{"version":"1.0","provider_name":"Centre for Baltic and Scandinavian Archaeology (ZBSA)","provider_url":"https:\/\/zbsa.eu\/en","author_name":"Matthias Bolte","author_url":"https:\/\/zbsa.eu\/en\/author\/matthias-bolte\/","title":"Oktober 2020 - Zentrum f\u00fcr Baltische und Skandinavische Arch\u00e4ologie (ZBSA) \u2014 Zentrum f\u00fcr Baltische und Skandinavische Arch\u00e4ologie","type":"rich","width":600,"height":338,"html":"<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"cKw7HB2Qc3\"><a href=\"https:\/\/zbsa.eu\/en\/oktober-2020\/\">October 2020<\/a><\/blockquote><iframe sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" src=\"https:\/\/zbsa.eu\/en\/oktober-2020\/embed\/#?secret=cKw7HB2Qc3\" width=\"600\" height=\"338\" title=\"&#8220;Oktober 2020&#8221; &#8212; Zentrum f\u00fcr Baltische und Skandinavische Arch\u00e4ologie (ZBSA) \u2014 Zentrum f\u00fcr Baltische und Skandinavische Arch\u00e4ologie\" data-secret=\"cKw7HB2Qc3\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\" class=\"wp-embedded-content\"><\/iframe><script type=\"text\/javascript\">\n\/* <![CDATA[ *\/\n\/*! This file is auto-generated *\/\n!function(d,l){\"use strict\";l.querySelector&&d.addEventListener&&\"undefined\"!=typeof URL&&(d.wp=d.wp||{},d.wp.receiveEmbedMessage||(d.wp.receiveEmbedMessage=function(e){var t=e.data;if((t||t.secret||t.message||t.value)&&!\/[^a-zA-Z0-9]\/.test(t.secret)){for(var s,r,n,a=l.querySelectorAll('iframe[data-secret=\"'+t.secret+'\"]'),o=l.querySelectorAll('blockquote[data-secret=\"'+t.secret+'\"]'),c=new RegExp(\"^https?:$\",\"i\"),i=0;i<o.length;i++)o[i].style.display=\"none\";for(i=0;i<a.length;i++)s=a[i],e.source===s.contentWindow&&(s.removeAttribute(\"style\"),\"height\"===t.message?(1e3<(r=parseInt(t.value,10))?r=1e3:~~r<200&&(r=200),s.height=r):\"link\"===t.message&&(r=new URL(s.getAttribute(\"src\")),n=new URL(t.value),c.test(n.protocol))&&n.host===r.host&&l.activeElement===s&&(d.top.location.href=t.value))}},d.addEventListener(\"message\",d.wp.receiveEmbedMessage,!1),l.addEventListener(\"DOMContentLoaded\",function(){for(var e,t,s=l.querySelectorAll(\"iframe.wp-embedded-content\"),r=0;r<s.length;r++)(t=(e=s[r]).getAttribute(\"data-secret\"))||(t=Math.random().toString(36).substring(2,12),e.src+=\"#?secret=\"+t,e.setAttribute(\"data-secret\",t)),e.contentWindow.postMessage({message:\"ready\",secret:t},\"*\")},!1)))}(window,document);\n\/\/# sourceURL=https:\/\/zbsa.eu\/wp-includes\/js\/wp-embed.min.js\n\/* ]]> *\/\n<\/script>","description":"Forschungsnetzwerk ROOTS (Exzellenzcluster) Subcluster Roots of Conflict: Competition and Conciliation Die Rolle von Grenzen, Befestigungen, Ressourcen, sozialer Ungleichheit in Eskalations- und Deeskalationsprozessen von Konflikten im fr\u00fchmittelalterlichen Osteuropa PD Dr. Jens Schneewei\u00df Wo Menschen miteinander in Beziehung treten, gibt es Konfliktpotenzial. Konflikte entstehen auf verschiedenen Ebenen und stellen immer eine Herausforderung f\u00fcr alle Beteiligten dar. Das Spektrum m\u00f6glicher Konfliktl\u00f6sungen ist dabei sehr gro\u00df und umfasst weit mehr als Streit, Krieg und Gewalt.Das Forschungsfeld von Konflikten in der Arch\u00e4ologie er\u00f6ffnet neue Perspektiven auf langanhaltende Konflikte und nachhaltige L\u00f6sungsstrategien. Die komplexen und facettenreichen Beziehungen, Verl\u00e4ufe