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<oembed><version>1.0</version><provider_name>Centre for Baltic and Scandinavian Archaeology (ZBSA)</provider_name><provider_url>https://zbsa.eu/en</provider_url><author_name>Matthias Bolte</author_name><author_url>https://zbsa.eu/en/author/matthias-bolte/</author_url><title>Oktober 2020 - Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie (ZBSA) &#x2014; Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie</title><type>rich</type><width>600</width><height>338</height><html>&lt;blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="UWbjySteSo"&gt;&lt;a href="https://zbsa.eu/en/oktober-2020/"&gt;October 2020&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;iframe sandbox="allow-scripts" security="restricted" src="https://zbsa.eu/en/oktober-2020/embed/#?secret=UWbjySteSo" width="600" height="338" title="&#x201C;Oktober 2020&#x201D; &#x2014; Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie (ZBSA) &#x2014; Zentrum f&#xFC;r Baltische und Skandinavische Arch&#xE4;ologie" data-secret="UWbjySteSo" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no" class="wp-embedded-content"&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;
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&lt;/script&gt;</html><description>Forschungsnetzwerk ROOTS (Exzellenzcluster) Subcluster Roots of Conflict: Competition and Conciliation Die Rolle von Grenzen, Befestigungen, Ressourcen, sozialer Ungleichheit in Eskalations- und Deeskalationsprozessen von Konflikten im fr&#xFC;hmittelalterlichen Osteuropa PD Dr. Jens Schneewei&#xDF; Wo Menschen miteinander in Beziehung treten, gibt es Konfliktpotenzial. Konflikte entstehen auf verschiedenen Ebenen und stellen immer eine Herausforderung f&#xFC;r alle Beteiligten dar. Das Spektrum m&#xF6;glicher Konfliktl&#xF6;sungen ist dabei sehr gro&#xDF; und umfasst weit mehr als Streit, Krieg und Gewalt.Das Forschungsfeld von Konflikten in der Arch&#xE4;ologie er&#xF6;ffnet neue Perspektiven auf langanhaltende Konflikte und nachhaltige L&#xF6;sungsstrategien. Die komplexen und facettenreichen Beziehungen, Verl&#xE4;ufe und besonders L&#xF6;sungen von Konflikten in vergangenen Gesellschaften wurden bislang noch nicht mit einem ganzheitlichen interdisziplin&#xE4;ren Ansatz unter Einbeziehung moderner Methoden untersucht.Sobald mehrere Akteure verschiedene Interessen und Ideen verfolgen, sind potenziell Konflikte vorhanden. Sie k&#xF6;nnen auf unterschiedliche Weise gel&#xF6;st werden, z. B. durch Verhandlung, durch Wettstreit, durch Rituale, durch Migration oder durch Gewalt. Wettstreit und Schlichtung sind h&#xE4;ufig miteinander verbunden. Im Rahmen des Subclusters soll von Wissenschaftlern der Universit&#xE4;t Kiel und des ZBSA ein mehrstufiges Modell von Konfliktverl&#xE4;ufen erarbeitet werden, dessen Grundlage die empirische Identifizierung von Ursachen, Verl&#xE4;ufen und Beilegungen von Konflikten in der Vergangenheit bilden. Aktuelle Theorien legen h&#xE4;ufig den Schwerpunkt auf Gewalt. Dem entgegen werden neue arch&#xE4;ologische Konflikttheorien formuliert, die Aspekte der Schlichtung, friedlichen Beilegung und Vermittlung in den Vordergrund stellen. Arch&#xE4;ologische Theorien zur Konfliktl&#xF6;sung oder Vermeidung von Gewaltstrategien sind &#x2013; im Gegensatz zu den Themen Krieg und Gewalt &#x2013; immer noch ein Desiderat. Die enge Verbindung konfliktbezogener kultureller, sozialer und &#xF6;kologischer Faktoren erfordert ein hohes Ma&#xDF; an Konnektivit&#xE4;t und Interdisziplinarit&#xE4;t bei ihrer Erforschung.Es wird die Rolle von Landschaft, nat&#xFC;rlicher Umgebung, Subsistenz oder von r&#xE4;umlichen, sozialen und sprachlichen Grenzen bei der Ausformung von Konfliktdynamiken sowie die Bedeutung dieser Abgrenzungskriterien in Konfliktl&#xF6;sungen zwischen und innerhalb von Gesellschaften untersucht.Ein Schwerpunkt wird auch auf qualitative Unterschiede in der materiellen Kultur und Sprache gelegt, die konkurrierende Strategien und Auswirkungen von Handelsbeziehungen und den Austausch von Technologien und Menschen anzeigen k&#xF6;nnen. Die Forschungen innerhalb des Subclusters konzentrieren sich auf vier Schwerpunkte: 1) Verf&#xFC;gbarkeit von Rohstoffen, 2) Produktion und Arten des Austauschs, 3) Rituale, Religion, Ideologie und Kommunikation, 4) Grenzen und Befestigungen. Der Fokus der im Herbst 2019 aufgenommenen Forschungen am ZBSA