{"id":785,"date":"2020-01-07T07:10:59","date_gmt":"2020-01-07T06:10:59","guid":{"rendered":"https:\/\/zbsa.eu\/?p=785"},"modified":"2021-04-28T11:43:37","modified_gmt":"2021-04-28T09:43:37","slug":"gemeinsamens-buchprojekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zbsa.eu\/en\/gemeinsamens-buchprojekt\/","title":{"rendered":"Gemeinsamens Buchprojekt: M. Bertram\/D. Quast\/A. Rau, \u201eDas Schwert mit dem goldenen Griff. Eine Prunkbestattung der V\u00f6lkerwanderungszeit\u201c"},"content":{"rendered":"<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"785\" class=\"elementor elementor-785\" data-elementor-post-type=\"post\">\n\t\t\t\t\t\t<section data-particle_enable=\"false\" data-particle-mobile-disabled=\"false\" class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-6816e31d elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"6816e31d\" data-element_type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-10494bec\" data-id=\"10494bec\" data-element_type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-27440ba4 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"27440ba4\" data-element_type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>M. Bertram\/D. Quast\/A. Rau, Das Schwert mit dem goldenen Griff. Eine Prunkbestattung der V\u00f6lkerwanderungszeit. Die Sammlungen des Museums f\u00fcr Vor- und Fr\u00fchgeschichte 5 (Regensburg 2019). ISBN: 978-3-7954-3475-5<\/strong><\/p>\n\n<p>Mitte des Jahres 2019 konnte das Projekt \u201eDer Berliner chef militaire\u201c mit der Fertigungstellung eines Manuskriptes beendet werden, das im Dezember 2019 als Buch mit dem Titel \u201eDas Schwert mit dem goldenen Griff. Eine Prunkbestattung der V\u00f6lkerwanderungszeit\u201c erschienen ist. Das aus einer Privatsammlung stammende und im Jahr 2007 vom Berliner Museum f\u00fcr Vor- und Fr\u00fchgeschichte angekaufte Beigabenensemble ist darin erstmals umfassend vorgestellt und analysiert worden.<\/p>\n\n<p>Als hauptverantwortliche Autoren waren Marion Bertram (Museum f\u00fcr Vor- und Fr\u00fchgeschichte, Staatliche Museen zu Berlin &#8211; Stiftung Preu\u00dfischer Kulturbesitz), Dieter Quast (R\u00f6misch-Germanisches Zentralmuseum, Leibniz Forschungsinstitut f\u00fcr Arch\u00e4ologie) und Andreas Rau (ZBSA) verantwortlich. Erg\u00e4nzende Beitr\u00e4ge behandeln zudem die auf der R\u00fcckseite des Schwerscheidenmundbleches eingeritzte Runeninschrift, verfasst von Sigmund Oehrl (Institutionen f\u00f6r arkeologi och antikens kultur, Stockholms universitet), sowie die computertomographische Untersuchung der Schwertklinge von Ulrich Lehmann (LWL-Arch\u00e4ologie f\u00fcr Westfalen, M\u00fcnster).<\/p>\n\n<p>Obwohl die Unkenntnis von Fundort, Fundzeit sowie des n\u00e4heren Kontextes die Aussagen zur historischen Einordnung des Ensembles erheblich behindert, lassen sich aus dem reichen Fundbestand, der mit allergr\u00f6\u00dfter Wahrscheinlichkeit einem einzelnen Grab der 1. H\u00e4lfte des 5. Jahrhundert zugeschrieben kann, wichtige Erkenntnisse \u00fcber die sp\u00e4tantiken Milit\u00e4reliten gewinnen. W\u00e4hrend die Bewaffnung \u2013 darunter besonders augenf\u00e4llig der goldene Schwertgriff und der mit vergoldetem Silberblech \u00fcberzogenen Schildbuckel \u2013 mutma\u00dflich aus r\u00f6mischen Werkst\u00e4tten stammt, zeigen die Trachtbestandteile vor allem einen Bezug zum s\u00fcdwestdeutschen-\u201ealamannischen\u201c Raum auf. Auf ein germanischsprachiges Umfeld deutet auch die Runeninschrift hin, wenngleich f\u00fcr diese bislang stark abweichende und letztlich nur bedingt \u00fcberzeugende Lesungen und \u00dcbersetzungen vorgeschlagen wurden. Derweil muss das umfangreiche Tischgeschirr aus Metall-, Ton- und Glasgef\u00e4\u00dfen provinzialr\u00f6mischer Herkunft so interpretiert werden, dass der Bestattete oder zumindest Teile der ihn Bestattenden, genaue Kenntnis der provinzialr\u00f6mischen Speise- und Bewirtungssitten gehabt haben.