und besonders L\u00f6sungen von Konflikten in vergangenen Gesellschaften wurden bislang noch nicht mit einem ganzheitlichen interdisziplin\u00e4ren Ansatz unter Einbeziehung moderner Methoden untersucht.Sobald mehrere Akteure verschiedene Interessen und Ideen verfolgen, sind potenziell Konflikte vorhanden. Sie k\u00f6nnen auf unterschiedliche Weise gel\u00f6st werden, z. B. durch Verhandlung, durch Wettstreit, durch Rituale, durch Migration oder durch Gewalt. Wettstreit und Schlichtung sind h\u00e4ufig miteinander verbunden. Im Rahmen des Subclusters soll von Wissenschaftlern der Universit\u00e4t Kiel und des ZBSA ein mehrstufiges Modell von Konfliktverl\u00e4ufen erarbeitet werden, dessen Grundlage die empirische Identifizierung von Ursachen, Verl\u00e4ufen und Beilegungen von Konflikten in der Vergangenheit bilden. Aktuelle Theorien legen h\u00e4ufig den Schwerpunkt auf Gewalt. Dem entgegen werden neue arch\u00e4ologische Konflikttheorien formuliert, die Aspekte der Schlichtung, friedlichen Beilegung und Vermittlung in den Vordergrund stellen. Arch\u00e4ologische Theorien zur Konfliktl\u00f6sung oder Vermeidung von Gewaltstrategien sind \u2013 im Gegensatz zu den Themen Krieg und Gewalt \u2013 immer noch ein Desiderat. Die enge Verbindung konfliktbezogener kultureller, sozialer und \u00f6kologischer Faktoren erfordert ein hohes Ma\u00df an Konnektivit\u00e4t und Interdisziplinarit\u00e4t bei ihrer Erforschung.Es wird die Rolle von Landschaft, nat\u00fcrlicher Umgebung, Subsistenz oder von r\u00e4umlichen, sozialen und sprachlichen Grenzen bei der Ausformung von Konfliktdynamiken sowie die Bedeutung dieser Abgrenzungskriterien in Konfliktl\u00f6sungen zwischen und innerhalb von Gesellschaften untersucht.Ein Schwerpunkt wird auch auf qualitative Unterschiede in der materiellen Kultur und Sprache gelegt, die konkurrierende Strategien und Auswirkungen von Handelsbeziehungen und den Austausch von Technologien und Menschen anzeigen k\u00f6nnen. Die Forschungen innerhalb des Subclusters konzentrieren sich auf vier Schwerpunkte: 1) Verf\u00fcgbarkeit von Rohstoffen, 2) Produktion und Arten des Austauschs, 3) Rituale, Religion, Ideologie und Kommunikation, 4) Grenzen und Befestigungen. Der Fokus der im Herbst 2019 aufgenommenen Forschungen am ZBSA liegt auf fr\u00fchgeschichtlichen Burgenlandschaften im \u00f6stlichen Ostseeraum. Im Mittelpunkt stehen nicht nur territoriale, sondern auch kulturelle Grenzbereiche der slawischen Welt mit ihren vielf\u00e4ltigen Konfliktpotentialen auf unterschiedlichen Ebenen. W\u00e4hrend die Gesellschaft der Slawen, zumindest in der Fr\u00fchzeit, meist akephal und egalit\u00e4r gedacht wird, entwickelten die &#8222;Wikinger&#8220; hocheffiziente globale Netzwerke einer H\u00e4ndler-Krieger-Elite mit polyethnischen und multikulturellen Handelspl\u00e4tzen. In den meisten von ihnen finden sich auch Spuren destruktiver Gewalt. Die Ambivalenz von Wikingern und Slawen, die im Fr\u00fch- und Hochmittelalter als Kaufleute und Krieger, Bauern, Piraten und Diplomaten auftreten, macht sie f\u00fcr die Konfliktforschung besonders interessant. Aufgrund der Einschr\u00e4nkungen von Reisen und Feldforschungen im Ausland durch Covid-19 hat sich f\u00fcr 2020 eine Schwerpunktverschiebung auf den slawisch-deutschen Grenzraum ergeben. Im Mittelalter war das Verh\u00e4ltnis