{"id":1019,"date":"2021-03-03T10:48:17","date_gmt":"2021-03-03T09:48:17","guid":{"rendered":"https:\/\/zbsa.eu\/?p=1019"},"modified":"2021-03-03T10:48:17","modified_gmt":"2021-03-03T09:48:17","slug":"mai-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zbsa.eu\/en\/mai-2020\/","title":{"rendered":"May 2020"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"wp-block-heading\">Ri\u0146\u0146ukalns &#8211; Ein neolithischer S\u00fc\u00dfwasser-Muschelhaufen im Norden Lettlands<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Harald L\u00fcbke, Valdis Berzins, Ute Brinker, Aija Cerina, Marcis Kalnins, Ben Krause \u2013Kyora, John Meadows, Ken Ritchie, Ulrich Schm\u00f6lcke, Ilga Zagorska<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ri\u0146\u0146ukalns \u2013Ein neolithischer S\u00fc\u00dfwasser-Muschelhaufen im Norden Lettlands und seine Bedeutung f\u00fcr die steinzeitliche Kulturgeschichte des Baltikums<\/p>\n\n\n\n<p>Der am Ausfluss der Salaca aus dem Burtnieksee in der Region Vidzeme im Norden Lettlands gelegene Fundplatz Ri\u0146\u0146ukalns (\u201eRinneh\u00fcgel\u201c) ist der einzige erhaltene steinzeitliche Muschelhaufenplatz im Baltikum. Forschungsgeschichtlich ist er zudem von besonderer Bedeutung, weil er eine der ersten im Baltikum in den 1870er Jahren entdeckten steinzeitlichen Fundstellen ist. Zu verdanken ist dies dem deutsch-baltischen Grafen Carl George Sievers, einem der Pioniere der arch\u00e4ologischen Forschung Lettlands. Seine Bewertung der Fundstelle f\u00fchrte aber zu einem heftigen Forschungsstreit mit dem damals im Baltikum f\u00fchrenden Geschichtsforscher Prof. C. Grewingk, Univ. Dorpat (heute Tartu, Estland). Beteiligt daran war auch der deutsche Mediziner, Anthropologe und Urgeschichtsforscher Rudolf Virchow, der 1877 selbst an den Ausgrabungen des Grafen Sievers teilgenommen hatte. Umstritten war vor allem das Alter von vier Gr\u00e4bern, denen Graf Sievers aufgrund ihrer stratigrafischen Position oder vermeintlicher Grabbeigaben ein steinzeitliches Alter zugesprochen hatte. Durch den fr\u00fchen Tod des Grafen Sievers 1879 blieb insbesondere diese Frage ungel\u00f6st bis im Jahre 2011 neue gemeinsame Forschungen des Instituts f\u00fcr Lettische Geschichte (LVI) an der Universit\u00e4t Riga und dem Zentrum f\u00fcr Baltische und Skandinavische Arch\u00e4ologie (ZBSA) begannen.<\/p>\n\n\n\n<p>Erste Untersuchungen des Muschelhaufens unter Einsatz geophysikalischer und arch\u00e4ologischer Feldmethoden brachten trotz der Ausgrabungen des 19. Jh. den Nachweis einer immer noch vorhandenen Existenz intakter feinstratifizierter Schichtpakete mit hervorragender Erhaltung organischer Hinterlassenschaften. Radiometrische Analysen der Stratigraphie zeigten, dass der Muschelhaufen innerhalb eines recht kurzen Zeitraums um 3350 v. Chr. aufgesch\u00fcttet wurde. Nachfolgende naturwissenschaftliche Untersuchungen ergaben erste Ergebnisse zur Ern\u00e4hrung und Lebensweise der damaligen Bewohner. Entsprechend liefert der Fundplatz Rinnukalns wertvolle Hinweise zur Kulturentwicklung im \u00f6stlichen Baltikum im 4. Jahrtausend v.Chr. &#8211; eine Zeit, in der die Landwirtschaft und Vorratshaltung in dieser Region noch nicht weit verbreitet waren. Parallel dazu konnten die von Graf Sievers im 19. Jh. geborgenen Menschenreste in der Anthropologischen Rudolf-Virchow-Sammlung der Berliner Gesellschaft f\u00fcr Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte mit Hilfe der Kuratorin B. Te\u00dfmann re-identifiziert werden. AMS-Datierungen der fraglichen Sch\u00e4del erbrachten den Nachweis, dass zumindest zwei der von Graf Sievers als steinzeitlich angesehenen Gr\u00e4ber tats\u00e4chlich ein entsprechendes Alter hatten und der Muschelhaufen-Phase des Fundplatzes zuzuweisen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit 2017 werden die Forschungen im Rahmen