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<oembed><version>1.0</version><provider_name>Centre for Baltic and Scandinavian Archaeology (ZBSA)</provider_name><provider_url>https://zbsa.eu/en</provider_url><author_name>Matthias Bolte</author_name><author_url>https://zbsa.eu/en/author/matthias-bolte/</author_url><title>Juni 2021 - Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie (ZBSA) &#x2014; Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie</title><type>rich</type><width>600</width><height>338</height><html>&lt;blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="6FNEC2skMo"&gt;&lt;a href="https://zbsa.eu/en/juni-2021/"&gt;Juni 2021&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;iframe sandbox="allow-scripts" security="restricted" src="https://zbsa.eu/en/juni-2021/embed/#?secret=6FNEC2skMo" width="600" height="338" title="&#x201C;Juni 2021&#x201D; &#x2014; Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie (ZBSA) &#x2014; Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie" data-secret="6FNEC2skMo" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no" class="wp-embedded-content"&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;
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&lt;/script&gt;</html><description>Der &#x201E;Mythos Wiskiauten&#x201C; gibt seine R&#xE4;tsel preis Annika Sirkin M.A. Mit dem &#xFC;beraus erfolgreichen Abschluss der Promotion &#x201E;Studien zur fr&#xFC;hmittelalterlichen Siedlungslandschaft im Samland am Beispiel des Fundplatzes Wiskiauten (Mochovoe)&#x201C; geht nun das letzte Kapitel zu den Siedlungsuntersuchungen in Wiskiauten/Mochovoe zu Ende. Dieser Fundplatz, im Norden des einst ostpreu&#xDF;ischen Samlands (heute Kaliningrader Gebiet, Russland), nur wenige Kilometer von der Ostseek&#xFC;ste und dem lagunenartigen Kurischen Haff gelegen, besitzt eine &#xFC;ber 150-j&#xE4;hrige Forschungsgeschichte und war vor dem Zweiten Weltkrieg eines der bekanntesten arch&#xE4;ologischen Denkm&#xE4;ler des deutschsprachigen Raums.1865 im W&#xE4;ldchen Kaup bei Wiskiauten entdeckt, wurde das vornehmlich wikingerzeitliche Gr&#xE4;berfeld mit seinen reichen Beigaben teils skandinavischer, teils pru&#xDF;ischer Herkunft und den ca. 500 auff&#xE4;lligen, f&#xFC;r die &#xF6;rtlichen Pru&#xDF;en un&#xFC;blichen Grabh&#xFC;geln von zahlreichen Altertumsfreunden und Arch&#xE4;ologen ausgegraben (s. Projekt von Dr. Chr. Jahn). Die belegte Anwesenheit von Skandinavier:innen im pru&#xDF;ischen Raum und dessen vermeintliche Kolonialisierung unterf&#xFC;tterte vorgefertigte Forschungsmeinungen im Sinne des Zeitgeists der ersten H&#xE4;lfte des 20. Jh., weshalb die Exponate auch in der Ausstellung des Prussia-Museums im K&#xF6;nigsberger Schloss bis kurz vor seiner Zerst&#xF6;rung 1945 besonderen Raum erhielten. Die mehrfach diskutierte, zum Gr&#xE4;berfeld geh&#xF6;rige &#x201E;Kolonie&#x201C; selbst wurde allerdings nie gefunden und blieb bis in j&#xFC;ngste Zeit ein Mythos. Plan der bekannten H&#xFC;gel- und Flachgr&#xE4;ber sowie des sog. Aschenplatzes im Gr&#xE4;berfeld Kaup (von zur M&#xFC;hlen 1975, Taf. 2). Beigabeninventare zweier wikingerzeitlicher Frauenbestattungen mit paarigen (skandinavischen) Schalenfibeln, Dosenfibeln (typisch f&#xFC;r Gotland), Armreifen, Perlenketten, einem Schl&#xFC;ssel, einer Schere und einer Trense (ebd. Taf. 23). Erst 2005 wurde in einem vom ESF, der DFG und RGK finanzierten, deutsch-russischen Kooperationsprojekt ein neuer Versuch genommen, die zum Gr&#xE4;berfeld geh&#xF6;rige Siedlung zu finden, die in der Fachliteratur l&#xE4;ngst als Seehandelsplatz gilt und mit anderen, wie Haithabu, Birka oder Truso, auf einen Rang gestellt wird. In der interdisziplin&#xE4;ren Studie unter der Leitung von Dr. T. Ibsen (ZBSA) wurden bis 2011 rings um das Gr&#xE4;berfeld ca. 155 ha mit der nicht-invasiven Geomagnetikmethode untersucht, knapp 350 Bohrungen (P&#xFC;rckhauer) zur Analyse geomagnetischer Anomalien und geologischen Voruntersuchung vorgenommen, &#xFC;ber 2,1 ha arch&#xE4;ologisch ausgegraben, &#xFC;ber 36.500 Funde get&#xE4;tigt, 134 