<\/p>\n\n<p>Das Spektrum der Objekte l\u00e4sst einen Bezug zum unteren Maingebiet vermuten, dass zwischen 370-ca. 450 n. Chr. \u2013 obwohl \u201eoffiziell\u201c im Barbaricum gelegen \u2013 einen starken Bezug zum linksrheinischen sp\u00e4tr\u00f6mischen Provinzgebiet aufweist. Teilweise frappierende \u00dcbereinstimmungen zeigen sich dabei z.B. zu einer bereits 1925 unsachgem\u00e4\u00df geborgenen Grabausstattung aus dem Frankfurter Stadtteil Praunheim. Die besprochen Beigaben k\u00f6nnen daher ebenfalls als Ausstattung der Grablege eines Mitgliedes der barbarischen Milit\u00e4relite gedeutet werden, das m\u00f6glicherweise im Auftrag und mit Unterst\u00fctzung des r\u00f6mischen Reiches eine Rolle in der Vorfeldverteidigung \u00fcbernahm.<\/p>\n\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M. Bertram\/D. Quast\/A. Rau, Das Schwert mit dem goldenen Griff. Eine Prunkbestattung der V\u00f6lkerwanderungszeit. Die Sammlungen des Museums f\u00fcr Vor- und Fr\u00fchgeschichte 5 (Regensburg 2019). ISBN: 978-3-7954-3475-5 Mitte des Jahres 2019 konnte das Projekt \u201eDer Berliner chef militaire\u201c mit der Fertigungstellung eines Manuskriptes beendet werden, das im Dezember 2019 als Buch mit dem Titel \u201eDas Schwert mit dem goldenen Griff. Eine Prunkbestattung der V\u00f6lkerwanderungszeit\u201c erschienen ist. Das aus einer Privatsammlung stammende und im Jahr 2007 vom Berliner Museum f\u00fcr Vor- und Fr\u00fchgeschichte angekaufte Beigabenensemble ist darin erstmals umfassend vorgestellt und analysiert worden. Als hauptverantwortliche Autoren waren Marion Bertram (Museum f\u00fcr Vor- und Fr\u00fchgeschichte, Staatliche Museen zu Berlin &#8211; Stiftung Preu\u00dfischer Kulturbesitz), Dieter Quast (R\u00f6misch-Germanisches Zentralmuseum, Leibniz Forschungsinstitut f\u00fcr Arch\u00e4ologie) und Andreas Rau (ZBSA) verantwortlich. 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Bertram\/D. Quast\/A. Rau, Das Schwert mit dem goldenen Griff. Eine Prunkbestattung der V\u00f6lkerwanderungszeit. Die Sammlungen des Museums f\u00fcr Vor- und Fr\u00fchgeschichte 5 (Regensburg 2019). ISBN: 978-3-7954-3475-5<\/strong><\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p>Mitte des Jahres 2019 konnte das Projekt \u201eDer Berliner chef militaire\u201c mit der Fertigungstellung eines Manuskriptes beendet werden, das im Dezember 2019 als Buch mit dem Titel \u201eDas Schwert mit dem goldenen Griff. Eine Prunkbestattung der V\u00f6lkerwanderungszeit\u201c erschienen ist. Das aus einer Privatsammlung stammende und im Jahr 2007 vom Berliner Museum f\u00fcr Vor- und Fr\u00fchgeschichte angekaufte Beigabenensemble ist darin erstmals umfassend vorgestellt und analysiert worden.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p>Als hauptverantwortliche Autoren waren Marion Bertram (Museum f\u00fcr Vor- und Fr\u00fchgeschichte, Staatliche Museen zu Berlin &#8211; Stiftung Preu\u00dfischer Kulturbesitz), Dieter Quast (R\u00f6misch-Germanisches Zentralmuseum, Leibniz Forschungsinstitut f\u00fcr Arch\u00e4ologie) und Andreas Rau (ZBSA) verantwortlich. Erg\u00e4nzende Beitr\u00e4ge behandeln zudem die auf der R\u00fcckseite des Schwerscheidenmundbleches eingeritzte Runeninschrift, verfasst von Sigmund Oehrl (Institutionen f\u00f6r arkeologi och antikens kultur, Stockholms universitet), sowie die computertomographische Untersuchung der Schwertklinge von Ulrich Lehmann (LWL-Arch\u00e4ologie f\u00fcr Westfalen, M\u00fcnster).