des von der DFG gef\u00f6rderten interdisziplin\u00e4ren Forschungsprojektes \u201c<em>Ri\u0146\u0146ukalns, a Neolithic freshwater shell midden site in northern Latvia and its significance for cultural development of the Eastern Baltic Stone Age<\/em>\u201d (DFG-Projektnummer 335674082) fortgef\u00fchrt. In zwei Feldkampagnen 2017 und 2018 mit einer Dauer von jeweils 6 Wochen konnte der Fundplatz weiter untersucht werden. Bei den feinstratigraphischen Schichtenfreilegungen konnte neben diversen Kulturhinterlassenschaften vor allem umfangreiches arch\u00e4ozoologisches und pal\u00e4obotanisches Probenmaterial geborgen werden. Wichtig ist der Nachweis weiterer Kulturschichten unter dem eigentlichen Muschelhaufen, die bis in das Sp\u00e4tmesolithikum zur\u00fcckreichen und die langfristige Nutzung des landschaftlich ausgesprochen g\u00fcnstig gelegenen Ortes anzeigen. Ein besonderer Gl\u00fccksfall ist aber 140 Jahre nach Entdeckung der ersten pr\u00e4historischen Gr\u00e4ber der Fund zwei weiterer steinzeitlicher Bestattungen. Bei den Verstorbenen handelt es sich um einen ca. 40-j\u00e4hrigen Mannes und ein bei der Geburt verstorbenes Kleinkind, die beide demselben Zeithorizont angeh\u00f6ren wie die bereits bekannten Individuen. Derzeit befindet sich das umfangreiche arch\u00e4ologische und naturwissenschaftliche Fundmaterial in der Auswertung, eine umfassende Pr\u00e4sentation der Ergebnisse ist im Rahmen einer Fundplatzmonographie vorgesehen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Weiterf\u00fchrende Literatur:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">V. B\u0113rzi\u0146\u0161 \/ U. Brinker \/ C. Klein \/ H. L\u00fcbke \/ J. Meadows \/ M. Rudz\u012bte \/ U. Schm\u00f6lcke \/ H. St\u00fcmpel \/ I. Zagorska, New research at Ri\u0146\u0146ukalns, a Neolithic freshwater shell midden in northern Latvia. Antiquity 88, 2014, 715-732.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">U. Brinker \/ D. Meinel \/ B. Te\u00dfmann \/ H. L\u00fcbke, Die menschlichen Skelettreste der zur anthropologischen Rudolf-Virchow-Sammlung geh\u00f6renden Kollektion des Fundplatzes Ri\u0146\u0146ukalns im Norden Lettlands \u2013 Resultat eines Forschungsstreites des 19. Jahrhunderts im damaligen Livland. Mitteilungen der Berliner Gesellschaft f\u00fcr Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte 39, 2019, 35-53.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">U. Brinker \/ V. B\u0113rzi\u0146\u0161 \/ A. Ceri\u0146a \/ G. Gerhards \/ M. Kalni\u0146\u0161 \/ B. Krause-Kyora \/ H. L\u00fcbke \/ J. Meadows \/ D. Meinel \/ E. P\u0113tersone-Gordina \/ K. Ritchie \/ M. Rudz\u012bte \/ M. T\u00f5rv\/ I. Zagorska \/ U. Schm\u00f6lcke, Two burials in a unique freshwater shell midden: Insights into transformations of Stone Age Hunter-Fisher daily life in Latvia. Archaeological and Anthropological Sciences (im Druck)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">H. L\u00fcbke \/ U. Brinker \/ J. Meadows \/ V. B\u0113rzi\u0146\u0161 \/ I. Zagorska, New research on the human burials of Ri\u0146\u0146ukalns, Latvia. In: J. M. Gr\u00fcnberg \/ B. Gramsch \/ L. Larsson \/ J. Orschiedt \/ H. Meller (Hrsg.), Mesolithic burials \u2013 Rites, symbols and social organisation of early postglacial communities. Mesolithische Bestattungen \u2013 Riten, Symbole und soziale Organisation fr\u00fcher postglazialer Gemeinschaften. International Conference in Halle (Saale), Germany. Tagungen des Landesmuseums f\u00fcr Vorgeschichte Halle 13, 2016, 241\u2013256.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">J. Meadows \/ V. B\u0113rzi\u0146\u0161 \/ D. Legzdi\u0146a \/ H. L\u00fcbke \/ U. Schm\u00f6lcke \/ I. Zagorska \/ G. Zari\u0146a, Stone-age subsistence strategies at Lake Burtnieks, Latvia, Journal of Archaeological Science: Reports 17, 2018, 992-1006.