liegt auf fr&#xFC;hgeschichtlichen Burgenlandschaften im &#xF6;stlichen Ostseeraum. Im Mittelpunkt stehen nicht nur territoriale, sondern auch kulturelle Grenzbereiche der slawischen Welt mit ihren vielf&#xE4;ltigen Konfliktpotentialen auf unterschiedlichen Ebenen. W&#xE4;hrend die Gesellschaft der Slawen, zumindest in der Fr&#xFC;hzeit, meist akephal und egalit&#xE4;r gedacht wird, entwickelten die &#x201E;Wikinger&#x201C; hocheffiziente globale Netzwerke einer H&#xE4;ndler-Krieger-Elite mit polyethnischen und multikulturellen Handelspl&#xE4;tzen. In den meisten von ihnen finden sich auch Spuren destruktiver Gewalt. Die Ambivalenz von Wikingern und Slawen, die im Fr&#xFC;h- und Hochmittelalter als Kaufleute und Krieger, Bauern, Piraten und Diplomaten auftreten, macht sie f&#xFC;r die Konfliktforschung besonders interessant. Aufgrund der Einschr&#xE4;nkungen von Reisen und Feldforschungen im Ausland durch Covid-19 hat sich f&#xFC;r 2020 eine Schwerpunktverschiebung auf den slawisch-deutschen Grenzraum ergeben. Im Mittelalter war das Verh&#xE4;ltnis der slawischen Verb&#xE4;nde zueinander und zu ihren westlichen Nachbarn von vielf&#xE4;ltigen Konflikten, Koalitionen und Konfrontationen gepr&#xE4;gt. In der Karolingerzeit traten Slawen als unterschiedliche B&#xFC;ndnispartner in den Auseinandersetzungen der Franken, Sachsen und D&#xE4;nen um die Nordostgrenze des Fr&#xE4;nkischen Reiches Karls des Gro&#xDF;en in Erscheinung. Sie war als stabile Abgrenzung des christlichen Reiches von den paganen Nachbarn im Norden und Osten geplant, nachdem die Sachsen endg&#xFC;ltig besiegt, christianisiert und ins Reich integriert waren. Die ottonische Herrschaft war dagegen von einem expansiven Missionierungsdrang getragen, durch den die westslawischen Siedlungsgebiete gewaltsam in Tributabh&#xE4;ngigkeit vom Ostfr&#xE4;nkischen Reich gerieten. Dieses Vorgehen f&#xFC;hrte zur Eskalation des Konflikts, die in einer heidnischen Gegenreaktion zum Slawenaufstand von 983 f&#xFC;hrte und die Christianisierung in weiten Gebieten Nordostdeutschlands um fast 200 Jahre zur&#xFC;ckwarf. Erst der Landesausbau unter Heinrich dem L&#xF6;wen erreichte durch gezielte Siedlungspolitik die endg&#xFC;ltige Christianisierung und Einf&#xFC;hrung der Grundherrschaft in den slawischen Gebieten zwischen Elbe und Oder ab der Mitte des 12. Jh. Zahlreiche Fragen zum konkreten Verh&#xE4;ltnis der westeurop&#xE4;ischen Neusiedler zu ans&#xE4;ssigen Slawen und zu ihrer jeweiligen Rolle beim Landesausbau sind noch ungekl&#xE4;rt. An der westlichen Peripherie des slawischen Gebietes haben sich im Hannoverschen Wendland zahlreiche Rundlingsd&#xF6;rfer erhalten, deren kreisf&#xF6;rmiger Grundriss mit um einen freien Platz herum angeordneten tortenst&#xFC;ckf&#xF6;rmigen Flurst&#xFC;cken eine planm&#xE4;&#xDF;ige Dorfform aus der Zeit des Landesausbaus ist. Die genaue Genese dieser sogenannten Rundlinge ist noch ebenso ein Forschungsdesiderat wie die Geschichte ihrer ersten Bewohner, also wer durch wen hier angesiedelt wurde. Es ist lediglich sicher, dass die planm&#xE4;&#xDF;ig angelegten D&#xF6;rfer f&#xFC;r die Einf&#xFC;hrung der Grundherrschaft von gro&#xDF;er Bedeutung waren.Der karolingisch-s&#xE4;chsisch-d&#xE4;nisch-slawische Grenzraum wurde in den letzten Jahren mit umfangreichen Gel&#xE4;ndeforschungen exemplarisch an der unteren Mittelelbe untersucht. Im Sommer 2020 wurde das Manuskript mit den umfassenden Ergebnissen fertig gestellt. Es erscheint im Herbst 2020 als Buch mit dem Titel &#x201E;Zwischen den Welten. Arch&#xE4;ologie einer europ&#xE4;ischen Grenzregion zwischen Sachsen, Slawen, Franken und D&#xE4;nen&#x201C;. Literatur J. Schneewei&#xDF;, Zwischen den Welten. Arch&#xE4;ologie einer europ&#xE4;ischen Grenzregion zwischen Sachsen, Slawen, Franken und D&#xE4;nen. G&#xF6;ttinger Schriften zur Vor- und Fr&#xFC;hgeschichte 36. Wachholtz-Verlag Kiel/Hamburg 2020. Im Druck O. Nakoinz, J. Kneisel, H. Gorbahn, Competition and Conciliation: Modelling and Indicating Prehistoric Conflicts. In: S. Hansen, R. Krause (Hrsg.), Materialisierung von Konflikten. Beitr&#xE4;ge der Dritten Internationalen LOEWE-Konferenz vom 24. bis 27. September 2018 in Fulda. Universit&#xE4;tsforschungen zur pr&#xE4;historischen Arch&#xE4;ologie 346. Habelt-Verlag Bonn 2020, 1&#x2013;12.</description><thumbnail_url>https://zbsa.eu/wp-content/uploads/2021/03/Eskalationspyramide.jpg</thumbnail_url></oembed>