<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p>Obwohl die Unkenntnis von Fundort, Fundzeit sowie des n\u00e4heren Kontextes die Aussagen zur historischen Einordnung des Ensembles erheblich behindert, lassen sich aus dem reichen Fundbestand, der mit allergr\u00f6\u00dfter Wahrscheinlichkeit einem einzelnen Grab der 1. H\u00e4lfte des 5. Jahrhundert zugeschrieben kann, wichtige Erkenntnisse \u00fcber die sp\u00e4tantiken Milit\u00e4reliten gewinnen. W\u00e4hrend die Bewaffnung \u2013 darunter besonders augenf\u00e4llig der goldene Schwertgriff und der mit vergoldetem Silberblech \u00fcberzogenen Schildbuckel \u2013 mutma\u00dflich aus r\u00f6mischen Werkst\u00e4tten stammt, zeigen die Trachtbestandteile vor allem einen Bezug zum s\u00fcdwestdeutschen-\u201ealamannischen\u201c Raum auf. Auf ein germanischsprachiges Umfeld deutet auch die Runeninschrift hin, wenngleich f\u00fcr diese bislang stark abweichende und letztlich nur bedingt \u00fcberzeugende Lesungen und \u00dcbersetzungen vorgeschlagen wurden. Derweil muss das umfangreiche Tischgeschirr aus Metall-, Ton- und Glasgef\u00e4\u00dfen provinzialr\u00f6mischer Herkunft so interpretiert werden, dass der Bestattete oder zumindest Teile der ihn Bestattenden, genaue Kenntnis der provinzialr\u00f6mischen Speise- und Bewirtungssitten gehabt haben.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p>Das Spektrum der Objekte l\u00e4sst einen Bezug zum unteren Maingebiet vermuten, dass zwischen 370-ca. 450 n. Chr. \u2013 obwohl \u201eoffiziell\u201c im Barbaricum gelegen \u2013 einen starken Bezug zum linksrheinischen sp\u00e4tr\u00f6mischen Provinzgebiet aufweist. Teilweise frappierende \u00dcbereinstimmungen zeigen sich dabei z.B. zu einer bereits 1925 unsachgem\u00e4\u00df geborgenen Grabausstattung aus dem Frankfurter Stadtteil Praunheim. Die besprochen Beigaben k\u00f6nnen daher ebenfalls als Ausstattung der Grablege eines Mitgliedes der barbarischen Milit\u00e4relite gedeutet werden, das m\u00f6glicherweise im Auftrag und mit Unterst\u00fctzung des r\u00f6mischen Reiches eine Rolle in der Vorfeldverteidigung \u00fcbernahm.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n","comment_info":"No Comments","acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/zbsa.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/785","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/zbsa.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/zbsa.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zbsa.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zbsa.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=785"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/zbsa.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/785\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6407,"href":"https:\/\/zbsa.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/785\/revisions\/6407"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zbsa.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/786"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/zbsa.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=785"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/zbsa.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=785"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/zbsa.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=785"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}