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">U. Schm\u00f6lcke \/ J. Meadows \/ K. Ritchie \/ V. B\u0113rzi\u0146\u0161 \/ H. L\u00fcbke \/ I. Zagorska, Neolithic fish remains from the freshwater shell midden Ri\u0146\u0146ukalns in northern Latvia. Environmental Archaeology: The Journal of Human Palaeoecology 21:4, 2016, 325-333.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ri\u0146\u0146ukalns &#8211; Ein neolithischer S\u00fc\u00dfwasser-Muschelhaufen im Norden Lettlands Harald L\u00fcbke, Valdis Berzins, Ute Brinker, Aija Cerina, Marcis Kalnins, Ben Krause \u2013Kyora, John Meadows, Ken Ritchie, Ulrich Schm\u00f6lcke, Ilga Zagorska Ri\u0146\u0146ukalns \u2013Ein neolithischer S\u00fc\u00dfwasser-Muschelhaufen im Norden Lettlands und seine Bedeutung f\u00fcr die steinzeitliche Kulturgeschichte des Baltikums Der am Ausfluss der Salaca aus dem Burtnieksee in der Region Vidzeme im Norden Lettlands gelegene Fundplatz Ri\u0146\u0146ukalns (\u201eRinneh\u00fcgel\u201c) ist der einzige erhaltene steinzeitliche Muschelhaufenplatz im Baltikum. Forschungsgeschichtlich ist er zudem von besonderer Bedeutung, weil er eine der ersten im Baltikum in den 1870er Jahren entdeckten steinzeitlichen Fundstellen ist. Zu verdanken ist dies dem deutsch-baltischen Grafen Carl George Sievers, einem der Pioniere der arch\u00e4ologischen Forschung Lettlands. Seine Bewertung der Fundstelle f\u00fchrte aber zu einem heftigen Forschungsstreit mit dem damals im Baltikum f\u00fchrenden Geschichtsforscher Prof. C. Grewingk, Univ. Dorpat (heute Tartu, Estland). Beteiligt daran war auch der deutsche Mediziner, Anthropologe und Urgeschichtsforscher Rudolf Virchow, der 1877 selbst an den Ausgrabungen des Grafen Sievers teilgenommen hatte. Umstritten war vor allem das Alter von vier Gr\u00e4bern, denen Graf Sievers aufgrund ihrer stratigrafischen Position oder vermeintlicher Grabbeigaben ein steinzeitliches Alter zugesprochen hatte. Durch den fr\u00fchen Tod des Grafen Sievers 1879 blieb insbesondere diese Frage ungel\u00f6st bis im Jahre 2011 neue gemeinsame Forschungen des Instituts f\u00fcr Lettische Geschichte (LVI) an der Universit\u00e4t Riga und dem Zentrum f\u00fcr Baltische und Skandinavische Arch\u00e4ologie (ZBSA) begannen. Erste Untersuchungen des Muschelhaufens unter Einsatz geophysikalischer und arch\u00e4ologischer Feldmethoden brachten trotz der Ausgrabungen des 19. Jh. den Nachweis einer immer noch vorhandenen Existenz intakter feinstratifizierter Schichtpakete mit hervorragender Erhaltung organischer Hinterlassenschaften. Radiometrische Analysen der Stratigraphie zeigten, dass der Muschelhaufen innerhalb eines recht kurzen Zeitraums um 3350 v. Chr. aufgesch\u00fcttet wurde. Nachfolgende naturwissenschaftliche Untersuchungen ergaben erste Ergebnisse zur Ern\u00e4hrung und Lebensweise der damaligen Bewohner. Entsprechend liefert der Fundplatz Rinnukalns wertvolle Hinweise zur Kulturentwicklung im \u00f6stlichen Baltikum im 4. Jahrtausend v.Chr. &#8211; eine Zeit, in der die Landwirtschaft und Vorratshaltung in dieser Region noch nicht weit verbreitet waren. Parallel dazu konnten die von Graf Sievers im 19. Jh. geborgenen Menschenreste in der Anthropologischen Rudolf-Virchow-Sammlung der Berliner Gesellschaft f\u00fcr Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte mit Hilfe der Kuratorin B. Te\u00dfmann re-identifiziert werden. AMS-Datierungen der fraglichen Sch\u00e4del erbrachten den Nachweis, dass zumindest zwei der von Graf Sievers als steinzeitlich angesehenen Gr\u00e4ber tats\u00e4chlich ein entsprechendes Alter hatten und der Muschelhaufen-Phase des Fundplatzes zuzuweisen sind. Seit 2017 werden die Forschungen im Rahmen des von der DFG gef\u00f6rderten interdisziplin\u00e4ren Forschungsprojektes \u201cRi\u0146\u0146ukalns, a Neolithic freshwater shell midden site in northern Latvia and its significance for cultural development