen Grube (Befund 11) gefunden, welche vermutlich auf die ersten arch&#xE4;ologischen Sondagen unter Wilhelm Splieth und Friedrich Knorr zu Beginn des vorigen Jahrhunderts in Haithabu zur&#xFC;ckzuf&#xFC;hren ist. Eine ebenfalls &#xFC;bersehene, kleine filigranverzierte goldene Scheibenfibel mit Kreuzknotenmotiv (Inv.-Nr. SH2017-32.2000) aus demselben Befund zeugt von den noch wenig behutsamen Anf&#xE4;ngen der Arch&#xE4;ologie. Die silberne Kugelkopfnadel von 11 cm L&#xE4;nge, deren Spitze abgebrochen war, zeigte bei seiner Auffindung im Bereich des Kugelkopfes eine intensive, gr&#xFC;ne Korrosion, die auf einen hohen Bronzeanteil in demselben schlie&#xDF;en lie&#xDF; (Abb. 2). Erst nach seiner anschlie&#xDF;enden Konservierung in der Arch&#xE4;ologischen Zentralwerkstatt des Museums f&#xFC;r Arch&#xE4;ologie auf Schloss Gottorf zeigte sich, dass der silberne Kugelkopf im Borrestil verziert und anschlie&#xDF;end vergoldet worden war. Der hohlgetriebene, frei bewegliche Kugelkopf ist auf einer viereckig ausgearbeiteten Verdickung im oberen Drittel der Nadel montiert. Oben gesichert wurde der Kugelkopf durch eine bandf&#xF6;rmig ausgef&#xFC;hrte und relieffierte &#xD6;se als Nadelabschluss. Starke Abnutzungsspuren der Zierkugel belegen, dass die Nadel als Gewandschlie&#xDF;e zu Lebzeiten ihrer Besitzerin intensiv getragen wurde. Zu der Kugelkopfnadel der Ausgrabung 2017 auf dem Flachgr&#xE4;berfeld finden sich zwei unmittelbare Parallelen aus dem n&#xE4;heren Schleigebiet. Bereits im Jahre 1939 wurde bei der unvollendeten Ausgrabung des finnischen Arch&#xE4;ologen Helmer Samlo im Bereich des Flachgr&#xE4;berfeldes von Haithabu, deren Abschluss eines der erkl&#xE4;rten Ziele der Neugrabung von 2017 war, eine silberne Kugelkopfnadel geborgen (Abb. 3). Bei dem 11,9 cm gro&#xDF;en Objekt handelt es sich um einen Streufund ohne n&#xE4;heren Kontext. Der Kugelkopf dieser Nadel war nicht im Tierstil gestaltet, sondern filigranverziert mit einem Motiv aus zweireihig versetzten, liegenden S-Spiralen, welche durch eine Doppellinie voneinander getrennten waren. Das obere Nadeldrittel ist oktogonal gestaltet und mit Punzen versehen; an seinem unteren Abschluss befindet sich ein Zierknopf in Form eines Kubooktaeders. Die zweite Kugelkopfnadel stammt aus Kammergrab 21 vom Kammergr&#xE4;berfeld Thumby Bienebek an der Mittleren Schlei (Abb. 4). Unter den Beigaben der Grabinhaberin &#x2013; diverse Textilien, eine Perlenkette mit 15 Perlen, einem punzierten Kreuzanh&#xE4;nger sowie einem kerbschnittverzierten Beschlag mit Pflanzenornamentik, eine mit Ziernieten beschlagene Holztruhe mit Schl&#xFC;ssel sowie ein Messer &#x2013; fand sich mittig an der s&#xFC;dlichen L&#xE4;ngswand des Wagenkastens (entsprechend einer Fundlage an der rechten Schulter- oder Brustseite) die silberne Kugelkopfnadel. Diese war aus zwei Sph&#xE4;ren gearbeitet mit einem Muster aus sechs aufgel&#xF6;teten, filigranen &#x201E;brezelf&#xF6;rmigen&#x201C; Doppelspiralen verziert. An der &#xD6;se oberhalb des Kugelkopfes befindet sich ein d&#xFC;nner Ring; die L&#xE4;nge der Nadel (mit Ring) betr&#xE4;gt 15,5 cm. Eine dritte