der slawischen Verb\u00e4nde zueinander und zu ihren westlichen Nachbarn von vielf\u00e4ltigen Konflikten, Koalitionen und Konfrontationen gepr\u00e4gt. In der Karolingerzeit traten Slawen als unterschiedliche B\u00fcndnispartner in den Auseinandersetzungen der Franken, Sachsen und D\u00e4nen um die Nordostgrenze des Fr\u00e4nkischen Reiches Karls des Gro\u00dfen in Erscheinung. Sie war als stabile Abgrenzung des christlichen Reiches von den paganen Nachbarn im Norden und Osten geplant, nachdem die Sachsen endg\u00fcltig besiegt, christianisiert und ins Reich integriert waren. Die ottonische Herrschaft war dagegen von einem expansiven Missionierungsdrang getragen, durch den die westslawischen Siedlungsgebiete gewaltsam in Tributabh\u00e4ngigkeit vom Ostfr\u00e4nkischen Reich gerieten. Dieses Vorgehen f\u00fchrte zur Eskalation des Konflikts, die in einer heidnischen Gegenreaktion zum Slawenaufstand von 983 f\u00fchrte und die Christianisierung in weiten Gebieten Nordostdeutschlands um fast 200 Jahre zur\u00fcckwarf. Erst der Landesausbau unter Heinrich dem L\u00f6wen erreichte durch gezielte Siedlungspolitik die endg\u00fcltige Christianisierung und Einf\u00fchrung der Grundherrschaft in den slawischen Gebieten zwischen Elbe und Oder ab der Mitte des 12. Jh. Zahlreiche Fragen zum konkreten Verh\u00e4ltnis der westeurop\u00e4ischen Neusiedler zu ans\u00e4ssigen Slawen und zu ihrer jeweiligen Rolle beim Landesausbau sind noch ungekl\u00e4rt. An der westlichen Peripherie des slawischen Gebietes haben sich im Hannoverschen Wendland zahlreiche Rundlingsd\u00f6rfer erhalten, deren kreisf\u00f6rmiger Grundriss mit um einen freien Platz herum angeordneten tortenst\u00fcckf\u00f6rmigen Flurst\u00fccken eine planm\u00e4\u00dfige Dorfform aus der Zeit des Landesausbaus ist. Die genaue Genese dieser sogenannten Rundlinge ist noch ebenso ein Forschungsdesiderat wie die Geschichte ihrer ersten Bewohner, also wer durch wen hier angesiedelt wurde. Es ist lediglich sicher, dass die planm\u00e4\u00dfig angelegten D\u00f6rfer f\u00fcr die Einf\u00fchrung der Grundherrschaft von gro\u00dfer Bedeutung waren.Der karolingisch-s\u00e4chsisch-d\u00e4nisch-slawische Grenzraum wurde in den letzten Jahren mit umfangreichen Gel\u00e4ndeforschungen exemplarisch an der unteren Mittelelbe untersucht. Im Sommer 2020 wurde das Manuskript mit den umfassenden Ergebnissen fertig gestellt. Es erscheint im Herbst 2020 als Buch mit dem Titel \u201eZwischen den Welten. Arch\u00e4ologie einer europ\u00e4ischen Grenzregion zwischen Sachsen, Slawen, Franken und D\u00e4nen\u201c. Literatur J. Schneewei\u00df, Zwischen den Welten. Arch\u00e4ologie einer europ\u00e4ischen Grenzregion zwischen Sachsen, Slawen, Franken und D\u00e4nen. G\u00f6ttinger Schriften zur Vor- und Fr\u00fchgeschichte 36. Wachholtz-Verlag Kiel\/Hamburg 2020. Im Druck O. Nakoinz, J. Kneisel, H. Gorbahn, Competition and Conciliation: Modelling and Indicating Prehistoric Conflicts. In: S. Hansen, R. Krause (Hrsg.), Materialisierung von Konflikten. Beitr\u00e4ge der Dritten Internationalen LOEWE-Konferenz vom 24. bis 27. September 2018 in Fulda. Universit\u00e4tsforschungen zur pr\u00e4historischen Arch\u00e4ologie 346. Habelt-Verlag Bonn 2020, 1\u201312.","thumbnail_url":"https:\/\/zbsa.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Eskalationspyramide.jpg"}