of the Eastern Baltic Stone Age\u201d (DFG-Projektnummer 335674082) fortgef\u00fchrt. In zwei Feldkampagnen 2017 und 2018 mit einer Dauer von jeweils 6 Wochen konnte der Fundplatz weiter untersucht werden. Bei den feinstratigraphischen Schichtenfreilegungen konnte neben diversen Kulturhinterlassenschaften vor allem umfangreiches arch\u00e4ozoologisches und pal\u00e4obotanisches Probenmaterial geborgen werden. Wichtig ist der Nachweis weiterer Kulturschichten unter dem eigentlichen Muschelhaufen, die bis in das Sp\u00e4tmesolithikum zur\u00fcckreichen und die langfristige Nutzung des landschaftlich ausgesprochen g\u00fcnstig gelegenen Ortes anzeigen. Ein besonderer Gl\u00fccksfall ist aber 140 Jahre nach Entdeckung der ersten pr\u00e4historischen Gr\u00e4ber der Fund zwei weiterer steinzeitlicher Bestattungen. Bei den Verstorbenen handelt es sich um einen ca. 40-j\u00e4hrigen Mannes und ein bei der Geburt verstorbenes Kleinkind, die beide demselben Zeithorizont angeh\u00f6ren wie die bereits bekannten Individuen. Derzeit befindet sich das umfangreiche arch\u00e4ologische und naturwissenschaftliche Fundmaterial in der Auswertung, eine umfassende Pr\u00e4sentation der Ergebnisse ist im Rahmen einer Fundplatzmonographie vorgesehen. Weiterf\u00fchrende Literatur: V. B\u0113rzi\u0146\u0161 \/ U. Brinker \/ C. Klein \/ H. L\u00fcbke \/ J. Meadows \/ M. Rudz\u012bte \/ U. Schm\u00f6lcke \/ H. St\u00fcmpel \/ I. Zagorska, New research at Ri\u0146\u0146ukalns, a Neolithic freshwater shell midden in northern Latvia. Antiquity 88, 2014, 715-732. U. Brinker \/ D. Meinel \/ B. Te\u00dfmann \/ H. L\u00fcbke, Die menschlichen Skelettreste der zur anthropologischen Rudolf-Virchow-Sammlung geh\u00f6renden Kollektion des Fundplatzes Ri\u0146\u0146ukalns im Norden Lettlands \u2013 Resultat eines Forschungsstreites des 19. Jahrhunderts im damaligen Livland. Mitteilungen der Berliner Gesellschaft f\u00fcr Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte 39, 2019, 35-53. U. Brinker \/ V. B\u0113rzi\u0146\u0161 \/ A. Ceri\u0146a \/ G. Gerhards \/ M. Kalni\u0146\u0161 \/ B. Krause-Kyora \/ H. L\u00fcbke \/ J. Meadows \/ D. Meinel \/ E. P\u0113tersone-Gordina \/ K. Ritchie \/ M. Rudz\u012bte \/ M. T\u00f5rv\/ I. Zagorska \/ U. Schm\u00f6lcke, Two burials in a unique freshwater shell midden: Insights into transformations of Stone Age Hunter-Fisher daily life in Latvia. Archaeological and Anthropological Sciences (im Druck) H. L\u00fcbke \/ U. Brinker \/ J. Meadows \/ V. B\u0113rzi\u0146\u0161 \/ I. Zagorska, New research on the human burials of Ri\u0146\u0146ukalns, Latvia. In: J. M. Gr\u00fcnberg \/ B. Gramsch \/ L. Larsson \/ J. Orschiedt \/ H. Meller (Hrsg.), Mesolithic burials \u2013 Rites, symbols and social organisation of early postglacial communities. Mesolithische Bestattungen \u2013 Riten, Symbole und soziale Organisation fr\u00fcher postglazialer Gemeinschaften. International Conference in Halle (Saale), Germany. Tagungen des Landesmuseums f\u00fcr Vorgeschichte Halle 13, 2016, 241\u2013256. J. Meadows \/ V. B\u0113rzi\u0146\u0161 \/ D. Legzdi\u0146a \/ H. L\u00fcbke \/ U. Schm\u00f6lcke \/ I. Zagorska \/ G. Zari\u0146a, Stone-age subsistence strategies at Lake Burtnieks, Latvia, Journal of Archaeological Science: Reports 17, 2018, 992-1006. U. Schm\u00f6lcke \/ J. Meadows \/ K. Ritchie \/ V. B\u0113rzi\u0146\u0161 \/ H. L\u00fcbke \/ I. Zagorska, Neolithic fish remains from the freshwater shell midden Ri\u0146\u0146ukalns in northern Latvia. 