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<oembed><version>1.0</version><provider_name>Centre for Baltic and Scandinavian Archaeology (ZBSA)</provider_name><provider_url>https://zbsa.eu/en</provider_url><author_name>Matthias Bolte</author_name><author_url>https://zbsa.eu/en/author/matthias-bolte/</author_url><title>November 2020 - Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie (ZBSA) &#x2014; Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie</title><type>rich</type><width>600</width><height>338</height><html>&lt;blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="PBv3mvdqxh"&gt;&lt;a href="https://zbsa.eu/en/november-2020/"&gt;November 2020&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;iframe sandbox="allow-scripts" security="restricted" src="https://zbsa.eu/en/november-2020/embed/#?secret=PBv3mvdqxh" width="600" height="338" title="&#x201C;November 2020&#x201D; &#x2014; Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie (ZBSA) &#x2014; Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie" data-secret="PBv3mvdqxh" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no" class="wp-embedded-content"&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;
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&lt;/script&gt;</html><description>Fr&#xFC;hgeschichtlicher Bernstein in Nordeuropa Karl Johann Offermann M.A. Im Jahr 2019 startete ein am ZBSA angesiedeltes Dissertationsprojekt zu fr&#xFC;hgeschichtlichem Bernstein in Nordeuropa. Ziel des Projektes ist eine Zusammenstellung der skandinavischen und norddeutschen Bernsteinfunde von der R&#xF6;mischen Kaiserzeit bis zur Vendelzeit sowie eine darauf aufbauende Rekonstruktion der regionalen und &#xFC;berregionalen gesellschaftlichen Bedeutung des Bernsteins. Der aktuelle Forschungsstand zu Bernstein im 1. Jahrtausend n. Chr. zeigt im Gegensatz zur Forschung an stein- und bronzezeitlichen sowie fr&#xFC;hmittelalterlichen Bernsteinartefakten mehrere L&#xFC;cken und somit ein Ungleichgewicht des Wissens um diese Fundkategorie in den einzelnen L&#xE4;ndern Nordeuropas auf. Abgesehen von wenigen Regionaluntersuchungen (s. Stjernquist 1993) und Materialstudien (s. Lund Hansen 1991) fehlen eine Gesamtaufnahme aller Bernsteinartefakte und ein Gesamt&#xFC;berblick &#xFC;ber die Nutzung von Bernstein in Skandinavien, der zwischen dem 1. und 7. Jh. in diesem Raum im Umlauf war. Beispielsweise ist die Frage nach dem Austausch von Bernstein innerhalb der (barbarischen) Gesellschaften, wie er f&#xFC;r die Bronzezeit und besonders auch die Wikingerzeit diskutiert wurde, f&#xFC;r die Zeit der R&#xF6;mischen Kaiserzeit bis zur Germanischen Eisenzeit/Vendelzeit kaum tiefgehender untersucht worden. Dabei birgt Bernstein als Rohstoff und bearbeitetes Artefakt das Potenzial, in dem Untersuchungsraum das regionale und &#xFC;berregionale gesellschaftliche Handeln sowie Vorstellungen und Traditionen &#xFC;ber mehrere Jahrhunderte hinweg nachzuvollziehen. Ausgangsbasis des Dissertationsprojektes ist daher zun&#xE4;chst eine systematische Aufnahme der publizierten und unpublizierten Bernsteinfunde in Norddeutschland, D&#xE4;nemark, Norwegen und Schweden auf Grundlage der Literatur und Museumsbest&#xE4;nde &#x2013; getrennt nach den Fund- und Befundarten bzw. funktionaler Einordnung der Funde. Hierdurch ist bewusst ein Raum ausgew&#xE4;hlt worden, der abseits der vom Baltikum nach Mitteleuropa verlaufenden gut erforschten &#x201E;Bernsteinstra&#xDF;en&#x201C; liegt. Die bereits vorliegenden Studien listen ein breites Spektrum an Artefakten aus Bernstein oder mit Bernsteinanteilen auf. Wie auch die ersten, eigenen Untersuchungsergebnisse zeigen, l&#xE4;sst sich die Hauptmasse der Bernsteinfunde &#xFC;berwiegend als Schmuck- bzw. Trachtbestandteil klassifizieren, vornehmlich Perlen oder in Einzelf&#xE4;llen mit Bernstein verzierte Schmuckgegenst&#xE4;nde, wie Fibeln. Daneben liegen Amulette, Spinnwirtel, Spielsteine, W&#xFC;rfel, Schwertperlen, Obolusst&#xFC;cke und andere individuelle Formen aus Bernstein vor. Die