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<oembed><version>1.0</version><provider_name>Centre for Baltic and Scandinavian Archaeology (ZBSA)</provider_name><provider_url>https://zbsa.eu/en</provider_url><author_name>Matthias Bolte</author_name><author_url>https://zbsa.eu/en/author/matthias-bolte/</author_url><title>Mai 2020 - Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie (ZBSA) &#x2014; Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie</title><type>rich</type><width>600</width><height>338</height><html>&lt;blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="YRMU4qy3Pz"&gt;&lt;a href="https://zbsa.eu/en/mai-2020/"&gt;May 2020&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;iframe sandbox="allow-scripts" security="restricted" src="https://zbsa.eu/en/mai-2020/embed/#?secret=YRMU4qy3Pz" width="600" height="338" title="&#x201C;Mai 2020&#x201D; &#x2014; Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie (ZBSA) &#x2014; Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie" data-secret="YRMU4qy3Pz" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no" class="wp-embedded-content"&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;
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&lt;/script&gt;</html><description>Ri&#x146;&#x146;ukalns &#x2013; Ein neolithischer S&#xFC;&#xDF;wasser-Muschelhaufen im Norden Lettlands Harald L&#xFC;bke, Valdis Berzins, Ute Brinker, Aija Cerina, Marcis Kalnins, Ben Krause &#x2013;Kyora, John Meadows, Ken Ritchie, Ulrich Schm&#xF6;lcke, Ilga Zagorska Ri&#x146;&#x146;ukalns &#x2013;Ein neolithischer S&#xFC;&#xDF;wasser-Muschelhaufen im Norden Lettlands und seine Bedeutung f&#xFC;r die steinzeitliche Kulturgeschichte des Baltikums Der am Ausfluss der Salaca aus dem Burtnieksee in der Region Vidzeme im Norden Lettlands gelegene Fundplatz Ri&#x146;&#x146;ukalns (&#x201E;Rinneh&#xFC;gel&#x201C;) ist der einzige erhaltene steinzeitliche Muschelhaufenplatz im Baltikum. Forschungsgeschichtlich ist er zudem von besonderer Bedeutung, weil er eine der ersten im Baltikum in den 1870er Jahren entdeckten steinzeitlichen Fundstellen ist. Zu verdanken ist dies dem deutsch-baltischen Grafen Carl George Sievers, einem der Pioniere der arch&#xE4;ologischen Forschung Lettlands. Seine Bewertung der Fundstelle f&#xFC;hrte aber zu einem heftigen Forschungsstreit mit dem damals im Baltikum f&#xFC;hrenden Geschichtsforscher Prof. C. Grewingk, Univ. Dorpat (heute Tartu, Estland). Beteiligt daran war auch der deutsche Mediziner, Anthropologe und Urgeschichtsforscher Rudolf Virchow, der 1877 selbst an den Ausgrabungen des Grafen Sievers teilgenommen hatte. Umstritten war vor allem das Alter von vier Gr&#xE4;bern, denen Graf Sievers aufgrund ihrer stratigrafischen Position oder vermeintlicher Grabbeigaben ein steinzeitliches Alter zugesprochen hatte. Durch den fr&#xFC;hen Tod des Grafen Sievers 1879 blieb insbesondere diese Frage ungel&#xF6;st bis im Jahre 2011 neue gemeinsame Forschungen des Instituts f&#xFC;r Lettische Geschichte (LVI) an der Universit&#xE4;t Riga und dem Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie (ZBSA) begannen. Erste Untersuchungen des Muschelhaufens unter Einsatz geophysikalischer und arch&#xE4;ologischer Feldmethoden brachten trotz der Ausgrabungen des 19. Jh. den Nachweis einer immer noch vorhandenen Existenz intakter feinstratifizierter Schichtpakete mit hervorragender Erhaltung organischer Hinterlassenschaften. Radiometrische Analysen der Stratigraphie zeigten, dass der Muschelhaufen innerhalb eines recht kurzen Zeitraums um 3350 v. Chr. aufgesch&#xFC;ttet wurde. Nachfolgende naturwissenschaftliche Untersuchungen ergaben erste Ergebnisse zur Ern&#xE4;hrung und Lebensweise der damaligen Bewohner. Entsprechend liefert der Fundplatz Rinnukalns wertvolle Hinweise zur Kulturentwicklung im &#xF6;stlichen Baltikum im 4. Jahrtausend v.Chr. &#x2013; eine Zeit, in der die Landwirtschaft und Vorratshaltung in dieser Region noch nicht weit verbreitet waren. Parallel dazu konnten die von Graf Sievers im 19. Jh. geborgenen Menschenreste in der Anthropologischen Rudolf-Virchow-Sammlung der Berliner Gesellschaft f&#xFC;r Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte mit Hilfe der Kuratorin B. Te&#xDF;mann re-identifiziert werden. AMS-Datierungen der fraglichen Sch&#xE4;del erbrachten den Nachweis, dass zumindest zwei der von Graf Sievers als steinzeitlich angesehenen Gr&#xE4;ber tats&#xE4;chlich ein entsprechendes Alter hatten und der Muschelhaufen-Phase des Fundplatzes zuzuweisen sind. Seit 2017 werden die Forschungen im Rahmen des von der DFG gef&#xF6;rderten interdisziplin&#xE4;ren Forschungsprojektes &#x201C;Ri&#x146;&#x146;ukalns, a Neolithic freshwater shell midden site in northern Latvia and its significance for cultural development of the Eastern Baltic Stone Age&#x201D; (DFG-Projektnummer 335674082) fortgef&#xFC;hrt. In zwei Feldkampagnen 2017 und 2018 mit einer Dauer von jeweils 6 Wochen konnte der Fundplatz weiter untersucht werden. Bei den feinstratigraphischen Schichtenfreilegungen konnte neben diversen Kulturhinterlassenschaften vor allem umfangreiches arch&#xE4;ozoologisches und pal&#xE4;obotanisches Probenmaterial geborgen werden. Wichtig ist der Nachweis weiterer Kulturschichten unter dem eigentlichen Muschelhaufen, die bis in das Sp&#xE4;tmesolithikum zur&#xFC;ckreichen und die langfristige Nutzung des landschaftlich ausgesprochen g&#xFC;nstig gelegenen Ortes anzeigen. Ein besonderer Gl&#xFC;cksfall ist aber 140 Jahre nach Entdeckung der ersten pr&#xE4;historischen Gr&#xE4;ber der Fund zwei weiterer steinzeitlicher Bestattungen. Bei den Verstorbenen handelt es sich um einen ca. 40-j&#xE4;hrigen Mannes und ein bei der Geburt verstorbenes Kleinkind, die beide demselben Zeithorizont angeh&#xF6;ren wie die bereits bekannten Individuen. Derzeit befindet sich das umfangreiche arch&#xE4;ologische und naturwissenschaftliche Fundmaterial in der Auswertung, eine umfassende Pr&#xE4;sentation der Ergebnisse ist im Rahmen einer Fundplatzmonographie vorgesehen. Weiterf&#xFC;hrende Literatur: V. B&#x113;rzi&#x146;&#x161; / U. Brinker / C. Klein / H. L&#xFC;bke / J. Meadows / M. Rudz&#x12B;te / U. Schm&#xF6;lcke / H. St&#xFC;mpel / I. Zagorska, New research at Ri&#x146;&#x146;ukalns, a Neolithic freshwater shell midden in northern Latvia. Antiquity 88, 2014, 715-732. U. Brinker / D. Meinel / B. Te&#xDF;mann / H. L&#xFC;bke, Die menschlichen Skelettreste der zur anthropologischen Rudolf-Virchow-Sammlung geh&#xF6;renden Kollektion des Fundplatzes Ri&#x146;&#x146;ukalns im Norden Lettlands &#x2013; Resultat eines Forschungsstreites des 19. Jahrhunderts im damaligen Livland. Mitteilungen der Berliner Gesellschaft f&#xFC;r Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte 39, 2019, 35-53. U. Brinker / V. B&#x113;rzi&#x146;&#x161; / A. Ceri&#x146;a / G. Gerhards / M. Kalni&#x146;&#x161; / B. Krause-Kyora / H. L&#xFC;bke / J. Meadows / D. Meinel / E. P&#x113;tersone-Gordina / K. Ritchie / M. Rudz&#x12B;te / M. T&#xF5;rv/ I. Zagorska / U. Schm&#xF6;lcke, Two burials in a unique freshwater shell midden: Insights into transformations of Stone Age Hunter-Fisher daily life in Latvia. Archaeological and Anthropological Sciences (im Druck) H. L&#xFC;bke / U. Brinker / J. Meadows / V. B&#x113;rzi&#x146;&#x161; / I. Zagorska, New research on the human burials of Ri&#x146;&#x146;ukalns, Latvia. In: J. M. Gr&#xFC;nberg / B. Gramsch / L. Larsson / J. Orschiedt / H. Meller (Hrsg.), Mesolithic burials &#x2013; Rites, symbols and social organisation of early postglacial communities. Mesolithische Bestattungen &#x2013; Riten, Symbole und soziale Organisation fr&#xFC;her postglazialer Gemeinschaften. International Conference in Halle (Saale), Germany. Tagungen des Landesmuseums f&#xFC;r Vorgeschichte Halle 13, 2016, 241&#x2013;256. J. Meadows / V. B&#x113;rzi&#x146;&#x161; / D. Legzdi&#x146;a / H. L&#xFC;bke / U. Schm&#xF6;lcke / I. Zagorska / G. Zari&#x146;a, Stone-age subsistence strategies at Lake Burtnieks, Latvia, Journal of Archaeological Science: Reports 17, 2018, 992-1006. U. Schm&#xF6;lcke / J. Meadows / K. Ritchie / V. B&#x113;rzi&#x146;&#x161; / H. L&#xFC;bke / I. Zagorska, Neolithic fish remains from the freshwater shell midden Ri&#x146;&#x146;ukalns in northern Latvia. Environmental Archaeology: The Journal of Human Palaeoecology 21:4, 2016, 325-333.</description></oembed>