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Forschungsgeschichtlich ist er zudem von besonderer Bedeutung, weil er eine der ersten im Baltikum in den 1870er Jahren entdeckten steinzeitlichen Fundstellen ist. Zu verdanken ist dies dem deutsch-baltischen Grafen Carl George Sievers, einem der Pioniere der arch\u00e4ologischen Forschung Lettlands. Seine Bewertung der Fundstelle f\u00fchrte aber zu einem heftigen Forschungsstreit mit dem damals im Baltikum f\u00fchrenden Geschichtsforscher Prof. C. Grewingk, Univ. Dorpat (heute Tartu, Estland). Beteiligt daran war auch der deutsche Mediziner, Anthropologe und Urgeschichtsforscher Rudolf Virchow, der 1877 selbst an den Ausgrabungen des Grafen Sievers teilgenommen hatte. Umstritten war vor allem das Alter von vier Gr\u00e4bern, denen Graf Sievers aufgrund ihrer stratigrafischen Position oder vermeintlicher Grabbeigaben ein steinzeitliches Alter zugesprochen hatte. Durch den fr\u00fchen Tod des Grafen Sievers 1879 blieb insbesondere diese Frage ungel\u00f6st bis im Jahre 2011 neue gemeinsame Forschungen des Instituts f\u00fcr Lettische Geschichte (LVI) an der Universit\u00e4t Riga und dem Zentrum f\u00fcr Baltische und Skandinavische Arch\u00e4ologie (ZBSA) begannen. Erste Untersuchungen des Muschelhaufens unter Einsatz geophysikalischer und arch\u00e4ologischer Feldmethoden brachten trotz der Ausgrabungen des 19. Jh. den Nachweis einer immer noch vorhandenen Existenz intakter feinstratifizierter Schichtpakete mit hervorragender Erhaltung organischer Hinterlassenschaften. Radiometrische Analysen der Stratigraphie zeigten, dass der Muschelhaufen innerhalb eines recht kurzen Zeitraums um 3350 v. Chr. aufgesch\u00fcttet wurde. Nachfolgende naturwissenschaftliche Untersuchungen ergaben erste Ergebnisse zur Ern\u00e4hrung und Lebensweise der damaligen Bewohner. Entsprechend liefert der Fundplatz Rinnukalns wertvolle Hinweise zur Kulturentwicklung im \u00f6stlichen Baltikum im 4. Jahrtausend v.Chr. &#8211; eine Zeit, in der die Landwirtschaft und Vorratshaltung in dieser Region noch nicht weit verbreitet waren. Parallel dazu konnten die von Graf Sievers im 19. Jh. geborgenen Menschenreste in der Anthropologischen Rudolf-Virchow-Sammlung der Berliner Gesellschaft f\u00fcr Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte mit Hilfe der Kuratorin B. Te\u00dfmann re-identifiziert werden. AMS-Datierungen der fraglichen Sch\u00e4del erbrachten den Nachweis, dass zumindest zwei der von Graf Sievers als steinzeitlich angesehenen Gr\u00e4ber tats\u00e4chlich ein entsprechendes Alter hatten und der Muschelhaufen-Phase des Fundplatzes zuzuweisen sind. Seit 2017 werden die Forschungen im Rahmen des von der DFG gef\u00f6rderten interdisziplin\u00e4ren Forschungsprojektes \u201cRi\u0146\u0146ukalns, a Neolithic freshwater shell midden site in northern Latvia and its significance for cultural development of the Eastern Baltic Stone Age\u201d (DFG-Projektnummer 335674082) fortgef\u00fchrt. In zwei Feldkampagnen 2017 und 2018 mit einer Dauer von jeweils 6 Wochen konnte der Fundplatz weiter untersucht werden. Bei den feinstratigraphischen Schichtenfreilegungen konnte neben diversen Kulturhinterlassenschaften vor allem umfangreiches arch\u00e4ozoologisches und pal\u00e4obotanisches Probenmaterial geborgen werden. Wichtig ist der Nachweis weiterer Kulturschichten unter dem eigentlichen Muschelhaufen, die bis in das Sp\u00e4tmesolithikum zur\u00fcckreichen und die langfristige Nutzung des landschaftlich ausgesprochen g\u00fcnstig gelegenen Ortes anzeigen. Ein besonderer Gl\u00fccksfall ist aber 140 Jahre nach Entdeckung der ersten pr\u00e4historischen Gr\u00e4ber der Fund zwei weiterer steinzeitlicher Bestattungen. Bei den Verstorbenen handelt es sich um einen ca. 40-j\u00e4hrigen Mannes und ein bei der Geburt verstorbenes Kleinkind, die beide demselben Zeithorizont angeh\u00f6ren wie die bereits bekannten Individuen. Derzeit befindet sich das umfangreiche arch\u00e4ologische und naturwissenschaftliche Fundmaterial in der Auswertung, eine umfassende Pr\u00e4sentation der Ergebnisse ist im Rahmen einer Fundplatzmonographie vorgesehen. Weiterf\u00fchrende Literatur: V. B\u0113rzi\u0146\u0161 \/ U. Brinker \/ C. Klein \/ H. L\u00fcbke \/ J. Meadows \/ M. Rudz\u012bte \/ U. Schm\u00f6lcke \/ H. St\u00fcmpel \/ I. Zagorska, New research at Ri\u0146\u0146ukalns, a Neolithic freshwater shell midden in northern Latvia. Antiquity 88, 2014, 715-732. U. Brinker \/ D. Meinel \/ B. Te\u00dfmann \/ H. L\u00fcbke, Die menschlichen Skelettreste der zur anthropologischen Rudolf-Virchow-Sammlung geh\u00f6renden Kollektion des Fundplatzes Ri\u0146\u0146ukalns im Norden Lettlands \u2013 Resultat eines Forschungsstreites des 19. Jahrhunderts im damaligen Livland. Mitteilungen der Berliner Gesellschaft f\u00fcr Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte 39, 2019, 35-53. U. Brinker \/ V. B\u0113rzi\u0146\u0161 \/ A. Ceri\u0146a \/ G. Gerhards \/ M. Kalni\u0146\u0161 \/ B. Krause-Kyora \/ H. L\u00fcbke \/ J. Meadows \/ D. Meinel \/ E. P\u0113tersone-Gordina \/ K. Ritchie \/ M. Rudz\u012bte \/ M. T\u00f5rv\/ I. Zagorska \/ U. Schm\u00f6lcke, Two burials in a unique freshwater shell midden: Insights into transformations of Stone Age Hunter-Fisher daily life in Latvia. Archaeological and Anthropological Sciences (im Druck) H. L\u00fcbke \/ U. Brinker \/ J. Meadows \/ V. B\u0113rzi\u0146\u0161 \/ I. Zagorska, New research on the human burials of Ri\u0146\u0146ukalns, Latvia. In: J. M. 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Durch den fr\u00fchen Tod des Grafen Sievers 1879 blieb insbesondere diese Frage ungel\u00f6st bis im Jahre 2011 neue gemeinsame Forschungen des Instituts f\u00fcr Lettische Geschichte (LVI) an der Universit\u00e4t Riga und dem Zentrum f\u00fcr Baltische und Skandinavische Arch\u00e4ologie (ZBSA) begannen. Erste Untersuchungen des Muschelhaufens unter Einsatz geophysikalischer und arch\u00e4ologischer Feldmethoden brachten trotz der Ausgrabungen des 19. Jh. den Nachweis einer immer noch vorhandenen Existenz intakter feinstratifizierter Schichtpakete mit hervorragender Erhaltung organischer Hinterlassenschaften. Radiometrische Analysen der Stratigraphie zeigten, dass der Muschelhaufen innerhalb eines recht kurzen Zeitraums um 3350 v. Chr. aufgesch\u00fcttet wurde. Nachfolgende naturwissenschaftliche Untersuchungen ergaben erste Ergebnisse zur Ern\u00e4hrung und Lebensweise der damaligen Bewohner. Entsprechend liefert der Fundplatz Rinnukalns wertvolle Hinweise zur Kulturentwicklung im \u00f6stlichen Baltikum im 4. Jahrtausend v.Chr. &#8211; eine Zeit, in der die Landwirtschaft und Vorratshaltung in dieser Region noch nicht weit verbreitet waren. Parallel dazu konnten die von Graf Sievers im 19. Jh. geborgenen Menschenreste in der Anthropologischen Rudolf-Virchow-Sammlung der Berliner Gesellschaft f\u00fcr Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte mit Hilfe der Kuratorin B. Te\u00dfmann re-identifiziert werden. AMS-Datierungen der fraglichen Sch\u00e4del erbrachten den Nachweis, dass zumindest zwei der von Graf Sievers als steinzeitlich angesehenen Gr\u00e4ber tats\u00e4chlich ein entsprechendes Alter hatten und der Muschelhaufen-Phase des Fundplatzes zuzuweisen sind. 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Forschungsgeschichtlich ist er zudem von besonderer Bedeutung, weil er eine der ersten im Baltikum in den 1870er Jahren entdeckten steinzeitlichen Fundstellen ist. Zu verdanken ist dies dem deutsch-baltischen Grafen Carl George Sievers, einem der Pioniere der arch\u00e4ologischen Forschung Lettlands. Seine Bewertung der Fundstelle f\u00fchrte aber zu einem heftigen Forschungsstreit mit dem damals im Baltikum f\u00fchrenden Geschichtsforscher Prof. C. Grewingk, Univ. Dorpat (heute Tartu, Estland). Beteiligt daran war auch der deutsche Mediziner, Anthropologe und Urgeschichtsforscher Rudolf Virchow, der 1877 selbst an den Ausgrabungen des Grafen Sievers teilgenommen hatte. Umstritten war vor allem das Alter von vier Gr\u00e4bern, denen Graf Sievers aufgrund ihrer stratigrafischen Position oder vermeintlicher Grabbeigaben ein steinzeitliches Alter zugesprochen hatte. Durch den fr\u00fchen Tod des Grafen Sievers 1879 blieb insbesondere diese Frage ungel\u00f6st bis im Jahre 2011 neue gemeinsame Forschungen des Instituts f\u00fcr Lettische Geschichte (LVI) an der Universit\u00e4t Riga und dem Zentrum f\u00fcr Baltische und Skandinavische Arch\u00e4ologie (ZBSA) begannen.