Bandbreite dieser Fundarten verdeutlicht, dass Bernstein symbolische und damit sehr ambivalente Eigenschaften innerhalb der germanischen Gesellschaften besa&#xDF;. Dar&#xFC;ber hinaus ist die Funktion des Bernsteins auch als W&#xE4;hrung bei Austauschprozessen zu vermuten.Die &#xFC;berwiegende Mehrheit der Bernsteinfunde im Untersuchungsgebiet stammt dabei aus Gr&#xE4;bern. Hinzu kommen aber auch Bernsteinfunde aus Siedlungen, Hortfunden oder Opferungen, die in Rohform, leicht bearbeitet oder als fertiges Objekt auftreten. Bisher liegen zwar noch keine eindeutig nachgewiesenen Bernsteinwerkst&#xE4;tten aus dem Untersuchungsraum vor, doch k&#xF6;nnen anhand dieser Funde auch die Rohstofforganisation und Produktion von Bernsteinobjekten bewertet werden. Diese facettenreiche Nutzung von Bernstein erm&#xF6;glicht es, auf Grundlage der erhobenen Daten und unter Ber&#xFC;cksichtigung der unterschiedlichen Befund- und Fundkontexte gesellschaftliche Vorstellungen und soziale Verh&#xE4;ltnisse nachzuzeichnen. Anhand des Bernsteins lie&#xDF;e sich somit die gesellschaftliche Wertevorstellung genauer erkl&#xE4;ren. Im Hinblick auf die Verbreitung und Verteilung von Bernsteinartefakten sei darauf verwiesen, dass Bernstein nicht fl&#xE4;chendeckend an den skandinavischen K&#xFC;sten nat&#xFC;rlich vorkommt und Fundintensit&#xE4;ten sowie Rohst&#xFC;ckgr&#xF6;&#xDF;en regional erheblich variieren. Gleichzeitig m&#xFC;ssen Rohbernstein und Bernsteinartefakte aus Regionen fernab des Umlandes der Danziger Bucht &#x2013; die Hauptlagerst&#xE4;tte von Bernstein &#x2013; auf germanischem Gebiet und im &#xFC;berregionalen Handel ebenfalls eine Rolle gespielt haben. Dazu z&#xE4;hlt die j&#xFC;tl&#xE4;ndische K&#xFC;ste, die als nat&#xFC;rliche und reichhaltige Bernsteinquelle schon seit der Steinzeit diente. Mithilfe der Untersuchungsergebnisse und Verteilungsmuster lassen sich somit Produktions- und Austauschprozesse sowie Transportmechanismen in Skandinavien weiter untersuchen. Denn im Gegensatz zum Grenzhandel zwischen Barbaricum und R&#xF6;mischem Reich liegen in Nordeuropa kaum Konzepte zum Austausch und Handel einer bestimmten &#x2013; germanischen &#x2013; Sachgruppe vor. Bisher ist es noch ungekl&#xE4;rt, inwiefern etwa Zentralpl&#xE4;tze, wandernde Handwerker oder der Einfluss germanischer Eliten eine Rolle bei der Bernsteinverbreitung gespielt haben. Austauschmechanismen sind weitaus komplexer als die bisherigen diskutierten Modelle aufzeigen, da bspw. auch die Frage gestellt werden muss, welche G&#xFC;ter gegengehandelt wurden.Dar&#xFC;ber hinaus liefert eine genaue Interpretation des skandinavischen/norddeutschen Materials auch einen wesentlichen Beitrag f&#xFC;r die Beurteilung von zentral- und s&#xFC;deurop&#xE4;ischen Bernsteinfunden. J&#xFC;ngst formulierte Verbreitungsmodelle dieser Funde sehen z. B. D&#xE4;nemark und Norddeutschland als Zwischenstation des Bernsteinhandels vom Baltikum in das Rheinland entlang der Ost- und Nordseek&#xFC;ste (vgl. Neumayer/N&#xFC;sse 2016). Literatur U. Lund Hansen, Berlockf&#xF6;rmige Bernsteinperlen &#x2013; die europ&#xE4;ischen Kontakte eines ostd&#xE4;nischen Zentrums der j&#xFC;ngeren Kaiserzeit. Acta Arch. Lundensia, 1991, 177&#x2013;192. H. Neumayer/H.-J. N&#xFC;sse, Das Land des Bernsteins im fr&#xFC;hen Mittelalter: Merowingerzeitliche Funde aus Ostpreu&#xDF;en und der Handel mit Bernstein zwischen Donau und Atlantik. In: E. Peytremann (Hrsg.), Des fleuves et des hommes &#xE0; l&#x2019;&#xE9;poque m&#xE9;rovingienne: territoire fluvial et soci&#xE9;t&#xE9; au premier Moyen &#xC2;ge (Ve-XIIe si&#xE8;cle); actes des XXXIII&#xE8;mes Journ&#xE9;es internationales d&#x2019;arch&#xE9;ologie m&#xE9;rovingienne, Strasbourg, 28-30 septembre 2012 (Dijon 2016) 367&#x2013;390. B. Stjernquist, Amber in Iron Age finds in Sweden. A preliminary report. In: C. W. Beck/J. Bouzek (Hrsg.), Amber in Archaeology, Proceedings of the second International Conference on amber in archaeology, Liblice 1990 (Praha 1993) 88&#x2013;101.</description></oembed>