Radiokarbonproben zur Altersbestimmung analysiert sowie verschiedene arch&#xE4;ozoologische und arch&#xE4;obotanische Analysen ausgef&#xFC;hrt. Bereits in der (Link 4) Dissertation des Ausgr&#xE4;bers, Dr. T. Ibsen, die er noch w&#xE4;hrend der Untersuchungen fertigstellte, wurde deutlich, dass sich die Siedlungslandschaft wesentlich komplexer darstellt, als bislang angenommen wurde, was die Fortsetzung der Kampagnen erforderte. Ab 2016 fand bis 2020 die endg&#xFC;ltige Auswertung aller Untersuchungsergebnisse durch A. Sirkin statt (finanziert in Form eines Dissertationsstipendiums der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, im Rahmen des an das ZBSA gekn&#xFC;pfte Akademieprojekt &#x201E;Forschungskontinuit&#xE4;t und Kontinuit&#xE4;tsforschung &#x2013; Siedlungsarch&#xE4;ologische Grundlagenforschung zur Eisenzeit im Baltikum&#x201C;). Nach Abschluss aller Auswertungen zeigt sich nun ein &#xFC;berraschendes Bild der Siedlungsvorg&#xE4;nge: Der erwartete Seehandelshafen liegt trotz der reichen und zumindest teilweise als skandinavisch anzusprechenden Bestattungen im W&#xE4;ldchen Kaup nicht im direkten Umkreis des Gr&#xE4;berfeldes. Vielmehr konnten vier einzelne Siedlungsareale nachgewiesen werden, die &#x2013; mit Unterbrechungen &#x2013; teils seit dem Neolithikum bis mindestens Mitte des 11. Jh. bestanden. Es zeichnet sich dabei jedoch klar ab, dass es zur Hauptbelegungsphase des Gr&#xE4;berfeldes (9.&#x2013;11. Jh.) einen starken Anstieg an Siedlungsaktivit&#xE4;ten und einen Import von Waren aus weit entfernten Kulturr&#xE4;umen gibt, wie etwa dem arabischen, wolgabulgarischen, byzantinischen, karolingischen und sp&#xE4;ter auch zur Rus&#xB4;. Dies und andere Anzeichen, wie z.B. Belege der Bernsteinperlenproduktion, ein leichter &#xDC;berschuss in der Fleischproduktion oder eine Akkumulation von Siedlungshinweisen in der weiteren Umgebung, deuten darauf hin, dass diese Siedlungen als eine Art Satelliten zur Versorgung eines Seehandelsplatzes beitrugen. Eine Neuinterpretation der fr&#xFC;hmittelalterlichen K&#xFC;stenverl&#xE4;ufe liefert erste Hinweise darauf, wo dieser noch immer zu erwartende Marktplatz liegen k&#xF6;nnte. Die vier Siedlungsareale (A&#x2013;D) von Wiskiauten, rund um das Gr&#xE4;berfeld Kaup gelegen (Sirkin 2020, Abb. 55). Fundm&#xFC;nzen aus den Siedlungsarealen von Wiskiauten: 1: Sp&#xE4;tbyzantinische Miliarese. &#x2013; 2: Ottonischer Denar. &#x2013; 3, 4: Dirham. &#x2013; 5: mutma&#xDF;liche Ronde. &#x2013; 6: mutma&#xDF;liche M&#xFC;nze. &#x2013; 7: Preu&#xDF;ische M&#xFC;nze. &#x2013; 8: Preu&#xDF;ischer Groschen. &#x2013; 9: Preu&#xDF;ischer Pfenning. &#x2013; 10: sp&#xE4;tantike Kleinerzm&#xFC;nze (Sirkin 2020, Abb. 102). Um alle Resultate zum Fundplatz Wiskiauten konzentriert vorzulegen, sind f&#xFC;r 2022/23 monografische Publikationen von Chr. Jahn zu den vorkriegszeitlichen Ausgrabungen im Gr&#xE4;berfeld Kaup sowie gemeinsam von A. Sirkin und T. Ibsen zu den siedlungsarch&#xE4;ologischen Untersuchen von 2005&#x2013;2011 geplant, die in der Reihe &#x201E;Studien zur Siedlungsgeschichte und Arch&#xE4;ologie der Ostseegebiete&#x201C; erscheinen sollen. Weitere Informationen: Projektwebseite WiskiautenAnnika Sirkin | Centre for Baltic and Scandinavian Archaeology &#x2013; Academia.edu Literatur: IBSEN 2009: T. Ibsen, &#x201E;Etwa hier die Siedlung&#x201C; &#x2013; Der wikingerzeitliche Fundplatz von Wiskiauten/Mohovoe im Kaliningrader Gebiet im Lichte alter Dokumente und neuer Forschungen.Dissertation auf Academia.edu VON ZUR M&#xDC;HLEN 1975: B. von zur M&#xFC;hlen, Die Wikingerfunde in Ostpreu&#xDF;en. In: H. Jankuhn (Hrsg.), Forschungs- und Lehrgemein&#xAC;schaft &#x201E;Das Ahnenerbe&#x201C;. Bericht &#xFC;ber die Kieler Tagung 1939 (Neum&#xFC;nster 1944) 139&#x2013;153. SIRKIN 2020: A. Sirkin, Studien zur fr&#xFC;hmittelalterlichen Siedlungslandschaft im Samland am Beispiel des Fundplatzes Wiskiauten (Mochovoe) (Dissertation Universit&#xE4;t Kiel 2020).</description><thumbnail_url>https://zbsa.eu/wp-content/uploads/2021/05/1_06-2021-sirkin-300x279.jpg</thumbnail_url></oembed>