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p>Erste Untersuchungen des Muschelhaufens unter Einsatz geophysikalischer und arch\u00e4ologischer Feldmethoden brachten trotz der Ausgrabungen des 19. Jh. den Nachweis einer immer noch vorhandenen Existenz intakter feinstratifizierter Schichtpakete mit hervorragender Erhaltung organischer Hinterlassenschaften. Radiometrische Analysen der Stratigraphie zeigten, dass der Muschelhaufen innerhalb eines recht kurzen Zeitraums um 3350 v. Chr. aufgesch\u00fcttet wurde. Nachfolgende naturwissenschaftliche Untersuchungen ergaben erste Ergebnisse zur Ern\u00e4hrung und Lebensweise der damaligen Bewohner. Entsprechend liefert der Fundplatz Rinnukalns wertvolle Hinweise zur Kulturentwicklung im \u00f6stlichen Baltikum im 4. Jahrtausend v.Chr. &#8211; eine Zeit, in der die Landwirtschaft und Vorratshaltung in dieser Region noch nicht weit verbreitet waren. Parallel dazu konnten die von Graf Sievers im 19. Jh. geborgenen Menschenreste in der Anthropologischen Rudolf-Virchow-Sammlung der Berliner Gesellschaft f\u00fcr Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte mit Hilfe der Kuratorin B. Te\u00dfmann re-identifiziert werden. AMS-Datierungen der fraglichen Sch\u00e4del erbrachten den Nachweis, dass zumindest zwei der von Graf Sievers als steinzeitlich angesehenen Gr\u00e4ber tats\u00e4chlich ein entsprechendes Alter hatten und der Muschelhaufen-Phase des Fundplatzes zuzuweisen sind.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p>Seit 2017 werden die Forschungen im Rahmen des von der DFG gef\u00f6rderten interdisziplin\u00e4ren Forschungsprojektes \u201c<em>Ri\u0146\u0146ukalns, a Neolithic freshwater shell midden site in northern Latvia and its significance for cultural development of the Eastern Baltic Stone Age<\/em>\u201d (DFG-Projektnummer 335674082) fortgef\u00fchrt. In zwei Feldkampagnen 2017 und 2018 mit einer Dauer von jeweils 6 Wochen konnte der Fundplatz weiter untersucht werden. Bei den feinstratigraphischen Schichtenfreilegungen konnte neben diversen Kulturhinterlassenschaften vor allem umfangreiches arch\u00e4ozoologisches und pal\u00e4obotanisches Probenmaterial geborgen werden. Wichtig ist der Nachweis weiterer Kulturschichten unter dem eigentlichen Muschelhaufen, die bis in das Sp\u00e4tmesolithikum zur\u00fcckreichen und die langfristige Nutzung des landschaftlich ausgesprochen g\u00fcnstig gelegenen Ortes anzeigen. Ein besonderer Gl\u00fccksfall ist aber 140 Jahre nach Entdeckung der ersten pr\u00e4historischen Gr\u00e4ber der Fund zwei weiterer steinzeitlicher Bestattungen. Bei den Verstorbenen handelt es sich um einen ca. 40-j\u00e4hrigen Mannes und ein bei der Geburt verstorbenes Kleinkind, die beide demselben Zeithorizont angeh\u00f6ren wie die bereits bekannten Individuen. Derzeit befindet sich das umfangreiche arch\u00e4ologische und naturwissenschaftliche Fundmaterial in der Auswertung, eine umfassende Pr\u00e4sentation der Ergebnisse ist im Rahmen einer Fundplatzmonographie vorgesehen.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p><strong>Weiterf\u00fchrende Literatur:<\/strong><\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph {\"fontSize\":\"small\"} --><\/p>\n<p class=\"has-small-font-size\">V. B\u0113rzi\u0146\u0161 \/ U. Brinker \/ C. Klein \/ H. L\u00fcbke \/ J. Meadows \/ M. Rudz\u012bte \/ U. Schm\u00f6lcke \/ H. St\u00fcmpel \/ I. Zagorska, New research at Ri\u0146\u0146ukalns, a Neolithic freshwater shell midden in northern Latvia. Antiquity 88, 2014, 715-732.