Kugelkopfnadel, allerdings ohne ihren charakteristischen Kugelkopf, welcher bei der Grabung im Jahre 1911 nicht aufgefunden wurde, stammt aus Sarggrab 239 von Haithabu (Abb. 5). Der leicht verdickte Sockel, auf dem der verlorene Kugelkopf einst ruhte, ist profiliert; die Nadel ist auf einer L&#xE4;nge von 10 cm erhalten und wies Spuren von Vergoldung auf. Das Sarggrab befindet sich ebenfalls auf dem Flachgr&#xE4;berfeld, lediglich circa 12.3 Meter s&#xFC;d&#xF6;stlich vom Fundort der Kugelkopfnadel der Ausgrabung 2017 entfernt. Die silberne Gewandnadel aus Grab 239 wurde im Bereich der linken Schulter der Toten angetroffen und kann somit ebenfalls n&#xE4;heren Aufschluss &#xFC;ber deren Trageweise geben. &#xDC;ber einen weit aufwendiger verzierten Fund einer Kugelkopfnadel aus Birka (Kammergrab Bj. 832, terminus post quem 907&#x2013;913 n.Chr.) wird diese Fundgattung chronologisch in die Zeit von der Mitte des 9. bis zur Mitte des 10. Jahrhunderts gesetzt. &#xDC;bereinstimmend wird Kammergrab 21 aus Thumby-Bienebek in die erste H&#xE4;lfte des 10. Jahrhunderts datiert. Vergleichsfunde aus dem emporien von Dorestad und Domburg in den heutigen Niederlanden weisen auf eine Provenienz aus dem friesischem Nordseegebiet, wenngleich auch insulare Einfl&#xFC;sse von den Britischen Inseln diskutiert wurden. Wie der tierstilverzierte Fund der Kugelkopfnadel aus der Ausgrabung Haithabu Flachgr&#xE4;berfeld 2017 deutlich illustriert, wurden diese Vorbilder sp&#xE4;ter in skandinavischen Werkst&#xE4;tten kopiert. Literaturhinweise Arents &amp; Eisenschmidt 2010: U. Arents &amp; S. Eisenschmidt, Die Gr&#xE4;ber von Haithabu. Ausgrabungen in Haithabu 15 (Neum&#xFC;nster 2010). Capelle 1968: Th. Capelle, Der Metallschmuck von Haithabu. Studien zur wikingischen Metallkunst. Ausgrabungen in Haithabu 5 (Neum&#xFC;nster 1968). Capelle 1976: Th. Capelle, Die fr&#xFC;hgeschichtlichen Metallfunde von Domburg auf Walcheren. Nederlandse Oudheden 5. Rijksdienst voor het Oudheidkundig Bodemonderzoek (Amersfoot 1976). Duczko 1985: W. Duczko, The Filigree and Granulation Work of the Viking Period. Birka. Untersuchungen und Studien V. Kungl. Vitterhets Historie och Antikvitets Akademien (Stockholm 1985). Eilbracht 1999: H. Eilbracht, Filigran- und Granulationskunst im wikingischen Norden. Untersuchungen zum Transfer fr&#xFC;hmittelalterlicher Gold- und Silberschmiedetechniken zwischen dem Kontinent und Nordeuropa. Zeitschrift f&#xFC;r Arch&#xE4;ologie des Mittelalters. Beiheft 11 (K&#xF6;ln 1999). Kalmring 2018: S. Kalmring, Ausgrabungen im Flachgr&#xE4;berfeld von Haithabu. Ein Vorbericht. Arch&#xE4;ologische Nachrichten Schleswig-Holstein, 2018, 68&#x2013;78. M&#xFC;ller-Wille 1976: M. M&#xFC;ller-Wille, Das wikingerzeitliche Gr&#xE4;berfeld von Thumby-Bienebek (Kr. Rendsburg-Eckernf&#xF6;rde) I. Offa-B&#xFC;cher 36 (Neum&#xFC;nster 1976). M&#xFC;ller-Wille 1987: M. M&#xFC;ller-Wille, Das wikingerzeitliche Gr&#xE4;berfeld von Thumby-Bienebek (Kr. Rendsburg-Eckernf&#xF6;rde) II. Offa-B&#xFC;cher 62 (Neum&#xFC;nster 1987). Roes 1965. A. Roes, Vondsten van Dorestad. Archaeologica Traiectina 7 (Groningen 1965).</description></oembed>