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph {\"fontSize\":\"small\"} --><\/p>\n<p class=\"has-small-font-size\">U. Brinker \/ D. Meinel \/ B. Te\u00dfmann \/ H. L\u00fcbke, Die menschlichen Skelettreste der zur anthropologischen Rudolf-Virchow-Sammlung geh\u00f6renden Kollektion des Fundplatzes Ri\u0146\u0146ukalns im Norden Lettlands \u2013 Resultat eines Forschungsstreites des 19. Jahrhunderts im damaligen Livland. Mitteilungen der Berliner Gesellschaft f\u00fcr Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte 39, 2019, 35-53.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph {\"fontSize\":\"small\"} --><\/p>\n<p class=\"has-small-font-size\">U. Brinker \/ V. B\u0113rzi\u0146\u0161 \/ A. Ceri\u0146a \/ G. Gerhards \/ M. Kalni\u0146\u0161 \/ B. Krause-Kyora \/ H. L\u00fcbke \/ J. Meadows \/ D. Meinel \/ E. P\u0113tersone-Gordina \/ K. Ritchie \/ M. Rudz\u012bte \/ M. T\u00f5rv\/ I. Zagorska \/ U. Schm\u00f6lcke, Two burials in a unique freshwater shell midden: Insights into transformations of Stone Age Hunter-Fisher daily life in Latvia. Archaeological and Anthropological Sciences (im Druck)<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph {\"fontSize\":\"small\"} --><\/p>\n<p class=\"has-small-font-size\">H. L\u00fcbke \/ U. Brinker \/ J. Meadows \/ V. B\u0113rzi\u0146\u0161 \/ I. Zagorska, New research on the human burials of Ri\u0146\u0146ukalns, Latvia. In: J. M. Gr\u00fcnberg \/ B. Gramsch \/ L. Larsson \/ J. Orschiedt \/ H. Meller (Hrsg.), Mesolithic burials \u2013 Rites, symbols and social organisation of early postglacial communities. Mesolithische Bestattungen \u2013 Riten, Symbole und soziale Organisation fr\u00fcher postglazialer Gemeinschaften. International Conference in Halle (Saale), Germany. Tagungen des Landesmuseums f\u00fcr Vorgeschichte Halle 13, 2016, 241\u2013256.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph {\"fontSize\":\"small\"} --><\/p>\n<p class=\"has-small-font-size\">J. Meadows \/ V. B\u0113rzi\u0146\u0161 \/ D. Legzdi\u0146a \/ H. L\u00fcbke \/ U. Schm\u00f6lcke \/ I. Zagorska \/ G. Zari\u0146a, Stone-age subsistence strategies at Lake Burtnieks, Latvia, Journal of Archaeological Science: Reports 17, 2018, 992-1006.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph {\"fontSize\":\"small\"} --><\/p>\n<p class=\"has-small-font-size\">U. Schm\u00f6lcke \/ J. Meadows \/ K. Ritchie \/ V. B\u0113rzi\u0146\u0161 \/ H. L\u00fcbke \/ I. Zagorska, Neolithic fish remains from the freshwater shell midden Ri\u0146\u0146ukalns in northern Latvia. Environmental Archaeology: The Journal of Human Palaeoecology 21:4, 2016, 325-333.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n","comment_info":"No Comments","acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/zbsa.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1019","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/zbsa.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/zbsa.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zbsa.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zbsa.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1019"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/zbsa.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1019\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1020,"href":"https:\/\/zbsa.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1019\/revisions\/1020"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/zbsa.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1019"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/zbsa.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1019"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/zbsa.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1019"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}